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DAMBULLA HÖHLENTEMPEL

Die Höhlentempel von Dambulla befinden sich etwa 150 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Colombo. Diese beeindruckende Anlage thront auf einem gewaltigen Granitfelsen, der sich circa 160 Meter über die umliegende Ebene erhebt, und bietet einen weiten Blick über die dichte Vegetation der Region. Wir haben sie mit Fahrer von unserer Unterkunft Hidden Lake Cottages aus besucht.

Die Entstehungsgeschichte von Dambulla ist eng mit der turbulenten politischen Lage Sri Lankas im ersten Jahrhundert vor Christus verknüpft. Als indische Invasoren die damalige Hauptstadt Anuradhapura einnahmen, war König Valagamba gezwungen, in den Dschungel zu fliehen. Er fand über 14 Jahre lang Unterschlupf in den massiven Höhlen von Dambulla, wo er von buddhistischen Mönchen unterstützt und verborgen wurde. Nach der erfolgreichen Rückeroberung seines Throns ließ er die Höhlen zu Tempeln ausbauen, um seine Dankbarkeit auszudrücken, womit er den Grundstein für das spirituelle Zentrum legte.

In den darauffolgenden Jahrhunderten blieb die Stätte ein Symbol für die königliche Patronage und den Erhalt des Buddhismus. Im 12. Jahrhundert ließ König Nissanka Malla die Höhlen aufwendig renovieren und viele der Statuen vergolden, was dem Komplex zeitweise den Namen "Goldener Felsen" einbrachte. Die kunstvollen Wand- und Deckenmalereien, die man heute bewundern kann, stammen jedoch größtenteils aus der Zeit des Königreichs Kandy im 18. Jahrhundert. Zu dieser Zeit wurden ältere Malereien überarbeitet oder durch neue Motive im typischen Kandy-Stil ersetzt, der sich durch eine klare Linienführung und lebendige Farben auszeichnet.

Für den Besuch der Tempelanlage ist eine Eintrittsgebühr zu entrichten, die für ausländische Touristen derzeit bei etwa 2.000 Sri-Lanka-Rupien liegt, was umgerechnet ungefähr 7 Euro entspricht. Dieses Ticket muss man unten am Haupteingang an der Pirivena Road erwerben, oben auf dem Berg wird nur kontrolliert. Wer da ohne Ticket ankommt muss erstmal wieder ganz nach unten.

Da es sich um eine aktive religiöse Stätte handelt, ist beim Besuch auf angemessene Kleidung zu achten, was bedeutet, dass Schultern und Knie bedeckt sein müssen. Selfies mit dem Rücken zu Statuen sind verboten.Zudem müssen oben auf dem Berg die Schuhe vor dem Betreten der heiligen Hallen ausgezogen werden. Bei Sonne ist es ratsam, Socken mitzuführen, da sich der Felsboden stark aufheizen kann.

Nachdem man unten an der Kasse den Eintritt bezahlt hat, erfolgt der Aufstieg über zahlreiche Stufen. Es empfiehlt sich, den Besuch in die kühleren Morgenstunden oder auf den späten Nachmittag zu legen und ausreichend Wasser mitzunehmen. Voll ist es hier immer, die Höhlen sind ein Höhepunkt jeder Sri Lanka Reise und man sollte sie sich auf jeden Fall ansehen. Im Gegensatz zum Löwenfelsen, der bei Regen eher weniger attraktiv ist, hat man hier bei schlechterem Wetter eine gute Alternative.

Neben der religiösen Bedeutung dienten die Höhlen in Krisenzeiten immer wieder als strategischer Rückzugsort, da die erhöhte Lage auf dem Felsrücken einen idealen Überblick über das flache Umland bot. Diese Kontinuität in der Nutzung über mehr als zwei Jahrtausende hinweg macht Dambulla zu einem einzigartigen Archiv der srilankischen Geschichte, in dem sich die Entwicklung von Kunst, Architektur und politischer Macht über Epochen hinweg ablesen lässt. Jede der fünf Haupthöhlen dokumentiert dabei einen anderen Zeitabschnitt, von den schlichten Anfängen bis hin zur barocken Opulenz der späteren Jahrhunderte.









