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Nach einem entspannten Tag, den wir mit Lesen und Ausruhen verbracht hatten, bestiegen wir am Morgen erneut unseren Jeep und machten uns auf den Weg zum Nationalpark-Tor, um einen zweiten Tag in der Wildnis von Wilpattu zu erleben. Details zu unseren Erlebnissen des ersten Tages findet Ihr auf den Berichten Erste Safari Vormittag und Erste Safari Nachmittag.
Die Landschaft in Wilpattu ist geprägt von leuchtend roter Erde und hellem Sand, was im Zusammenspiel mit dem satten Grün der Wälder und dem tiefen Blau der Seen eine malerische Kulisse für Tierbeobachtungen bildet. Diese topografische Abwechslung schafft die Grundlage für eine außergewöhnliche Artenvielfalt und macht den Park zu einem der bedeutendsten Ökosysteme der gesamten Region.
Der zweite Vormittag verlief zunächst ruhig und ohne größere Höhepunkte. Abgesehen von einigen Hirschen und Vögeln gab es wenig Bewegung im Busch. Obwohl wir aufgrund mehrerer Alarmrufe der Beutetiere auf das Erscheinen eines Leoparden hofften und geduldig warteten, blieb uns dieses Glück verwehrt. Zudem war es bereits in den frühen Morgenstunden spürbar wärmer als am Vortag.
Das Frühstückspaket unserer Lodge konnte leider nicht mit dem hohen Standard des Essens im The Den at Yala mithalten. Anstelle von frischem Obst und heißem Kaffee fanden wir lediglich abgepackte Süßwaren und ein kleines Saftgetränk vor, was eher an eine Mahlzeit für Kinder erinnerte. Auch unserem Fahrer sagte diese Verpflegung nicht zu, weshalb wir das Thema später in der Unterkunft ansprachen. Dennoch siegte der Hunger, da uns bis zur Mittagspause noch einige Stunden Fahrt bevorstanden, in denen wir auf den unebenen Pisten ordentlich durchgeschüttelt wurden.
Da wir das Fahrzeug für uns allein hatten, genossen wir den Luxus, während der Fahrt oder in den Pausen auch mal die Beine ausstrecken zu können. In einem voll besetzten Jeep mit sechs Personen wäre dies unmöglich gewesen, was auf Dauer anstrengender ist als ein Langstreckenflug, zumal wir insgesamt zwölf Stunden im Park verbrachten und die Fahrt nur ein einziges Mal für einen kurzen Stopp an einem Rastplatz unterbrachen.
Ein besonderes Erlebnis war die Begegnung mit der Indischen Klappschildkröte (Lissemys punctata), auch bekannt als Sri Lanka Flapshell Turtle, die in den Binnengewässern des Parks heimisch ist. Obwohl sie dort weit verbreitet ist, bekamen wir sie nur ein einziges Mal zu Gesicht.
Ihren Namen verdankt sie flexiblen Hautlappen am Bauchpanzer, die sie schützend über ihre Beine, Kopf und Schwanz klappen kann, um sich vor Angreifern zu verbergen. Dieses Verhalten konnten wir mehrfach aus nächster Nähe beobachten und in Ruhe fotografieren, während andere Besucher im Vorbeifahren keine Notiz von dem Tier nahmen. Wirklich verblüffend, wie sich eine Schildkröte nach dem Einziehen von Kopf und Beinen flach zusammenklappen kann wie eine Muschel.
Häufig halten sich diese Weichschildkröten an den flachen Ufern der Villus auf, um Sonne zu tanken oder lediglich die Nasenspitze zur Atmung aus dem Wasser zu strecken. Da sie keinen knöchernen, sondern einen lederartigen Panzer besitzen, sind sie im Wasser äußerst agil und beweglich.












Die Mittagspause während unserer Safari in Wilpattu verbrachten wir an einem der offiziellen Rastplätze, die direkt an den malerischen Villus gelegen sind. Diese Orte bieten eine willkommene Abwechslung, da man hier endlich die Gelegenheit hat, den Jeep zu verlassen, sich die Beine zu vertreten und die sanitären Anlagen aufzusuchen. Am Seeufer befindet sich zudem eine Aussichtsplattform, auch wenn der Blick von dort zum Zeitpunkt unseres Besuchs wenig preisgab.
Für die Verpflegung steht ein geschützter Innenraum zur Verfügung, der dabei hilft, die nötige Distanz zur Tierwelt zu wahren. Dies ist besonders für Gruppen ratsam, da die ansässigen Hutaffen den Rastplatz als strategische Futterquelle für sich entdeckt haben. Sie beobachten die ankommenden Fahrzeuge sehr genau und nutzen jede Sekunde der Unachtsamkeit, um in die Jeeps zu springen. Ihre Geschicklichkeit beim Öffnen von Taschen ist bemerkenswert und unterstreicht, warum man sein Gepäck niemals unbeaufsichtigt lassen sollte.
Durch das ständige Kommen und Gehen der Safarifahrzeuge herrscht eine recht lebhafte Atmosphäre. Es gilt die strikte Anweisung, keinerlei Abfälle zu hinterlassen und die Tiere keinesfalls aktiv zu füttern, da die Affen bereits stark auf menschliche Nahrung konditioniert sind, was zu aggressivem Verhalten führen kann. Wer achtsam mit seinem Proviant umgeht, kann die Pause am Wasser jedoch entspannt genießen. Besonders die Jungtiere der Affen lassen sich hier aus nächster Nähe beobachten und hervorragend fotografieren.
Ein weiterer regelmäßiger Gast am Rastplatz ist das Ceylon-Lafahuhn, der Nationalvogel Sri Lankas. Mit seinem prachtvollen, farbenfrohen Gefieder wirkt es beinahe zu majestätisch für einen Picknickplatz, doch auch diese Vögel haben ihre natürliche Scheu weitgehend abgelegt. Sie suchen am Boden nach Essbarem und bieten ein exzellentes Fotomotiv, da sie hier eine deutlich geringere Fluchtdistanz zeigen als im dichten Dschungel.
Unser eigenes Mittagessen nahmen wir später direkt auf dem Fahrzeug ein, mehr dazu findet Ihr auf der nächsten Seite.
















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