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ZWEITE SAFARI NACHMITTAG

Da wir uns am Rastplatz inmitten der vielen Affen nicht recht wohlfühlten, setzten wir unsere Fahrt bis zu einem See fort. Dort parkte unser Fahrer im Schatten, sodass wir unser Mittagessen in Ruhe genießen konnten – es war ein schmackhafts Rice & Curry mit Huhn und eine deutliche Steigerung zum Frühstück.

Während unser Guide ein kurzes Mittagsschläfchen hielt, bot sich uns eine faszinierende Kulisse: Ein besonderes Spektakel in Wilpattu sind die Elefanten, die bis zum Bauch im Wasser stehen, um zu fressen.

In den Villus gedeihen proteinreiche und weiche Wasserpflanzen, die für die Dickhäuter eine begehrte Nahrungsquelle darstellen. Die Elefanten nutzen ihren Rüssel dabei wie eine Sense, um die Gewächse unter der Wasseroberfläche zu lösen. Oft klopfen sie das Gras gegen ihre Vorderbeine oder schwenken es im Wasser hin und her, um Schlamm und Sand von den Wurzeln zu spülen, bevor sie es verzehren.

Während die Bullen häufig als Einzelgänger im tieferen Wasser grasen, halten sich Herden mit Jungtieren meist in den flacheren Randbereichen auf. Das kühle Nass bietet ihnen dabei nicht nur Nahrung, sondern auch eine willkommene Erfrischung vor der intensiven Mittagssonne.

Auf den Zweigen direkt vor unserem Jeep ließen sich Kastanienkopfbienenfresser (Merops leschenaulti) nieder. Im Vergleich zum eher zierlichen Smaragdspint ist der Kastanienkopfbienenfresser kräftiger gebaut und besticht durch ein extrem kontrastreiches Gefieder. Er thront oft in den Baumkronen nahe der Wasserlöcher und zeigt eine leuchtend kastanienbraune Färbung, die vom Scheitel über den Nacken bis zum oberen Rücken reicht. Im Sonnenlicht werden zudem der hellblaue Bürzel und die gelbe Kehle sichtbar, die durch ein schmales, schwarzes Band markant abgegrenzt ist. Am Nachmittag findet man diese Vögel oft auf dem Boden beim Sandbaden.

Anders als verwandte Arten, die oft im offenen Gelände jagen, bevorzugt dieser Bienenfresser Waldränder und Lichtungen – ein Habitat, das in Wilpattu reichlich vorhanden ist. Die Vögel nutzen geschickt die von den Elefanten aufgescheuchten Insekten aus: Wenn die schweren Tiere durch das Schilf am Ufer waten, fliegen Libellen und andere Insekten auf, was den Bienenfressern eine leichte Beute ermöglicht. Ein klares Unterscheidungsmerkmal zu anderen Arten in Sri Lanka ist der Schwanz, der quadratisch abschließt und keine verlängerten mittleren Federn, die sogenannten Spieße, besitzt.

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Ein weiterer Bewohner der wasserreichen Zonen ist der asiatische Wollhalsstorch (Ciconia episcopus). Aufgrund seines markanten Aussehens ist er unverwechselbar; seinen Namen verdankt er dem flauschigen, weißen Gefieder am Hals, das an einen dicken Wollschal erinnert. Im Kontrast dazu stehen die schwarze Kopfkappe und das dunkle Körpergefieder, das bei direktem Lichteinfall oft metallisch grünlich oder violett schimmert.

Wollhalsstörche leben meist als Einzelgänger oder in Paaren und halten sich bevorzugt an den Villus oder auf feuchten Grasflächen auf. Im Gegensatz zu vielen anderen Storchenarten, die in Kolonien brüten, ziehen sie sich zur Fortpflanzung in die hohen Baumkronen des dichten Waldes zurück.

Besonders beeindruckt hat uns das Riesenhörnchen (Ratufa macroura), auch als Grizzled Giant Squirrel bekannt, das als Nationaltier Sri Lankas gilt. Es gehört zu den größten Eichhörnchen weltweit und erreicht inklusive seines extrem langen, buschigen Schwanzes eine Gesamtlänge von bis zu 80 cm. Der Schwanz nimmt dabei oft die doppelte Länge des eigentlichen Körpers ein.

Die Bezeichnung "Grizzled" leitet sich von den graumelierten Haarspitzen auf dem dunklen Rücken ab. Auffällig sind zudem das helle Gesicht mit der leicht rosa schimmernden Nase sowie die hellen Unterseiten der Pfoten.

