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ON THE ROAD

Das erste Stück Strecke auf dem Great Northern Highway von Derby in Richtung Fitzroy Crossing führt durch das küstennahe Schwemmland des Fitzroy River, der zur Regenzeit alles großflächig überflutet. Entsprechend langweilig ist die Landschaft: Geröll, Sand, und dichtes Gestrüpp. Das sind echt monotone 256 km. Diese Etappe kann man getrost ohne einen Stopp zurücklegen, einzige Sehenswürdigkeit ist der "Prison Tree", ein früher entsprechend dem Namen verwendeter uralter, hohler Baobab-Tree kurz außerhalb von Derby.

Diese nächste interessante Abbzweigung liegt 42 km vor Fitzroy Crossing und ist eine lanschaftlich sehr reizvolle Verbindung zur Gibb River Road. Die ungeteerte Strecke nach links führt vorbei an den Nationalparks Tunnel Creek und Windjana Gorge, denen ich eingene Seiten gewidmet habe, die unter der Auswahlseite Gibb River Road zu finden sind.

Ca. 93 km hinter Fitzroy Crossing ragen dann plötzlich recht bizarre Berge aus der Monotonie der Landschaft: die Ngumban Cliffs. Direkt am Highway gibt es einige der grasbewachsenen Hügel zu bestaunen, ein schönes Fotomotiv, wie man auf den ersten beiden Bildern dieser Seite sehen kann.

Erst nordöstlich der Kleinstadt Halls Creek wird die Landschaft dann wieder interessanter, man fährt durch die etwas abwechslungsreichere Hügellandschaft am Rand des Kimberley. Der Highway No.1 verläuft hier nördlich der McClintock Range und der St.George Range.

Die Passage durch den kleinen Ort Turkey Creek, 163 km nordöstlich von Halls Creek, würde man abgesehen vom Roadhouse kaum bemerken, wäre es nicht so nahe zu dem Naturwunder Purnunulu National Park(Bungle Bungle). Ein Helikopterflug, ein Erlebnis der Superlative, ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Nähe dieser einzigartigen Felsformationen hautnah aus der Luft zu erleben, und direkt am Highway parken neben der Tankstelle mehrere große und kleine Hubschrauber. Direkt am Roadhouse angeschlossen ist das Buchungsbüro für die Flüge, aber uns hat der Service hier nicht überzeugt. Mehr dazu auf der gerade erwähnten Seite.

Pisten

In Halls Creek beginnt eine der schwierigsten und legendärsten Allradstrecken von Australien: die Canning Stock Route. Die Strecke ist etwa 1.900 km lang und verbindet Wiluna(WA) mit Halls Creek(WA), große Teile verlaufen durch die Sandy und die Gibson Desert - nicht gerade heimelige Landschaften - und ist eine alte ehemalige Viehtreiberroute, benannt nach dem Vermesser Alfred Canning.

Zwischen 1900 und 1910 wurde der Track angelegt, um die Rinderherden der Kimberley Region zur lukrativen Kundschaft auf den Goldfeldern von Kalgoorlie zu treiben. Insgesamt bohrte man damals 51 Brunnen bzw. erweiterte natürliche Wasserstellen um die Tiere zu versorgen. Einige Brunnen sind auch heute noch benutzbar. An Brunnen 33 gibt es eine "Tankstelle", Benzin muss vorher geordert werden und wird in Fässern mit dem Flugzeug dort abgeladen. Die finanzielle Aufwand, die Anstrengungen und der Pioniergeist, der nötig war zum Anlegen dieser Piste, zahlte sich nie aus. Die ersten Viehtriebe scheiterten durch Angriffe feindlich gesonnener Ureinwohner, außerdem war der Weg viel zu strapaziös für Mensch und Tier.

1958 wurde schließlich die letzte Herde durch die Wüste getrieben. Die Canning Stock Route geriet allmählich in Vergessenheit, die Brunnen versandeten und verfielen. Erst in jüngster Zeit wurden sie durch interessierte 4WD-Pioniere wieder in Erinnerung gerufen und teilweise instandgesetzt. Manchmal organisieren 4WD-Vereine regelrechte Happenings zur Reparatur oder Wartung vorher festgelegter Brunnen, wo man das Nützliche mit dem Angenehmen verbindet: Erst die Arbeit, dann Barbie und Bier.

Sicherlich gehörtist die Canning Stock Route die zu den schwierigsten Pisten in Australien, wenn es nicht sogar die schwierigste ist. Viele tiefsandige Dünen sind zu überqueren, Waschbrettstrecekn, Trockenheit, Hitze etc. tun ein übriges. Selbst sehr gut ausgerüstete Offroad-Teams sind and diesen Verhältnissen schon gescheitert. In den Wintermonaten herrscht hier mäßiger Verkehr, im Sommer Null! Für Bushcamper ist die Strecke wegen der zu geringen Ladekapazität für Wasser und Treibstoff gar nicht geeignet. GPS zur Navigation und ein Funkgerät für Notfälle ist hier notwendig, am besten fährt man mit mehreren Fahrzeugen.

Ebenfalls bei Halls Creek endet die unbefestigte Tanami Road, die 1.040 km nach Südosten bis nach Alice Springs führt. Das erste Stück ist auch der Weg zum berühmten Wolf Creek Meteorite Crater. Aber zweimal 130 km waren doch ein bisschen zu weit für einen Abstecher, also haben wir uns aus Zeitmangel dagegen entschieden.

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