| Weltreisen | Sri Lanka | Anuradhapura | Site-Map | HOME |

| Praktisches | Etikette |

ALLGEMEINES

Anuradhapura, gelegen in der Trockenzone der Nordzentralprovinz Sri Lankas, etwa 220 km nördlich von Colombo am Ufer des Malwathu Oya, ist weit mehr als eine Ansammlung antiker Ruinen. Sie ist das Symbol einer Zivilisation, die über 1.300 Jahre lang bestand und durch ein weltweit einzigartiges Zusammenspiel von religiöser Hingabe und technischer Meisterschaft in der Wasserwirtschaft geprägt wurde.

Der Ort wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. gegründet und hatte die Blütezeit vom 4. Jahrhundert v. Chr. bis zum frühen 11. Jahrhundert n. Chr. als königliche Hauptstadt. Fast 130 aufeinanderfolgende Monarchen hatten hier ihren Sitz der Macht.

Auf dem Höhepunkt seiner Pracht war Anuradhapura ein blühendes Zentrum buddhistischer Gelehrtheit und Hingabe, Heimat von über 10.000 buddhistischen Mönchen und einigen der größten Stupas, die jemals von Menschenhand errichtet wurden.

Anuradhapura gilt heute als eine der heiligsten Städte der buddhistischen Welt. Ihr weitläufiges Klosternetz, das sich über 40 Quadratkilometer erstreckt, ist Teil einer der größten und bedeutendsten archäologischen Stätten der Welt und man sollte diesen Ort unbedingt besuchen.

Wir haben uns leider zu wenig Zeit dafür genommen, waren nur zwei Nächte im Maho Boutique Hotel, da wir aus Sigirya kamen und danach noch einige Nächte am nahen Wilpattu Nationalpark zur Safari verbrachten.

Vier Nächte sind nicht zu viel, um die Tempel, Stupas und Ruinen und auch noch Ziele in der Umgebung in Ruhe zu erkunden.

Die geographische Lage Anuradhapuras stellte die frühen Siedler vor eine gewaltige Herausforderung. Da die Region durch ausgeprägte Trockenperioden und unregelmäßige Regenfälle geprägt ist, war das Überleben einer wachsenden Bevölkerung nur durch eine hochkomplexe künstliche Bewässerung möglich. Die Stadt wurde am Ufer des Malwathu Oya errichtet, doch das eigentliche Herzstück der Geographie bilden die gigantischen, von Menschenhand geschaffenen Stauseen, die sogenannten Wewas.

Diese Seen, wie der Tissa Wewa oder der Basawakkulama Wewa, wirken heute wie natürliche Gewässer, sind jedoch das Ergebnis antiker Ingenieurskunst. Durch ein ausgeklügeltes System aus Kanälen wurde das Wasser über weite Strecken verteilt, um sowohl die Landwirtschaft als auch die rasant wachsende Klosterstadt zu versorgen. Diese hydraulische Zivilisation erlaubte es Anuradhapura, zu einer der größten und weitläufigsten Städte ihrer Zeit heranzuwachsen.

Die Geschichte der Stadt als Hauptstadt begann im 4. Jahrhundert v. Chr. unter König Pandukabhaya, der sie nach strengen städtebaulichen Kriterien anlegte. Den entscheidenden Wendepunkt markierte jedoch das 3. Jahrhundert v. Chr., als der Buddhismus durch Mahinda, den Sohn des indischen Kaisers Ashoka, auf die Insel gebracht wurde. Anuradhapura wandelte sich daraufhin von einem politischen Zentrum zu einer heiligen Stadt.

In den folgenden Jahrhunderten entstanden die monumentalen Stupas, wie die Ruwanweli Seya oder die Jetavanarama, die zeitweise zu den höchsten Bauwerken der antiken Welt zählten. Die Stadt wurde zum Zentrum der Gelehrsamkeit und des Theravada-Buddhismus, was Pilger und Händler aus ganz Asien anlockte.

Anuradhapuras Geschichte war jedoch auch von ständigen Machtkämpfen geprägt. Die Nähe zu Südindien führte zu wiederholten Invasionen durch die Chola- und Pandyan-Dynastien. Legendär ist der Kampf von König Dutugemunu, der die Stadt etwa 150 v. Chr. von der Herrschaft des indischen Königs Elara befreite und die Vorherrschaft der einheimischen Dynastie festigte.

Trotz zahlreicher Restaurierungen und einer beeindruckenden Resilienz wurde Anuradhapura im Jahr 993 n. Chr. nach einer verheerenden Invasion durch die Chola-Armee endgültig als Hauptstadt aufgegeben. Das Machtzentrum verlagerte sich nach Polonnaruwa, und die einst glanzvolle Metropole wurde vom Dschungel zurückerobert, bis sie im 19. Jahrhundert von Archäologen wiederentdeckt wurde.

Heute ist Anuradhapura nicht nur ein UNESCO-Welterbe, sondern bleibt durch die acht heiligen Stätten, die Atamasthana, ein lebendiges religiöses Zentrum, an dem die Geschichte Sri Lankas in jedem Stein und jedem Wassertropfen der antiken Speicherbecken spürbar bleibt.








Praktisches

Die Erkundung von Anuradhapura ist eine Reise durch ein weitläufiges Areal, das weit über ein klassisches Ruinenfeld hinausgeht. Damit der Besuch der heiligen Stadt sowohl kulturell bereichernd als auch organisatorisch reibungslos verläuft, sind einige praktische Vorbereitungen und Verhaltensregeln unerlässlich.