Es ist charakteristisch für diese Tiere, kopfüber am Stamm zu hängen, wie es auch auf dem Foto zu sehen ist. Dabei nutzen sie ihre kräftigen Hinterbeine und scharfen Krallen zur Verankerung, während sie mit den Vorderpfoten Nahrung wie Früchte, Nüsse oder Baumrinde zum Maul führen. Im Gegensatz zu den kleineren europäischen Eichhörnchen leben diese Riesen eher solitär in den oberen Baumschichten und können bei ihren Sprüngen Distanzen von bis zu sechs Metern überbrücken.









Wasserfahrten

Eine ganztägige Safari im Wilpattu-Nationalpark stellt weit mehr als eine reine Beobachtungstour dar; sie ist, insbesondere in den niederschlagsreicheren Monaten, ein echtes Offroad-Abenteuer. Die durch zahlreiche natürliche Seen geprägte Topografie bestimmt maßgeblich den Streckenverlauf, wobei die Wege aus roten Sand- und Erdpisten bestehen, die sich nach Regenfällen in eine Herausforderung für Mensch und Maschine verwandeln. Eine Fahrt durch Wilpattu ist daher stets auch eine Begegnung mit den Elementen.

Ein wesentlicher Teil dieses Erlebnisses ist die Dynamik zwischen dem Gelände und dem Guide. Es gibt Momente, in denen der Fahrer den Allradantrieb seines Jeeps nicht nur als technisches Werkzeug, sondern als Quelle reinen Vergnügens betrachtet. Wenn die Piste in einer Kette tiefer, schlammiger Senken verschwindet, weicht die Konzentration auf die Tierwelt oft einer spürbaren Vorfreude auf das bevorstehende Manöver. Anstatt die Hindernisse vorsichtig zu umfahren, steuert der Fahrer den Jeep mit geübter Hand direkt durch das Zentrum der Schlammlöcher.

Die Fahrt wird dann zu einem sportlichen Erlebnis: Der Motor heult auf, braunes Wasser spritzt meterhoch an den Seiten empor, und das Fahrzeug bahnt sich seinen Weg durch den tiefen Untergrund. Sicherheitshalber agierten die Guides dabei stets im Verbund, sodass man im Falle eines Steckenbleibens immer auf das zweite Fahrzeug zählen konnte.

Für uns auf der Rückbank bedeutete dies oft einen Wechsel der Gefühle, bei dem kurzes Atemstocken in ein befreiendes Lachen überging, sobald der Jeep sicher das andere Ufer erreicht hatte. Es war offensichtlich, dass viele Fahrer diese Passagen als willkommene Abwechslung zum langsamen Pirschtempo nutzten und den Offroad-Charakter sichtlich genossen.

Diese Abschnitte erfordern fahrerisches Können, da der Untergrund unberechenbar bleibt. Doch gerade diese Kombination aus rauer Fortbewegung und der fragilen Schönheit der Villus-Landschaft macht den einzigartigen Reiz einer Wilpattu-Safari aus. Der Enthusiasmus des Fahrers überträgt sich dabei oft auf die Gäste und wird zu einem Teil des Naturerlebnisses.

Ähnlich ist es, wenn ein besonderes Tier in einer sehr abgelegenen Ecke gesichtet wird. Dorthin führen dann nur sehr schmale Pisten, winden sich durch dichten Baumbestand, durch Sand- und Wasserlöcher mit aufgewühlter Oberfläche. Die Kolonne prescht dicht an dicht mit Tempo 40 durch den kurvigen Baumtunnel, rechts und links passen kaum die Aussenspiegel an den Bäumen vorbei. Hier sieht man das Können der Fahrer, und die Aufforderung zum Festhalten ist ernst gemeint.

Wenn sich der Tag dem Ende neigt, taucht die tiefstehende Sonne die gesamte Szenerie in ein warmes, goldenes Licht. Die Rückfahrt vom Gate zum Hotel führt uns schließlich aus der unberührten Wildnis zurück in das ländliche Herz der Region.

Entlang der Straßenränder lässt sich zu dieser Stunde ein besonderes Schauspiel beobachten. Den gesamten Tag über haben die Bauern ihre Reisernte auf großen Planen oder direkt auf dem Asphalt der schmalen Straßen ausgebreitet, damit die Sonne die Körner trocknen kann. Mit der heraufziehenden Abendkühle beginnt nun die gemeinschaftliche Arbeit des Zusammenfegens, um das kostbare Gut in Säcke zu füllen und vor der nächtlichen Feuchtigkeit zu schützen.











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