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VESSAGIRIYA CAVE COMPLEX

Vessagiriya liegt an der alten Straße zwischen Anuradhapura und Kurunegala. Eingebettet in die malerische Landschaft nahe dem Tissa-Wewa-See erstreckt sich dieses Kloster über drei imposante Felsformationen und bietet einen faszinierenden Anblick sowie einige schöne Ausblicke von oben. Der Komplex, der im 3. Jahrhundert vor Christus unter König Devanampiya Tissa als Wohnstätte für buddhistische Mönche gegründet wurde, besteht aus einer Gruppe massiver Felsformationen, in die 23 Höhlen integriert sind. Auf einem dieser Felsen befinden sich zudem die Überreste einer Dagaba. An diesem Ort lebten einst 500 Priester, die von dem großen Thero Mahinda, dem Begründer des Buddhismus in Thailand (250 v. Chr.), die Weihe empfingen.

Es war sehr heiß an diesem Tag, und wir kamen zur Mittagszeit hier an. Unser Fahrer und Guide parkte nahe der Felsen, und wir begannen mit der Erkundung. Hier wuchs viel Grün, und überall flatterten Schmetterlinge umher.

Eine hier entdeckte Inschrift, die König Mahinda IV. zugeschrieben wird, identifizierte das Kloster als das Große Königliche Kloster namens Bo-Upulvan Kasubgiri. König Kassapa I. (477–495 n. Chr.) bestieg den Thron durch die brutale Ermordung seines Vaters, König Dhatusena (459–477 n. Chr.). Laut der Chulawamsa, der "Kleineren Chronik" von Sri Lanka, ließ er nach seiner Machtergreifung das bereits vorhandene Kloster namens Isurumuniya renovieren sowie erweitern und gab ihm einen neuen Namen nach seinen beiden Töchtern Bodhi und Uppalavanna.

Als später die Inschriften entdeckt wurden, die den ursprünglichen Namen Isurumuniya belegten, hatten Historiker das antike Meghagiri Vihara bereits Isurumuniya genannt. Da der Name zu diesem Zeitpunkt bereits vergeben und weithin etabliert war, erhielt dieser Ort stattdessen den Namen Vessagiriya.

König Devanampiya Tissa pflanzte einen der ersten acht Setzlinge, die aus dem Sri Maha Bodhi wuchsen, hier im Kloster. Daher ist das heutige Vessagiriya einer der Orte, an denen ein Ashtapala Bodhi gepflanzt wurde.

Wir hatten genug Trinkwasser mitgenommen und auch unsere Regenschirme, die uns hier gute Dienste leisteten. Die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel, während wir zwischen den Felsen umhergingen. Das regnerische Wetter der letzten Tage hatte sich zwar verzogen, dafür war es nun unglaublich schwül.

Während die großen Stupas der Stadt Anuradhapura durch ihre monumentale Pracht dominieren, besticht Vessagiriya durch seine schlichte Erhabenheit.

Die architektonische Besonderheit von Vessagiriya liegt in der geschickten Nutzung der natürlichen Gegebenheiten. An den Felsvorsprüngen sind bis heute deutlich die Tropfkanten zu erkennen, die von den antiken Steinmetzen mühsam in den Stein geschlagen wurden, um das Regenwasser abzuleiten und die darunter liegenden Wohnbereiche der Mönche trocken zu halten. Unterhalb dieser Kanten finden sich oft Inschriften in der frühen Brahmi-Schrift, die Aufschluss über die Namen der Spender geben, welche die Höhlen einst der Gemeinschaft der Mönche widmeten.









Fledermäuse und Felsen

Das Gelände lädt zu einer ruhigen Erkundung ein, da es abseits der meistbesuchten Pfade liegt. Hier waren nur wenige andere Besucher unterwegs. Man kann über in den Fels gehauene Stufen auf die Gipfel der Formationen steigen, von wo aus sich ein herrlicher Blick über die Reisfelder bis hin zur Ruwanweli Seya am Horizont bietet.

In einigen der Höhlen sind zudem noch fragmentarische Reste von antiken Wandmalereien erhalten geblieben, die jedoch leider nur sehr schwer zu erkennen sind.

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Von einer der Höhlen des Vessagiriya-Komplexes waren wir ganz begeistert, denn hier konnten wir eine große Kolonie von Fledermäusen beobachten, die dort tagsüber in den dunklen Nischen der Felsüberhänge schlafen. Da es in Sri Lanka etwa 30 verschiedene Fledermausarten gibt, ist die genaue Bestimmung ohne Fachwissen oft schwierig. Da man nicht blitzen darf und es dort sehr dunkel war, konnten wir mit etwas Geschick dennoch ein paar Fotos machen. Man sollte unbedingt darauf achten, die Tiere nicht anzuleuchten oder unnötigen Lärm zu verursachen, da dies die Kolonien stresst.

Ich vermute, dass es sich hierbei um die Indische Grabfledermaus (Taphozous melanopogon) handelt. Diese Fledermäuse bevorzugen häufig die eher offenen Höhleneingänge und Felsspalten, wie man sie hier in Vessagiriya oft findet. Sie hängen meist nicht völlig im Dunkeln, sondern sind bereits bei leichtem Lichteinfall zu sehen.

Oft bemerkt man die Anwesenheit der Tiere zuerst am intensiven Geruch des Fledermauskots am Boden der Höhlen. Neben Fledermäusen gibt es in den Felsnischen von Vessagiriya zudem oft große Nester von wilden Wespen, weshalb besonders bei den höheren Felsvorsprüngen Vorsicht geboten ist.

Inmitten der Pilgerströme und Touristen von Anuradhapura bleiben diese Höhlen ein Ort des Rückzugs, der dazu einlädt, die Hektik der Moderne zu vergessen und sich auf die Ursprünge der spirituellen Geschichte Sri Lankas zu besinnen. Ein Besuch hier vervollständigt das Bild der alten Hauptstadt, indem er den Kontrast zwischen dem königlichen Glanz der großen Monumente und der bescheidenen, naturverbundenen Lebensweise der frühen Mönchsgemeinschaft aufzeigt.













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