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HEMLOCKS HARDWOODS TRAIL

Der wohl schönste Wanderweg im waldreichen Kejimkujik Nationalpark ist der Hemlocks and Hardwoods Trail. Wir hatten viel Glück mit dem Wetter ohne Regen, nur die Black Flies waren etwas nervig, wenn man stehen geblieben ist, um zu fotografieren oder um die Stille zu genießen. Im Mai waren im erwachenden Frühlingswald nur wenige Menschen unterwegs, die meiste Zeit waren wir hier alleine.

Der Hemlocks and Hardwoods Trail ist einer der faszinierendsten Wanderwege im Kejimkujik Nationalpark, da er Besucher direkt in das Herz eines Jahrhunderte alten Urwaldes führt. Vom zentralen Campingplatz in der Jeremy's Bay aus liegt der Startpunkt des Trails nur knapp acht Kilometer entfernt. Nach einer kurzen Autofahrt von etwa zehn Minuten über die gut ausgebaute Hauptstraße des Parks erreichten wir den Beginn des Trails. Viel Parkraum steht hier nicht zur Verfügung, mit dem Camper waren wir froh, dass nur wenige Autos vor Ort waren.

Alternativ lässt sich der Weg natürlich auch im Rahmen einer längeren Wanderung über die miteinander verbundenen Uferpfade unkompliziert erreichen. Der Trail selbst ist als Rundweg angelegt, leicht zu bewältigen und führt auf seinem schönsten Teilstück über einen hölzernen Steg, der die empfindlichen Wurzeln der gigantischen Bäume vor Tritten schützt.

Der Name des Weges verrät bereits die beiden prägenden Baumgruppen, die hier in einer einzigartigen Lebensgemeinschaft nebeneinander existieren. Auf der einen Seite stehen die namengebenden Hemlocks, im Deutschen als Kanadische Schierlingstannen oder Hemlocktannen bekannt. Diese majestätischen Nadelbäume gehören zu den langlebigsten Arten im Osten Kanadas, wobei einige Exemplare entlang des Pfades ein stolzes Alter von über dreihundert Jahren erreicht haben. Sie bevorzugen feuchte, kühle Standorte und zeichnen sich durch ein dichtes, dunkelgrünes Nadelkleid aus, welches selbst im Hochsommer kaum Sonnenlicht bis zum Waldboden durchlässt, was dem Wald eine fast andächtige, schattige Atmosphäre verleiht.

Demgegenüber stehen die Hardwoods, die verschiedenen Laubbaumarten, unter denen im Park vor allem der Zuckerahorn, die Amerikanische Buche und die Gelb-Birke dominieren. Diese Bäume brachten bei unserem Besuch im Frühjahr noch ein frisches Grün in den Wald und sorgen im Herbst für das weltberühmte, leuchtende Farbspiel des Indian Summer. Wir waren froh, dass es noch nicht zu belaubt war, so konnten wir die kleinen Vögel im Wald besser beobachten.

Dieser Weg erkundet die große Vielfalt der Wälder von Kejimkujik. Von diesen jungen Laubbäumen und Kiefern, die nach einer Phase von Waldbränden und Holzeinschlag herangewachsen sind, führt der Pfad zu einem alten Urwaldbestand aus Kanadischen Schierlingstannen. Alte Schierlingstannen-Urwälder sind extrem selten, und jene, die man auf diesem Weg sieht, genießen die höchste Schutzstufe des Parks.

Der Pfad wurde sorgfältig so angelegt, dass man die Erhabenheit der Schierlingstannen genießen kann, ohne die empfindlichen Wurzeln oder Pflanzen zu beschädigen. Dieses alte Waldökosystem ist eines der herausragendsten Merkmale von Kejimkujik.








Waldbaden

Im Gegensatz zu den tiefen, schattigen Zonen der Schierlingstannen wachsen die Laubbäume oft an etwas trockeneren Hängen und bieten einen sehr guten Lebensraum für zahlreiche Vogelarten und Insekten. Die größten von ihnen sind 85 Jahre alt, und viele haben bereits das Ende ihrer kurzen Lebensspanne erreicht. Umgestürzte Baumstämme und stehendes Totholz umgeben sie. Dies schafft einen idealen Lebensraum für Haarspechte zur Nahrungssuche und zum Nisten. Das Zusammenspiel aus den uralten, tiefen Nadelbäumen und den helleren Laubholzinseln macht den ökologischen Wert dieses geschützten Ökosystems aus. Pappeln sind oft die ersten Bäume, die nach einem Waldbrand nachwachsen. Sie gedeihen im vollen Sonnenlicht, können sich jedoch im Schatten eines bestehenden, etablierten Waldes nicht fortpflanzen. Die Weymouth-Kiefern (white pines), die unter den absterbenden Pappeln wachsen, werden bald die Oberhand gewinnen und diesen jungen Wald dramatisch verändern.

Neben der beeindruckenden Pflanzenwelt bietet der dichte Waldboden auch Lebensraum für kleinere Parkbewohner, wie die flinken kleinen Nagetiere. Meistens handelt es sich dabei entweder um das Amerikanische Rothörnchen (American Red Squirrel) oder das Östliche Streifenhörnchen (Eastern Chipmunk). Obwohl beide zur Familie der Hörnchen gehören, unterscheiden sie sich in Aussehen, Verhalten und Lebensweise deutlich voneinander.

Chipmunks sind die kleinere der beiden Arten, sehr kompakt gebaut und echte Bodenbewohner. Sie sind weltberühmt für ihre ausgeprägten Backentaschen, mit denen sie riesige Mengen an Nüssen und Samen transportieren. Sie leben fast ausschließlich am Boden. Ihre Nester graben sie als weit verzweigte Tunnelsysteme unter die Erde, oft versteckt unter Baumwurzeln, Steinmauern oder Totholz.

Das Rothörnchen ist etwas größer als das Chipmunk, deutlich lauter und ein geborener Kletterkünstler, der die meiste Zeit im Geäst der Bäume verbringt. Sie sind Baumbewohner. Ihre Nester bauen sie hoch oben in den Baumkronen aus Zweigen, Moos und Rinde, oder sie nutzen verlassene Spechthöhlen.

Rothörnchen sind extrem revierbezogen und oft auch ziemlich laut. Wenn man ihr Revier betritt, schimpfen sie oft minutenlang mit einem ratternden, meckernden Geräusch oben von den Ästen herab. Ihre Vorräte, meist Zapfen von Nadelbäumen, vergraben sie in großen Haufen am Fuß von Bäumen. Sie halten keinen Winterschlaf und sind das ganze Jahr über aktiv im Wald unterwegs.

Wir hatten riesiges Glück am Wegrand, nachdem wir im Blomidon Provincial Park nicht schnell genug waren und dort nur noch den Schwanz fotografieren konnten. Hier lag die in der Region vorkommende Unterart Maritime Garter Snake (Thamnophis sirtalis pallidulus), oder Östliche Strumpfbandnatter, in voller Schönheit am Wegrand.

Sie ist die mit Abstand häufigste und größte Schlangenart der Provinz, extrem anpassungsfähig und lebt in Wäldern, auf Wiesen und oft in der Nähe von Gewässern. Ihr Markenzeichen sind die hellgelben bis grünlichen Längsstreifen auf dunklem Grund. Sie ernährt sich von Fröschen, Salamandern und Insekten. Der helle Längsstreifen auf dem Rücken ist bei dieser regionalen Unterart oft etwas dezenter oder leicht unterbrochen, während die seitlichen Streifen gut mit dem trockenen Laub verschmelzen und die Schlange tarnen.











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