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An der westlichen Küstenlinie von Nova Scotia, malerisch am Annapolis Basin gelegen, empfängt die charmante Hafenstadt Digby ihre Gäste mit maritimem Charme und einer tief verwurzelten Seefahrertradition. Weithin bekannt als die Welthauptstadt der Jakobsmuscheln, zieht die Ortschaft Reisende nicht nur aufgrund ihrer kulinarischen Meeresköstlichkeiten an. Auch die spektakuläre Naturkulisse, welche maßgeblich durch die extremen Tidenhübe der Bay of Fundy geformt wird, macht den Aufenthalt zu einem echten Höhepunkt.
Wir verbrachten an diesem Ort leider nur eine Nacht auf dem überschaubaren Campingplatz namens Digby Campground. Das Areal präsentierte sich sehr gepflegt mit Blick über einen See, die Stellplätze erinnerten uns allerdings, wie so oft in Nordamerika, eher an einen Parkplatz, hier allerdings mit etwas Rasenflächen zwischen den Parkbuchten. Da zu dieser Zeit jedoch kaum Betrieb herrschte, standen wir ohne direkte Nachbarn, was den Aufenthalt überaus angenehm machte. Hier kamen wir in den Genuss der schönsten Dusche von ganz Nova Scotia, alles war tadellos sauber und liebevoll hergerichtet. Auch das WLAN erstreckte sich hier über eigene Antennenmasten über den gesamten Platz. Vorbildlich! Das Ortszentrum von Digby ließ sich von diesem Standort aus bequem zu Fuß erreichen.
Am Nachmittag nach unserer Ankunft brachen wir dorthin auf, da die Motivation zum Kochen an diesem Tag eher gering war und wir uns darauf freuten, mal wieder ein Restaurant zu besuchen.
Das lebendige Zentrum der Stadt bildet zweifellos die weitläufige Uferpromenade entlang der Water Street, welche einen freien Ausblick auf den geschäftigen Hafen gewährt. Am Pier liegen die robusten, charakteristischen Fangboote der Muschelfischer vertäut, die das maritime Stadtbild prägen und je nach Gezeitenstand meterhoch an den Stegen emporragen oder tief unten im Hafenbecken liegen.
Über den rein kulinarischen Genuss hinaus fungiert Digby zudem als optimales Tor zu einer der faszinierendsten Naturlandschaften der Provinz, der langgestreckten Halbinsel Digby Neck. Hierfür nahmen wir uns auf dieser Reise jedoch keine Zeit, da Ausflüge dorthin eher ein klassisches Programm für die Sommermonate darstellen - diese Planung sollte sich später noch ändern.
Die dortige Route verläuft entlang einer schmalen Landzunge, vorbei an verträumten Fischerdörfern und unberührten Küstenstreifen, an denen die regelmäßigen Walbeobachtungstouren in die Bay of Fundy starten. In den nährstoffreichen Meeresgewässern lassen sich mit etwas Glück Buckelwale, Finnwale und die seltenen Nordkaper aus nächster Nähe sichten, was die Region zu einem unvergesslichen Erlebnis für Naturbegeisterte macht. Mitte Mai war dafür allerdings leider noch keine Saison.










Entlang der Uferpromenade laden einige Restaurants und Cafés dazu ein, die fangfrischen Jakobsmuscheln, die unter der Bezeichnung Digby Scallops weltweite Bekanntheit genießen, in unterschiedlichsten Variationen zu kosten, während der Blick über das ruhige Gewässer des Beckens schweift. Wir haben uns einige tiefgefroren mitgenommen und hatten so noch Wochen später eine Erinnerung an Digby.
Gegen Abend bummelten an der seeseitigen Häuserzeile entlang, um ein ansprechendes Lokal für das Abendessen zu finden.
Da uns der Sinn weder nach asiatischer Küche noch nach Pizza stand und sich die Auswahl im The Crow's Nest als sehr frittierlastig erwies, sprach uns das direkt benachbarte Fundy Restaurant, welches zu den Dockside Suites gehört, sowohl von der Speisekarte als auch vom Ambiente her deutlich mehr an.
Von der angeschlossenen Außenterrasse aus lässt sich der Hafen wunderbar überblicken, wegen des frischen Windes bevorzugten wir jedoch einen Platz im gemütlichen Innenbereich. Die aufmerksame Servicekraft reichte uns die Menükarte und bemerkte sogleich den mitgebrachten Gutschein, als Übernachtungsgäste des örtlichen Campingplatzes kamen wir hier in den Genuss von zehn Prozent Rabatt auf die Speisen.
Zur Einstimmung wählten wir eine gemischte Meeresfrüchteplatte für uns beide, im Anschluss entschied sich Michael für die Fettuccine mit Garnelen und Jakobsmuscheln, während meine Wahl auf eine hervorragende Seafood-Lasagne fiel. Diese war raffiniert aus zwei großen Nudelplatten geschichtet, zwischen denen sich nur noch die feinen Meeresfrüchte befanden. An diesen Gerichtrn kam nichts aus der Fritteuse, alles war frisch und perfekt auf den Punkt in der Pfanne zubereitet, was auch schon so auf der Speisekarte vor der Tür beschrieben wurde.
Als Begleitung zum Essen genossen wir zwei Gläser des süffigen Honey Brown Bier aus einer regionalen Brauerei, welches wir später im örtlichen Liquor Store leider nicht im Sortiment entdecken konnten. Am Ende des gelungenen Abends belief sich der Rechnungsbetrag inklusive Steuern und Trinkgeld auf insgesamt 122,00 Dollar.













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