Höhlenbesuch

Die Anlage umfasst insgesamt fünf separate Höhlen, die eine enorme Sammlung religiöser Kunst beherbergen, darunter über 150 Buddha-Statuen in verschiedenen Größen und Posen sowie detaillierte Wandmalereien, die wichtige Szenen aus dem Leben Buddhas und der Geschichte der Insel darstellen. Besonders bemerkenswert ist die zweite Höhle, die als die größte und prächtigste gilt und in der sich sogar eine natürliche Wasserquelle befindet, deren Tropfen von der Decke fallen und rituell genutzt werden. Seit 1991 gehört dieser gesamte Komplex zum UNESCO-Weltkulturerbe, da er eines der besterhaltenen Beispiele für antike Höhlentempel in Südasien darstellt.

Bei unserem Besuch hat es leider immer wieder geregnet und die Sonne kam nur für eine kurze Zeit raus, als wir am Ende der Tour unten am Goldenen Tempel ankamen. Der Rundgang durch die fünf Höhlen von Dambulla war bei diesem Wetter ein besonders intensives Erlebnis. Sobald man die schweren Holztore zu den Innenräumen durchschreitet, schlägt einem eine Atmosphäre entgegen, die aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit und der stehenden Hitze an den Aufenthalt in einer Sauna erinnert.

In diesen engen Räumen drängen sich oft große Gruppen von Reisenden, deren Reiseleiter die geschichtlichen Hintergründe direkt im Inneren der Höhlen erläutern. Da die Erklärungen oft langwierig sind, kommt es an den schmalen Durchgängen und vor den zentralen Statuen regelmäßig zu Engpässen, was den Verkehrsfluss für Individualbesucher erschwert. Obwohl es für das Raumklima und die Konzentration der Gäste angenehmer wäre, die ausführlichen Vorträge im Freien bei frischerer Luft abzuhalten, verweilen viele Gruppen lange in der feuchten Wärme der Felskammern und blockieren die kleineren Kammern. Irgendwann wollten wir nur noch raus, weg von der drückenden Luft und den Menschenmassen.

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In der ersten Höhle, dem Tempel des göttlichen Königs, dominiert eine fast 14 Meter lange, aus dem Fels geschlagene Statue des sterbenden Buddhas den Raum. Die darauffolgende zweite Höhle ist die imposanteste, da hier unzählige Skulpturen und eine von der Decke tropfende, heilige Quelle eine mystische Aura erzeugen, die jedoch durch die hohe Personendichte oft unruhig wirkt. Die dritte Höhle, der Große Neue Tempel, besticht durch ihre leuchtenden Farben aus der Kandy-Periode, während die vierte und fünfte Höhle deutlich kleiner sind und trotz ihrer spirituellen Bedeutung oft als weniger prunkvoll wahrgenommen werden. Nach der Besichtigung dieser beeindruckenden Innenräume führt der Weg schließlich wieder hinaus in die Luft des Felsplateaus. Als es anfing zu regnen, kuschelte sich eine Gruppe Hutaffen auf einem Dach zusammen, sie wurden natürlich sofort als Fotoobjekt entdeckt.

Der anschließende Abstieg führt auf der Rückseite des Schuhstandes über einen anderen Weg als der Aufstieg, hinunter zum Fuße des Berges, wo der moderne Goldene Tempel den Abschluss der Besichtigung bildet. Das markanteste Merkmal dieses Bereichs ist der Goldene Buddha, eine monumentale, etwa 30 Meter hohe Statue, die in der Meditationsgeste über dem Eingang thront. Dieser vergoldete Koloss, der erst um das Jahr 2000 fertiggestellt wurde, bildet einen starken visuellen Kontrast zu den antiken, schlichten Felsstrukturen auf dem Gipfel. Im Sockel dieses Bauwerks befindet sich zudem ein Museum für buddhistische Kunst und die wahrscheinlich teurste Toilettenanlage in Sri Lanks.

Die gesamte Anlage dient heute als weithin sichtbares Wahrzeichen, das den Übergang von der historischen Tradition zur zeitgenössischen Verehrung markiert.














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