Da die archäologische Zone viele Quadratkilometer umfasst, ist eine Fortbewegung zu Fuß nur für sehr kleine Teilstücke zu empfehlen. Die bequemste und informativste Variante ist die Miete eines Tuk-Tuks für den ganzen Tag. Viele Fahrer fungieren gleichzeitig als Guide. Ein fairer Preis für einen vollen Tag (ca. 5–6 Stunden) liegt meistum die 9.000 LKR, je nach Verhandlungsgeschick und Umfang der Tour.

Wir haben uns im Hotel einen dort bekannten TukTuk Fahrer organisiert, der uns auch durch die Tempel und Ruinen führte. So konnten wir jederderzeit Fragen stellen, wenn wir etwas wissen wollten. Insgesamt waren wir über 5 Stunden unterwegs, das war ziemlich anstrengend. Mit mehr Zeit hätten wir es auch zwei Tage aufgeteilt, dann zahlt man allerdings auch zwei Mal Eintritt.

Für ausländische Besucher ist der Besuch der zentralen archäologischen Zone kostenpflichtig. Das werden mehrere Besucher schnell teuer, denn ein Ticket kostet derzeit 30 USD pro Person, was in LKR zum aktuellen Tageskurs zahlbar ist. Es deckt die meisten großen Stupas und Ruinen ab und kann auch online ohne anstellen gebucht werden.

Einige Orte wie der Isurumuniya-Tempel oder der Sri Maha Bodhi erheben eigene, kleine Eintrittsgebühren um 500 bis 1.000 LKR, da sie separat verwaltet werden.

Sri Lanka Logo

Für sportliche Besucher bietet das flache Gelände ideale Bedingungen für das Fahrrad. Viele Gästehäuser vermieten Räder, aber die intensive Mittagssonne und die teils weiten Wege zwischen den Hauptattraktionen sollte man nicht unterschätzen. Wir waren froh, zwischendurch ein Sonnendach und etwas Fahrtwind zu haben.

An den meisten beliebten Sehenswürdigkeiten in Anuradhapura werden die Eintrittskarten von Touristen streng kontrolliert, während es an weniger besuchten Orten aufgrund des geringeren Personals lockerer zugeht. Einheimische benötigen keine Eintrittskarten.

Es gibt einige skrupellose Tuk-Tuk-Fahrer, die diese Situation ausnutzen. Sie bieten ausländischen Touristen mitunter an, sie auf Routen mitzunehmen, auf denen Ticketkontrollen weniger häufig sind, oder versuchen sogar, die Eintrittsgelder selbst einzutreiben. Touristen wird dringend davon abgeraten, auf solche Betrügereien hereinzufallen, da dies zu unnötigen Komplikationen mit dem Sicherheitspersonal oder der Polizei führen kann.

Unser Guide hatte die Karten online über das Ticketportal des Zentralen Kulturfonds gebucht, um sich nicht am Morgen anstellen zu müssen, sich dann aber unterwegs für uns einen Papier-Ausdruck des Tickets mit Stempel und aktuellem Datum besorgt.

Der Eintritt in das Archäologische Museum von Anuradhapura sowie in die Museen von Jetavanaramaya und Abhayagiri ist nicht im Kulturerbe-Ticket enthalten. Für jedes dieser Museen ist eine separate Eintrittskarte erforderlich, die direkt am jeweiligen Eingang erworben werden kann.

Ausreichend Trinkwasser mitnehmen und zwischendurch mal eine Kokosnuss schlürfen und einer ausgiebigen Besichtigung steht nichts mehr im Weg.








Etikette

Da Anuradhapura ein aktives religiöses Heiligtum ist, gelten strenge Regeln, deren Einhaltung als Zeichen des Respekts erwartet wird, das gibt für alle Tempel der gesamten Insel.

Es fängt bei der Kleidung an, denn Schultern und Knie müssen bedeckt sein. Weiße Kleidung wird von den Einheimischen sehr geschätzt und passt zur Atmosphäre. Die Farbe symbolisiert im Buddhismus Sri Lankas Reinheit und Demut. Es ist für Besucher ein Zeichen großen Respekts, wenn sie selbst ebenfalls helle oder weiße Kleidung tragen.

Vor dem Betreten der gepflasterten Plateaus rund um die Stupas müssen Schuhe und Hüte ausgezogen werden. Da der Boden durch die Sonne extrem heiß werden kann, sind Socken oft erlaubt und schützen vor Verbrennungen. Viele Reisende unterschätzen, dass der Granit in der Mittagssonne über 50°C heiß werden kann. An vielen Stellen liegen auch lange Kokosmatten aus, über die man gehen kann, leider oft mit Lücken.

Beim Fotografieren muss man auch einige Regeln beachten. Es ist streng untersagt, sich mit dem Rücken zu einer Buddha-Statue für ein Foto aufzustellen, Selfies mit Buddha sind somit absolut tabu. Zudem sollte man beim Fotografieren von Betenden diskret im Hintergund bleiben.

Ein Regenschirm ist in Anuradhapura oft der beste Sonnenschutz, da er Schatten spendet, ohne dass man einen Hut tragen muss, den man ständig absetzen müsste, wenn man einen Tempel betritt. Nur zum Fotografieren etwas doof, weil man dazu zwei Hände braucht.







Google Map zum Thema

| Weltreisen | Sri Lanka | Anuradhapura | HOME |

| Datenschutz | Impressum |