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DAMBULLA GROßMARKT

Es gibt in Dambulla, nicht weit entfernt von den berühmten Höhlen und vom Goldenen Buddha, einen Großmarkt für die Bauern der weiteren Umgebung. Ein Besuch im Dambulla Dedicated Economic Center führt mitten in das logistische Herz der srilankischen Landwirtschaft und steht eher nicht auf dem Programm von Touristen.

Dieses spezielle Wirtschaftszentrum mit 144 Verkaufsständen in drei großen Hallen wurde am 1. April 1999 zum Nutzen von Gemüsegroßhändlern und Gemüseerzeugern eröffnet.

Während die meisten Reisenden Dambulla lediglich wegen des berühmten Höhlentempels besuchen, offenbart sich hier am Rande der Stadt ein weitläufiger Marktplatz, der als der wichtigster Knotenpunkt für den Handel mit Obst und Gemüse auf der gesamten Insel gilt.

Wir haben mit unserem Fahrer direkt gegenüber geparkt und dann in seiner Begleitung die drei Markthallen erkundet. Dabei haben wir nur zwei andere Touristen gesehen.

Schon bei der Annäherung an das Areal wird deutlich, dass hier ein völlig anderer Rhythmus herrscht als im Rest der Stadt. Das Economic Center ist ein Ort der Extreme und der unermüdlichen Betriebsamkeit. Alles in allem verknüpft dieser Markt über 20.000 Arbeitsplätze in Produktion, Handel und Verarbeitung.

Über 2.000 unterschiedliche Fahrzeuge, von schwer beladenen Lastwagen bis hin zu den unvermeidlichen Tuk-Tuks, drängen sich hier täglich vor und hinter den Verkaufshallen, in jeder Halle drängen sie sich in drei oder vier Spuren nebeneinander. 10.000 Farmer und Händer kommen jeden Tag unter dieses Dach, dabei wechseln mehr als 2.500 Tonnen Lebensmittel den Besitzer. Das sind 60%-70% Martanteil vom kommerziellen Gemüsemarkt der gesamten Insel.

Es ist ein faszinierendes Chaos, das jedoch einer strengen Logik folgt: Hier kommen die Ernten der Bauern aus dem gesamten Umland zusammen, um innerhalb kürzester Zeit an Großhändler und Einzelhändler aus allen Teilen Sri Lankas weiterverkauft zu werden.

Hauptziele sind bessere Preise für die Landwirte, die Förderung des gemeinschaftlichen Wachstums der landwirtschaftlichen Produktion und die Bereitstellung hochwertiger Produkte.

Die Preisbildung ausschließlich nach Angebot und Nachfrage würde dazu führen, dass Landwirte ihre Produktionskosten nicht decken können oder saisonale Knappheit überschießende Preisen erzeugt. Daher werden verschiedene Maßnahmen zur Stabilisierung der Gemüsepreise ergriffen, die als Tagespreis vom Marktleiter festgelegt an diesem Tag überall im gesamten Bereich gleich sind. Diese Preise werden auch überall veröffentlicht.

Gleichzeitig werden kleinere Industriebetriebe in der Umgebung gefördert, um zu verhindern, dass Überproduktion auf den Markt gelangt und um sicherzustellen, dass die Produkte lokal verarbeitet werden und der Markt im Gleichgewicht bleibt. Insgesamt wird für alle Teilnehmer eine langfristige Planungssicherheit angestrebt, faire Preise, die sich nicht sehr stark ändern.

Landwirte und Händler sind direkt in die Marktabläufe eingebunden, die Standbesitzer fungieren als Vermittler und erleichtern die Transaktionen zwischen beiden Parteien. Für diese Dienstleistung erheben die Standbesitzer eine Provision, die zu den niedrigsten in Sri Lanka zählt. Dies ist einer der Hauptgründe für die Beliebtheit dieses Systems.









Rundgang

Betritt man die riesigen, offenen Hallen, wird man von einer überwältigenden Fülle an Farben und Gerüchen empfangen. In der Mitte stauen sich in mehreren Spuren die Lieferfahrzeuge, rechts und links türmen sich vor den Shops Berge aus frischem Gemüse und tropischen Früchten. Von riesigen Stapeln grüner und gelber Bananen über leuchtend orangefarbene Papayas bis hin zu Bergen von Ananas reicht das Angebot. Wir entdeckten auch einige Früchte und Gemüse, die wir nicht kannten. Selbst unser Fahrer mussste die Namen im Smartphone suchen.

Neben heimischen Klassikern wie Auberginen, verschiedenen Sorten von Kürbissen und Okra findet man hier auch Erzeugnisse aus dem kühleren Hochland, wie Karotten und Lauch, die hier in rauen Mengen umgeschlagen werden. Da wir fotografiert haben, stellten sich einige Händler in Pose und lachten, als wir erstaunt die riesigen Möhren betrachteten die hier angeboten werden.

Sri Lanka Logo

Überall sieht man drahtige Männer, die schwere Säcke auf ihren Rücken tragen oder geschickt Kisten auf Karren balancieren. Man muss sehr aufpassen, damit man ihnen nicht im Weg ist, wir haben immer schnell Platz gemacht. Schließlich waren wir hier die Störenfriede.

Das Begutachten der Waren, das Abschätzen des Bedarfs, Auftragsvergabe und Abholung zwischen Anbietern, Vermittlern und Händlern ist omnipräsent. Manche beladen große LKW, andere kaufen Gemüse für einen kleinen Shop mit einem Düngemittelsack ein, ständig fahren neue hoch beladene Fahrzeuge in die engen Lücken. An einigen Stellen kommt man nicht mal zu Fuß durch und muss einen Umweg laufen.

Das Economic Center ist eine logistische Meisterleistung. Die Infrastruktur ist darauf ausgelegt, tausende Tonnen von verderblicher Ware innerhalb eines Tages zu bewegen. Für Besucher bietet sich hier ein authentischer Einblick in das wirtschaftliche Rückgrat des Landes. Es gibt keine touristische Inszenierung, alles ist funktional, bunt, laut, freundlich und effizient. Die Luft ist erfüllt vom Rufen der Händler, dem Brummen der Dieselmotoren und dem würzigen Duft von frischem Ingwer und Chili.

Es ist ein Erlebnis für alle Sinne und bietet einen starken Kontrast zur spirituellen Ruhe der Tempelanlagen.

Das Wirtschaftszentrum Dambulla fungiert als Tag- und Nachtmarkt, weshalb Dambulla im Volksmund als „Stadt, die niemals schläft“ bekannt ist. Derzeit finden die Marktaktivitäten von 5:00 Uhr morgens bis 24:00 Uhr statt.












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