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GOSSE BLUFF

Highlight einer Fahrt auf der Mereenie Loop Road ist der riesige Meteoritenkrater namens Gosse Bluff, der vor ca. 142,5 Millionen Jahren durch den Einschlag einer 15.000 Megatonnen schweren Masse mit einem Durchmesser von 600 Metern entstand. Durch diese gewaltige Kraft aus dem All, eine Million mal größer als die der Hiroshima-Bombe, entstand ein Krater von ca. 20 Kilometern und Gestein aus 6 km Tiefe wurde an die Oberfläche befördert.

Heute ist nur noch das Zentrum des Kraters sichtbar. Immerhin hat der Ring aus Sandsteinhügeln noch einem Durchmesser von 5 km. Schon von weitem sieht man ihn, imposant aus der sonst flachen Landschaft ragend. Der Rest, auch die Kraterwand, wurde im Laufe der Zeit Opfer der Erosion.

Der Krater Gosse's Range wurde vom Entdecker Ernest Giles im Jahr 1872 nach Harry Gosse benannt, einem Kollegen aus der Royal Society. Dieser war der Bruder von Entdecker William Gosse, der Central Australia erkundete und im Jahr 1872/73 Ayers Rock seinen Namen gab.

Gosse Bluff ist der wissenschaftlich meist studierte Krater in Australien, wenn auch nicht der bekannteste. Diese Ehre gebührt dem Wolf Creek Crater in Western Australia. Dann gibt es noch den Boxhole Krater im Nordosten und die Henbury Craters, ebenfalls im Zentrum. Über ein Areal von knapp 20 ha verstreut befinden sich dort 12 Krater, die ein Meteoritenregen vor 4700 Jahren geschaffen hat.

Einen Abstecher zum Gosse Bluff sollte man unbedingt machen, die Einfahrt durch die kargen, roten Berge alleine ist die Anreise wert. Im Krater selbst kann man nur begrenzt wandern, da viele Stellen gesperrt sind. Schließlich befindet man sich hier auf dem Land der Aborigines, die den Krater Tnorala (Große Täuschung) nennen.

Es gab noch keine Menschen in Australien, als der Gosse Bluff entstand. Doch die Western Arrernte Aboriginal People kennen die Entstehung: Als eine Gruppe Frauen auf der Milchstraße tanzte, legte eine der Mütter ihr Baby in eine Turna. Das ist eine Schale aus Holz, welche die Ureinwohner auch zum Sammeln benutzen. Aus Versehen wurde das Kind dann von der Ecke der Tanzfläche heruntergeschubst und krachte mit der Holzschale auf die Erde. So bildete sich der Krater.



Tnorala Conservation Reserve

Die Natur im Inneren des Kraters ist durch das Tnorala (Gosse Bluff) Conservation Reserve geschützt. 1988 vermutete man hier Öl- und Gasvorkommen im Gebiet und die Probebohrungen haben Narben im Krater hinterlasssen. Die Funde stellten sich aber als unbedeutend heraus, zum Glück für die Landschaft. Das Gebiet befindet sich 175 Kilometer westlich von Alice Springs, 70 km nordwestlich von Hermannsburg und ist nur über die kostenpflichtige Mereenie Loop Road zu erreichen, die durch Aboriginal Land führt. Die Daten sind 23°49 S 132°19 E – für die Suche in Google Earth, sieh unten bei Google Maps.

Für die letzten 10 km benötigt man auf jeden Fall ein Allradfahrzeug. Tiere haben wir bei unserem Besuch in der Mittagszeit, außer ein paar Vögeln, nicht gesehen. Es gibt jedoch rund um den Krater mindestens 5 sehr seltene Pflanzenarten, wie den Western Desert Grass Tree (Xanthorrhoea thorntonii).

Die angenehmste Reisezeit sind die kühleren Monate April bis Oktober. Im Inneren des Kraters befindet sich ein Parkplatz mit Informationstafeln, Toiletten und Picknicktischen. Feuermachen ist allerdings nicht erlaubt im Reserve, auch Campen ist hier streng verboten. Der Grund hierfür wird auf den Tafeln am Parkplatz im Zentrum des Kraters erklärt. Dort steht die Geschichte des Massakers von Tnorala:

Ein Mann des Stammes, welcher damals noch in Tnorala lebte, ging eines Tages auf die Kängurujagd. Als er zum Dorf zurückkam, waren alle Männer, Frauen und Kinder seines Stammes tot. Er wurde wütend, aber er wußte, daß es nur der Kadaitcha (gespochen: _ka_-die-cha) Mann gewesen sein konnte. Er ging nun zu seinen Verwansten, die in den Bergen der Umgebung von Tnorala lebten und erzählte, was passiert war. Mit deren Hilfe gelang es dem Mann, den Kadaitcha Mann zu verfolgen, zu fangen und zu töten.

Seit dieser Zeit wurde der Ort ein so genannter "sorry place". Es gibt keine Siedlung mehr innerhalb des Kraters und es besteht ein Verbot, in Tnorala zu übernachten, sonst wird der Geist von Kadaitscha Mann neu zum Leben erweckt.

Es gibt einen Wanderweg auf einer Seite des Kraters, der Rest ist gesperrt. Am Kraterrand entlanglaufen ist verboten oder nur mit Permit und in Begleitung der traditionellen Besitzer erlaubt. Viel gelaufen sind wir dort nicht, haben nur ein paar Bilder von einem Aussichtspunkt aus gemacht und sind dann weiter der Mereenie Loop Road in Richtung Kings Canyon / Watarrka National Park gefolgt.


Google Map zum Thema

Der Krater


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