| Weltreisen | Australien | Fauna | Site-Map | HOME |

| Besonderheiten | Fortpflanzung |

Schnabeltier

Ein "lebendes Fossil" ist das Schnabeltier Ornithorhynchus. Es gibt für diese Bezeichnung keineswegs eine allgemein anerkannte oder wissenschaftlich begründete Definition, das war schon zu Darwin's Zeiten so als dieser den Begriff prägte.

Das Schnabeltier, oder der Platypus, gehört zusammen mit dem Schnabeligel zu der kleinen, ganz ursprünglichen Gruppe der eierlegenden Säugetiere (Monotremata). Sie kommen heute nur noch in sehr kleinen Populationen endemisch in Australien vor und sind leider stark vom Aussterben bedroht. Deshalb ist es fast unmöglich oder mit einer großen Portion Glück und Geduld verbunden, Schnabeltiere in freier Wildbahn zu beobachten. Allerdings hat man ein Abbild täglich in der Hand, sie sind auf der australischen 20 Cent Münze abgebildet.

Die Bilder auf dieser Seite entstanden im Aquarium in Sydney und sind Snapshots vom Video. Hier, im Aquarium, kann man die flinken Schwimmer sehr schön beobachten. Das Schnabeltier bewegt sich meist hektisch durch das Becken, während es mit dem Schnabel den Grund aufwühlt auf der Suche nach Nahrung. Auch im Zoo von Melbourne gibt es in einer Höhle ein Bach-Aquarium für die putzigen Tiere.

Besonderheiten

Ein Schnabeltier weist zahlreiche Merkmale auf (Eiablage, Schultergürtel, fehlende Zitzen, Form der Geschlechtsorgane) die es von der Masse der höher entwickelten Säugetiere deutlich unterschiedet. Die Fossilgeschichte der Monotremata ist fast völlig unbekannt. Und dennoch kann man sie wie Darwin durchaus als "lebende Fossilien" bezeichnen, denn sie zeigen Merkmale, die ein ursprüngliches Entwicklungsniveau repräsentieren, das die Säugetiere in der Zeit des Mesozoikums einmal durchlaufen haben müssen. Das heute lebende Platypus kann trotz aller Spezialanpassungen als Modell eines ehemaligen Evolutionsstadiums der Säugetiere betrachtet werden.

Schnabeltiere leben amphibisch, sind nachtaktiv und ernähren sich von Würmern, Insektenlarven und Süßwasserkrabben. Sie erreichen Größen zwischen 40 und 60 cm bei einem Körpergewicht von 1-2 Kg. Wie die Otter haben sei ein warmes, dichtes Fell, das sie beim Tauchen in den kalten Gebirgsbächen Ostaustraliens warm hält. Dieser Pelz soll besser isolieren als das dichte Fell des Eisbären. Am Ende dient der dicke Schwanz nicht nur zum Schwimmen, sondern auch als Fettspeicher.

Besonders auffällig und namensgebend ist der Schnabel, der im Laufe der Evolution eine ähnliche Form wie bei den Enten angenommen hat. Er erfüllt ja auch den gleichen Zweck, nämlich Gründeln im Schlamm und Kies der Bäche. Er ist aber nicht so hart wie ein Entenschnabel, sondern fühlt sich eher wie Hartgummi an. Ausserdem ist er mit Rezepzoren für elektrische Reize ausgestattet. Das hilft dem Platypus beim Aufspüren der Beute, da damit die elektrischen Felder jeglicher Muskelaktivität wahrgenommen werden können.

Viele der äußeren Merkmale des Schnabeltiers sind tatsächlich Anpassungen an sein Leben als Süßwasserraubtier. Die Pfoten an den kurzen, aber kräftigen Beinen sind mit Schwimmhäuten versehen. Augen, Ohren und Nasenlöcher werden unter Wasser geschlossen. An Land werden die Schwimmhäute der Vorderfüße zurückgezogen, dann kommen die großen Krallen an den Zehen zum Einsatz, die beim Graben der Höhlen gebraucht werden.

Fortpflanzung

Das männliche Schnabeltier hat an seinen Hinterbeinen je einen Stachel. Sie dienen den seltsamen Tieren zur Verteidigung ihres Brut-Territoriums. In den Stacheln sind mindestens vier verschiedene Giftstoffe enthalten. Menschen, die vom Platypus gestochen werden, verspüren starke Schmerzen, die manchmal wochenlang andauern. Offensichtlich dient das Gift als Abschreckungswaffe - die Angst vor den Schmerzen soll Eindringlinge für immer fernhalten.

Zur Paarungszeit baut das Weibchen ein Nest aus trockenem Gras oder Blättern. Beim Nestbau wird der breite Schwanz wie ein Greifschwanz benutzt. Er ist beweglich genug, um sich um eine Handvoll Laub, Moos oder Zweige zusammenrollen zu können, die so in die Höhlen im steilen Ufer transportiert werden. Die Nesthöhle liegt am Ende eines Ganges, der 12 m oder länger sein kann. Hier werden im australischen Frühling zwei oder drei Eier abgelegt. Die gummiartigen Eier werden aneinandergeklebt, und der Eingang der Höhle wird während der 7 - 14-tägigen Brutperiode immer mit feuchten Pflanzen verschlossen, damit die Eier nicht austrocknen. Nach dem Schlüpfen sind die Jungen nur 1,25 cm lang und völlig hilflos. Bis zum Alter von ca. 5 Monaten leben sie von Muttermilch. Diese wird ihnen aber nicht wie bei anderen Säugetieren mit Zitzen angeboten, sondern sie fließt aus Spalten in der Milchleiste der Mutter.

Video zum Thema

Evolution and the Platypus

| Weltreisen | Australien | Fauna | HOME |

Social Bookmarks
wong twitter_de facebook Google