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JAHAZ MAHAL

Unsere zweite Station war die Königliche Enklave, in dem sich einige bedeutende Paläste befinden, umgeben von Seen und Wasserspeichern. Nur wenige Kilometer außerhalb des Dorfes stehen die Ruinen des ehemaligen Palast- und Repräsentationsviertels, sie sind ein echter Höhepunkt in Mandu. Das Hathi Pol (Elefantentor) steht am Haupteingang und besteht aus zwei halb enthaupteten Elefanten, die die Wächter des Königs darstellen sollten. Es ist aber geschlossen. Nachdem man hier am Kassenhäuschen am Parkplatz seinen Eintritt bezahlt hat, öffnet sich dahinter der Eingang zu einer anderen Welt.

Obwohl sich Mandu auf einer Hochebene befindet, wurde unsere Hoffnung leider enttäuscht, dass es hier ein bisschen kühler sein könnte. Beim weiteren Rundgang durch das Gelände herrschte die gleiche Gluthitze wie auch sonst in der Ebene, kaum ein Lufthauch sorgte für Abkühlung. Da wir am späten Vormittag hier ankamen, hatten wir den Hauptpalast Jahaz Mahal, der direkt hinter dem Eingang liegt, noch in einem schönen Licht. Nach Mittag wandert die Sonne herum und von den Wegen aus sieht das dann schattige Gebäude weniger beeindruckend aus.

Die Paläste und Reservoirs und die Umgebung rund um den Palast Hindola Mahal habe ich auf eigenen Seiten beschrieben. Es sind einfach zu viele Bilder um die volle Schönheit der kompletten Enklave auf einer Seite zu zeigen.

So machten wir uns nach Eintritt zuerst an die Besichtigung der Hauptattraktion: den langgezogenen, aber sehr schmalen Jahaz Mahal oder "Schiffspalast". Er gilt als das Wahrzeichen von Mandu.

Der Weg führt vorbei am rechts liegenden Taveli Mahal. Der Name Taveli ist eine andere Form von Tavela, was so viel wie "Stall" bedeutet. Während der Moghul-Herrschaft gab es hier Ställe und Wohnungen in den oberen Geschosse für die Unterbringung der Wachen. Von der Terrasse des Taveli Mahal Prescripts hat man einen schönen Blick auf die umliegende Landschaft und den Ruinen, heute gibt es hier ein Museum der Archeological Survey of India und einen Kiosk.

Der elegante, zweistöckige, 120 Meter lange und nur 15 Meter breite Schiffspalast ist das schönste Gebäude in Mandu und steht zwischen den zwei künstlichen Seen, die Munja Talao und Kapur Talao heißen. Zwischen dem Palast und dem See im Osten liegt aber noch ein Streifen mit gepflegten Grünanlagen und dem Hauptweg, am Ufer befinden sich Aussichtsplattformen. Gärtner waren gerade mit dem Rasenmäher unterwegs, hier wirkt alles sehr gepflegt.






Schöne Aussicht

Zur oberen Etage im Palast führen steile, schmale Stufen. Wegen seiner schmalen Proportionen kommt man sich oben auf dem Dach wirklich ein bisschen wie am Deck eines Schiffes vor, zumal sich direkt an den Mauern der Westseite des Palastes ein großer See anschließt. Am Südende des Daches wirkt ein quergestellter Dachpavillon wie die Brücke, un dam Nordende liegen auf zwei Etagen gegeneinader verschoben in die Flachdächer eingelassene Pools und Zisternen wie bei einem Kreuzfahrtschiff. Um die poetische Phantasie hinter dem Namen komplett zu verstehen, muss man wohl auf der obersten Terrasse des Taveli Mahal stehen, mitten in der Regenzeit, wenn die Stauteiche völlig gefüllt sind und rundum alles sehr grün ist. Bei unserem Besuch in der Trockenszeit war der Schiff-Effekt nicht ganz so präsent.

Auf dem Wasser unten waren einige Kinder mit einem Tretboot in Form eines Plastikschwans unterwegs und am Ufer badeten Bauern ihre Wasserbüffel. Die massigen Tiere schwammen dann auch mal quer durch den flachen Teich um am anderen Ufer das grünere Gras zu suchen.

Der Palast wurde unter Ghiyas-ud-Din, dem Sohn von Mahmud Shah, erbaut. Ghiyas war der kriegerischen Ambitionen seines Vaters überdrüssig und widmete sich lieber den angenehmeren Dingen des Lebens: Weib und Gesang. Das Jahaz Mahal ist sein prachtvoller Haremsbau. Am Nordende des Palastes befindet sich ein wunderschönes Bad mit Fliesen, wo für Besucher auch heute noch veranschaulicht wird, wie sich früher die Haremsdamen wohlig im Wasser tummelten. Verschlungene schmale Kanäle in Schneckenform, die Wasser führten, füllten Badebecken mit Sitzbänken und Stufen. Es gibt zahlreiche Brunnen und Kaskaden im Jahaz Mahal, die diesen Palast noch schöner machten. Es ist wirklich schade, dass diese Bewässerung heute nicht mehr funktioniert. Es muss damals ein wunderbarer, kühler Ort in der Sommerhitze gewesen sein.

Mit seinen Pavillons, Balkonen über dem Wasser und der offenen Terrasse ist Jahaz Mahal eine sehr ausgefallene und extravagante Imitation eines königlichen Vergnügungsschiffs aus Stein.

Der Ausblick von der Dachterrasse auf die umliegenden Gebäude ist wunderschön, direkt gegenüber liegen die Ruinen des Palastes Jal Mahal am Seeufer. In den unteren Etagen ist es schön schattig und somit kühl. Der Plan des Erdgeschosses des Jahaz Mahal besteht aus drei großen Hallen, mit Gängen dazwischen und engen Räumen an den äußersten Enden. Eine schöne Zisterne liegt hinter dem nördlichen Raum, an drei Seiten von Säulen umgeben.

Hier waren einige indische Touristen unterwegs, die sich sogar im Halbdunkel mit uns fotografieren lassen wollten. Danach besuchten wir den zweiten beeindruckenden Palast in der Königlichen Enklave, den den schwingenden Palast Hindola Mahal.







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