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Sri Lanka zeichnet sich trotz seiner überschaubaren Größe durch eine erstaunliche Vielfalt an Vegetationszonen aus, die eng an die klimatischen Bedingungen und die Topografie der Insel geknüpft sind. Diese Vielfalt wird maßgeblich durch die wechselnden Monsunwinde und das zentrale Gebirgsmassiv bestimmt, das die Insel in eine trockene und eine feuchte Zone teilt. Mehr dazu auf der Seite Klima und Wetter.
Von den dichten Regenwäldern des Südwestens bis hin zu den dornigen Buschlandschaften des Nordens beherbergt die Insel Ökosysteme, die jeweils eine spezialisierte Flora und Fauna hervorgebracht haben. Die feuchte Zone im Südwesten und im zentralen Hochland ist die Heimat des tropischen Regenwaldes. Hier herrschen das ganze Jahr über eine hohe Luftfeuchtigkeit und reichlich Niederschlag, was Riesenbäumen mit Brettwurzeln, zahlreichen Epiphyten und seltenen Orchideen ideale Bedingungen bietet. Ein herausragendes Beispiel hierfür ist der Sinharaja-Wald, der als UNESCO-Weltnaturerbe geschützt ist, aufgrund der Artenvielfalt hat es uns hier besonders gut gefallen.
Mit zunehmender Höhe im zentralen Bergland wandelt sich dieser Regenwald in den Nebelwald. In Regionen wie den Horton Plains sind die Bäume kleiner, knorriger und oft von dicken Moosschichten sowie Flechten überzogen. Diese Bergwälder fungieren wie riesige Schwämme, die Feuchtigkeit aus den Wolken filtern und so die wichtigsten Flüsse der Insel speisen. Leider bedeutet das auch oft Regen und Nebel, und das kann einem bei der Planung der Ausflüge schon mal einen Strich durch die Rechnung machen.
Im starken Kontrast dazu steht die trockene Zone, die den größten Teil des Nordens und Ostens einnimmt. Hier dominieren trockene, immergrüne Mischwälder, in denen wertvolle Hölzer wie Ebenholz und Satinholz gedeihen. Diese Vegetation ist an die langen Trockenperioden angepasst. Viele Pflanzen besitzen hier ledrige Blätter oder dornige Strukturen, um die Verdunstung zu minimieren. In den extremsten Trockengebieten im Nordwesten und Südosten geht diese Landschaft in eine dornige Buschsteppe über, in der Sukkulenten und widerstandsfähige Akazien das Bild prägen. Diese Gebiete sind besonders bekannt für ihre weiten Savannen, die großen Elefantenherden als Lebensraum dienen.
Entlang der Küstenlinien findet man eine weitere spezialisierte Vegetationszone: die Mangrovenwälder. In den Brackwassergebieten der Lagunen und Flussmündungen bilden die Mangroven mit ihren komplexen Stelzwurzelsystemen ein unverzichtbares Ökosystem. Sie dienen nicht nur als Kinderstube für zahlreiche Fisch- und Krustentierarten, sondern schützen die Küste auch vor Erosion und den Auswirkungen von Sturmfluten. Zusammen mit den Kokospalmenhainen vervollständigen sie das Bild dieser Insel.
Der ökologische Reichtum liegt hier auf Sri Lanka in der engen Verzahnung unterschiedlichster Lebensräume.














Die Kokospalmen, die fast die gesamte Küstenlinie säumen, sind für viele Besucher das typische Merkmal eines Traumstrandes. In der Kultur und dem täglichen Überleben der Menschen nehmen sie eine so essenzielle Rolle ein, dass man die Kokospalme oft als "Baum des Lebens" bezeichnet. Keine andere Pflanze ist so tief in der Identität der Insel verwurzelt, da sie nahezu jedes Grundbedürfnis, von der Ernährung über das Bauwesen bis hin zur Medizin, abdeckt. Während die King Coconut primär als Trinkquelle dient, ist die gewöhnliche grüne Kokosnuss das Rückgrat der srilankischen Küche und Industrie.
Der kulinarische Nutzen beginnt beim Fruchtfleisch, das die Basis für die allgegenwärtige Kokosmilch bildet. In fast jedem Haushalt wird das Fleisch täglich frisch geraspelt und ausgepresst, um die cremige Flüssigkeit zu gewinnen, die den berühmten Currys ihre milde Konsistenz verleiht. Der verbleibende Trester wird oft mit Chilis, Zwiebeln und Limettensaft zum Pol Sambal verarbeitet, einer scharfen Beilage, die bei kaum einer Mahlzeit fehlt.
