| Weltreisen | Sri Lanka | Wilpattu NP | Site-Map | HOME |
| Begegnungen |

Das Abenteuer der beiden Safaris, die wir im Voraus reserviert hatten, nahm am Hotel Wildhideaway seinen Anfang. Wir waren dort in der Suite untergebracht und beanspruchten den hoteleigenen Jeep samt Fahrer für zwei ausgiebige Ganztagestouren, wobei wir zur Erholung einen Pausentag dazwischen einlegten.
Die Fahrt zum Haupteingang des Nationalparks begann bereits in der Morgendämmerung, als es noch kühl und recht neblig war. Die Landwirte der Region nutzten die wenig befahrenen Wege bereits, um ihre Reisernte zum Trocknen auszubreiten, was die Fahrbahn auf eine Spur verengte. Da zu dieser frühen Stunde jedoch kaum Verkehr herrschte, erreichten wir das Tor zügig.
Nach der Ankunft kümmerte sich unser Fahrer wie üblich um die Formalitäten an der Kasse, während wir die letzte Gelegenheit für die nächsten Stunden nutzten, uns die Beine zu vertreten und den Wagen kurz zu verlassen. Direkt am Gate startete daraufhin die morgendliche Erkundung des Wilpattu-Nationalparks, der für seine prachtvolle Landschaft und seine historische Tragweite berühmt ist.
Der Park ist über zwei Hauptzugänge erreichbar. Das Hunuwilagama-Tor im Osten ist der am stärksten frequentierte Eingang, da es ideal von Anuradhapura aus zu erreichen ist. Dort sind zudem die Parkverwaltung und ein Informationszentrum untergebracht.
Wir wählten stattdessen den deutlich ruhigeren Eluwankulama-Eingang im Westen. Dieser bietet sich besonders an, wenn man von Küstenorten wie Kalpitiya, Puttalam oder Negombo anreist. Im Vergleich zu den oft überfüllten Parks wie Yala oder Udawalawe bleibt Wilpattu mit geschätzten 60.000 bis 100.000 Besuchern jährlich ein eher exklusives Naturerlebnis.
Dieses Areal gehört zu den geschichtsträchtigsten Schutzgebieten Sri Lankas. Es wurde bereits 1905 unter Schutz gestellt und erhielt 1938 den offiziellen Status eines Nationalparks. Über die Flora und Fauna hinaus besitzt die Region eine kulturelle Bedeutung, da Legenden die Landung des Prinzen Vijaya im 5. Jahrhundert v. Chr. hier verorten, was als Ursprung der singhalesischen Zivilisation gilt. Antike Ruinen innerhalb des Parkgeländes erinnern noch heute an diese frühe Besiedlung.
Prägend für den Wilpattu-Nationalpark ist seine besondere Topografie, von der sich auch sein Name ableitet. Die sogenannten Willus sind natürliche Becken und Seen, die das Gebiet durchziehen. Diese flachen Vertiefungen sammeln in der Regenzeit das Wasser und bilden während der Trockenperioden essenzielle Wasserstellen für die Tiere.
Das Gelände umfasst eine Vielfalt an Vegetationszonen, wobei der Park im Westen direkt an den Indischen Ozean stößt, was die dortige Pflanzenwelt durch salzhaltige Böden beeinflusst. Aufgrund der großen Entfernung haben wir diese Küstenbereiche an unseren beiden Safaritagen jedoch nicht erreicht.
Weite Teile des Parks sind von dichtem Trockenwald geprägt, der Leoparden ideale Rückzugsorte bietet. Obwohl sie die Hauptattraktion darstellen, hatten wir wenig Glück und sahen lediglich ruhende Tiere im Geäst, deren Fleckenmuster im dichten Laub kaum auszumachen war.
In den offenen Ebenen rund um die Wasserstellen lassen sich dagegen regelmäßig Elefanten, Wasserbüffel und verschiedene Hirscharten in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten.












Der Tag begann vielversprechend mit ersten Beobachtungen von Schlangenadlern, Störchen und einem in der Ferne ausgemachten Muntjak, welches auch als Barking Deer bekannt ist.
Ein besonderes Highlight war die Begegnung mit einem Fischuhu, einer imposanten Eule, die eine beachtliche Größe von bis zu 58 cm erreicht und durch ihre stechend gelben Augen besticht. Markant sind seine ausgeprägten Federohren, die ihm ein charakteristisches Aussehen verleihen, jedoch primär der optischen Kommunikation und Tarnung dienen. Sein Federkleid zeigt auf der Oberseite eine rotbraune Färbung mit dunklen Streifen, während die hellere Unterseite eine feine Wellenzeichnung aufweist, was ihm den Beinamen Wellenbrust-Fischuhu einbrachte. Ein weißer Kehlfleck wird besonders in der Bewegung oder beim Rufen deutlich. Meist ruht er gut verborgen auf schattigen Ästen in Wassernähe, wo er sich uns als geduldiges Fotomotiv präsentierte.
Im Wilpattu-Nationalpark stießen wir zudem immer wieder auf Mungos. Diese flinken, am Tage aktiven Raubtiere lassen sich häufig am Rand der Fahrwege blicken, wenn sie durch das schützende Unterholz flitzen. Besonders verbreitet ist die Indische Rotmanguste, die man leicht an ihrem charakteristischen, rostbraun leuchtenden Fell identifizieren kann.
Am Vormittag hatten wir zudem das große Glück, zwei Goldschakale zu sichten. Diese eng mit dem Wolf verwandten Tiere sind normalerweise eher während der Dämmerung aktiv. Mit ihren langen Beinen und dem schlanken Körperbau wirken sie deutlich hochbeiniger als ein Fuchs. Das Fell variiert zwischen rötlichen und grauen Brauntönen. Als äußerst anpassungsfähige Allesfresser erbeuten sie kleine Wirbeltiere, verschmähen aber auch Aas oder pflanzliche Kost nicht. Häufig sind sie im Paarverbund oder in kleinen Familien unterwegs, wobei ihr charakteristisches Geheul oft die Abendstunden einleitet.
Weitere Details zu unseren Beobachtungen am Nachmittag finden Sie auf der folgenden Seite.













Eigenes Video zum Thema
Google Map zum Thema
| Weltreisen | Sri Lanka | Wilpattu NP | HOME |
| Datenschutz | Impressum |