| Weltreisen | Kanada | Nova Scotia | Bay of Fundy | Site-Map | HOME |
Der Ort Halls Harbour gehört zu den bekanntesten und fotogensten Fischerdörfern an der Bay of Fundy und ist ein wunderbarer Ort, um das Phänomen der Gezeiten hautnah zu erleben. Das malerische Dorf liegt im Kings County an der Nordküste von Nova Scotia, eingebettet in die Hänge des North Mountain, und empfängt seine Besucher mit der rauen Schönheit der Fundy-Bucht. Hier am Minas Channel, einem Teilabschnitt der Bay of Fundy, sind die gewaltigen Gezeitenkräfte des Atlantiks so intensiv spürbar wie an kaum einem anderen Ort der Welt.
Von den bekannten Weingütern und Farmen des Annapolis Valley aus, wie etwa rund um Wolfville oder Kentville, ist die Küste über eine kurvige, landschaftlich reizvolle Straße in etwa 20 bis 30 Minuten Fahrt zu erreichen. Wir haben dort am Mittag, auf dem Weg von Wolfville zum Blomidon Provincial Park, eine Pause eingelegt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Halls Harbour zu einem florierenden Exporthafen für Holz und landwirtschaftliche Güter aus dem Tal. Die Einwohner bauten hölzerne Stützwände entlang der Bucht, an denen die Schiffe vertäut werden konnten, um bei ablaufendem Wasser stabil und aufrecht stehenzubleiben. Eine eigene Werft produzierte zahlreiche Segelschiffe, darunter auch große Schoner für den internationalen Handel. Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Holzvorräte erschöpft waren und die Eisenbahn den Transport im Landesinneren übernahm, ging der Schiffbau zurück. Halls Harbour blieb jedoch als Küstenfischerei-Hafen aktiv.
Bei der Ankunft nach einer steilen Abfahrt präsentierte sich der kleine Fischerhafen zunächst im Zustand einer extremen Ebbe, ein faszinierendes Schauspiel, bei dem das Wasser fast vollständig aus dem Hafenbecken gewichen ist. Die Fischerboote liegen nicht im schützenden Nass, sondern ruhen schräg und scheinbar hilflos auf dem schlammigen, freigelegten Meeresboden, während die hölzernen Pieranlagen hoch und trocken in den Himmel ragen. Leider gab es bei unserem Besuch kaum Fischerboote, lediglich ein einziges lag vertäut unten am Pier. Gegenüber lagen einige Schwimmstege auf dem Trockenen.
Wir fanden schnell einen Parkplatz für den Camper am Pier und erkundeten den kleinen Ort. Über eine Fußgängerbrücke erreicht man das gegenüberliegende Ufer. Die Häuser hier sind gepflegt, und überall stehen die typischen kanadischen Adirondack-Stühle in bunten Farben, die einen tollen Ausblick bieten.










Der kleine Spaziergang führte uns vorbei an den verwitterten Holzplanken zu einem einladenden Souvenirgeschäft namens Parker's General Store direkt am Hafen, das mit seinem Charme zum Stöbern einlädt. In den engen Regalen reihen sich handgemachte Erinnerungsstücke, von der Seele der Region geprägte Kunstwerke und maritime Kleinigkeiten aneinander, die den Geist der Küste perfekt einfangen. Viele Künstler der Region verkaufen hier ihre Werke, leider war nichts passendes für uns dabei. Dafür plauderten wir längere Zeit mit dem netten Herrn, der hier arbeitete. Wir hatten ja alle genug Zeit, denn wir wollten die Flut auch noch erleben. Am Ende durften wir auf der Besucherkarte noch einen Pin auf Köln setzen.
Der Besuch des lokalen Restaurants "Lobster Pound" war ein Grund, um unsere allererste traditionelle Lobster Roll zu genießen. Diese Kombination aus einem der größten Hummerdepots Kanadas, einem bekannten Restaurant und einem angeschlossenen Souvenirgeschäft ist der Hauptanziehungspunkt für Besucher. Da der Betrieb saisonal geführt wird und stark von den Sommermonaten lebt, zieht der gesamte Komplex von Mai bis weit in den Herbst hinein Reisende an, die den Ausblick auf die Bay of Fundy mit einem fangfrischen Essen verbinden möchten.
Wir konnten bei dem schönen Wetter sogar auf der Terrasse sitzen und kamen auch hier ebenfalls shcnell mit den Nachbarn ins Gespräch. Das frisch gefangene, zarte Hummerfleisch schmeckt in dem üblichen weichen und pappigen Brötchens ganz gut, konnte Michael aber nicht wirklich begeistern. Anscheinend waren in seiner Portion fast nur das weiße Fleisch aus dem Schwanz mit einigen knorpeligen Stücken dabei, insgesamt ein mittelmäßiges Erlebnis. Für 32 Dollar gab es dazu Fritten und eine Mini Portion Krautsalat.
Ich hatte mich für MacNCheese mit Lobsterfleich entschieden, ebenfalls teuer, wurde dem armen Lobster aber leider nicht gerecht. Da war uns der nette Plüsch Lobster im Eingangsbereich doch lieber. Der Souvenirbereich bot hier eher Kitsch und Krempel. Wir genossen die Sonne, während der Blick entspannt über das sich stetig verändernde Panorama des Hafens schweifte.
Am Ende betrug die Rechnung für zwei Mittagessen, einen Kaffee und einen Low Tide Cider mit Trinkgeld und Steuern 89 Dollar.
Nach und nach setzt die Flut ein und demonstrierte eindrucksvoll die Dynamik der Natur, wenn das graublaue Wasser mit beachtlicher Geschwindigkeit in die Bucht zurückströmt, das Hafenbecken Minute für Minute auffüllt und die Stege schließlich sanft anhebt, bis sie wieder an der Oberfläche treiben.














Video zum Thema
Google Map zum Thema
360° View zum Thema
| Weltreisen | Kanada | Nova Scotia | Bay of Fundy | Site-Map | HOME |
| Datenschutz | Impressum |