Auch der Blütenstand der Palme wird genutzt: Aus dem austretenden Saft wird der traditionelle Palmwein, der Toddy, gewonnen, der wiederum die Basis für den starken Kokosschnaps Arrack oder den dunklen Palmzucker namens Jaggery bildet.
Aus den faserigen äußeren Hüllen der Nuss werden in aufwendiger Handarbeit oder industriell Seile, Matten und Besen aus Sisal gefertigt, die ein wichtiges Exportgut darstellen. Die harten Schalen dienen als nachhaltiger Brennstoff oder werden zu kunstvollem Schmuck und Küchenutensilien verarbeitet. Sogar die getrockneten Palmwedel finden Verwendung, indem sie geschickt zu wasserdichten Dacheindeckungen für ländliche Wohnhäuser geflochten werden.
Hier wird nicht nur für den Eigenbedarf produziert, sondern auch hochwertiges Kokosöl und getrocknete Kokosraspeln für den Weltmarkt gewonnen.
Die Ernte der Kokosnüsse und die Gewinnung des Palmnektars gehören zu den handwerklich anspruchsvollsten und oft riskantesten Tätigkeiten in der srilankischen Landwirtschaft. Während die Ernte der reifen Nüsse meist vom Boden oder durch kurzes Aufsteigen erfolgt, spielt sich die Arbeit der "Toddy Tapper" in schwindelerregender Höhe ab. Leider konnten wir das zwar beobachten, aber nicht fotografieren.
Um die Früchte zu ernten, setzen professionelle Pflücker oft lange Bambusstangen ein, an deren Spitze eine sichelförmige Klinge befestigt ist. Mit großer Präzision werden die reifen Nüsse aus den hohen Kronen geschnitten, wobei darauf geachtet werden muss, dass die schweren Früchte niemanden am Boden gefährden. In Gebieten, in denen die Palmen besonders hoch gewachsen sind, klettern die Pflücker direkt am Stamm empor. Dabei nutzen sie oft nur eine einfache Fußschlinge aus Pflanzenfasern, um den nötigen Halt am glatten Stamm zu finden.
Eine spektakuläre Form der Ernte ist das sogenannte "Toddy Tapping". Hierbei geht es nicht um die Nuss, sondern um den zuckersüßen Saft der ungeöffneten Blütenstände. Die Tapper balancieren in den Kronen der Palmen, die in Plantagen zur Vereinfachung der Arbeit durch ein komplexes System aus gespannten Seilen miteinander verbunden sind. So muss man nicht für jede Palme einzeln absteigen, sondern bewegt sich auf diesen Seilen in zehn bis zwanzig Metern Höhe von Baum zu Baum. Um den Saft zu gewinnen, wird der Blütenstand mit einem Holzhammer massiert und anschließend angeschnitten. In untergebundenen Tonkrügen wird das "weiße Gold" über Nacht aufgefangen. Danach erfolgt die Weiterverarbeitung des aufgefangenen Saftes zu Arrack oder dem süßen Jaggery-Zucker.
Der beliebte Kithul-Sirup und der dazugehörige Jaggery-Zucker werden aus der Fischschwanzpalme (Caryota urens) gewonnen. Im Gegensatz zur Kokospalme, die man fast überall an den Küsten sieht, ist die Kithul-Palme vor allem im feuchten Landesinneren und in den Bergregionen Sri Lankas zu Hause. Ihren Namen verdankt sie der markanten Form ihrer Blätter, die an die Flossen von Fischen erinnern.
Die Gewinnung des Kithul-Saftes ist eine Kunst für sich und gilt als noch aufwendiger als die Arbeit der Kokos-Tapper. Der Prozess beginnt, wenn die Palme ihren ersten riesigen Blütenstand bildet. Die Tapper müssen in die hohen Kronen steigen und den Blütenansatz mit einer speziellen Mischung aus traditionellen Kräutern und Gewürzen behandeln, um den Saftfluss zu stimulieren. Erst nach dieser Vorbehandlung kann der süße, klare Saft tropfenweise in Tontöpfen aufgefangen werden.
Da die Kithul-Palme nur begrenzt kultiviert werden kann und oft wild im Dschungel wächst, gilt der echte, ungestreckte Sirup oder der Kithul-Jaggery als wertvolle Delikatesse. Wir haben uns beides als Souvenir mitgenommen.












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