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OWEN SPRINGS RESERVE

Kaum jemand besucht das Owen Springs Reserve, die meisten fahren hier zwar durch, registrieren aber nicht das riesige, 1.780 m² große Schutzgebiet. Das Northern Territory Government kaufte die ehemalige Owen Springs Cattle Station im Jahr 2000 und öffnete sie als Reserve im Jahr 2003 für die Öffentlichkeit. Es gibt verschiedene Abschnitte, den südlichen Teil zwischen dem Stuart Highway und dem Namatjira Drive haben wir nicht erkundet. Hier folgt die Straße John McDouall Stuart's Route durch die MacDonnell Ranges, auf der er in den Jahren 1860 und 1862 die Region für die weißen Siedler erschloss. Noch im Jahr 1862 baute William Gilbert in Owen Springs das erste Station Homestead im Northern Territory.

Um im Park vorwärts zu kommen ist ein Allradfahrzeug mit hohem Radstand Voraussetzung. Im südlichen Teil kann man die Ruinen des alten Owen Springs Homestead besichtigen und es gibt zwei Bushcampingplätze: Lawrence Gorge und am Redbank Waterhole.

Die Abzweigung am Namatjira Drive in den nördlichen Teil ist leicht zu übersehen, nur ein schmaler Sandweg führt schräg in den Busch. Die Informationstafel zum Reserve steht ein paar Meter weiter und wurde von uns nur durch Zufall von der Straße aus entdeckt, obwohl wir auf Grund der Straßenkarte nach der Abzweigung suchten. Unter dem kleinen Holzdach befinden sich auf einigen Tafeln Hinweise zu Flora, Fauna, Campgrounds und ein Gästebuch. Dort steht allerdings wenig drin und einige Idioten haben eine Menge Unsinn hereingekritzelt. Das macht wohl die Nähe zur Großstadt Alice Springs.



Bushcamping

Die Besonderheit hier ist die die Möglichkeit, über etliche Kilometer hinweg überall entlang des trockenen Hugh River zu campen. Wildes Campen ist hier offiziell erlaubt und jeder findet sein stilles und einsames Plätzchen am Flussufer. Zahlen muss man dafür nichts, hat aber auch keinerlei Einrichtungen zu erwarten.

Eine zweite Besonderheit ist die Nutzung des Reserves durch die universität von Alice Springs. Den ganz im Norden liegenden Teil mit den Wasserlöchern wird nicht nur von einer Sektion des Larapinta Trail durchquert, sondern hier legen auch die Teilnehmer von Überlebenskursen ihre einwöchign Gruppen- und Einzelprüfungen ab. Allerdings sind die Studenten angewiesen, sich von eventuell anwesenden Touristen fern zu halten. Wir haben auch keine Überlebensspezialisten gesehen, obwohl wir im passenden Zeitraum hier waren.

Man kann einige Kilometer weit über eine teilweise recht schlechte Piste mit zahlreichen Flussbettdurchquerungen mit Geröll und weichem Sand bis zum Reedy Waterhole oder zum Birthday Gap Waterhole fahren. Da es dunkel wurde, suchten wir uns schon etwas früher einen netten Platz einige Dutzend Meter abseits einspurigen Piste und fanden dort schon einen Ring aus Steinen für das Lagerfeuer am Abend vor. Feuerholz zu finden ist hier gar kein Problem - im Flußbett liegen reichlich angeschwemmte Bäume - und so sammelten wir einen Vorrat kleineres Bruchholz für den Abend. Dabei haben wir natürlich nur einzeln herumliegende Holzstücke genommen, denn die angeschwemmten Haufen dienen als Zuflucht für etliche kleine Tiere und Insekten, die man nicht stören sollte.

Am Ufer des Hugh River finden sich Sandbänke mit mächtigen River Red Gums (Eucalyptus camaldulensis). Allerdings sollte man nicht darunter parken, da diese Bäume bekannt dafür sind, dass sie gerne überraschend ihre dicken Äste abwerfen. Es macht Spaß die bunte Rinde zu betrachten und Muster, Ameisen, Spinnen und Käfer darauf zu suchen. Im Gegensatz zu anderen Orten gab es hier auffallend viele freche Fliegen und Michael ging gleich mal mit der Klatsche auf Mördertour.

Wir haben uns dennoch an diesem Platz zum Übernachten sehr wohl gefühlt und am Abend kam in der Dunkelheit nur noch ein weiteres Auto vorbeigefahren. Sonst waren wir mit den Ameisen, Fliegen, Käfern, Vögeln wie Honeyeaters, Raben und einer kleinen Gruppe von laut kreischenden schwarzen Kakadus auf Kurzbesuch ganz alleine. Nach dem Essen und einem wunderbaren, farbenprächtigen Sonnenuntergang wurde es frisch und wir sassen noch eine ganze Weile mit einem Glas Wein am Lagerfeuer und lauschten dem Knacken der brennenden Zweige. Am frühen Morgen erstrahlten die Bäume und die trockene Flusslandschaft in einem ganz anderen Licht und wir machten uns auf den Weg, die anderen Schluchten der MacDonnell Ranges zu erkunden. Das nächste Ziel nach der Abzweigung zum Owen Springs Reserve, wieder mit Asphalt unter den Reifen, ist das Ellery Creek Big Hole.


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Hier ist unser Übernachtungsplatz


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