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MONTAGU PASS

Auf dem Weg von Kamerkloof in der Baviaanskloof in Richtung Plettenberg Bay an der Küste der Garden Route hat man einige Möglichkeiten, um über Passstraßen die Bergkette der Outeniqua Mountains zu überqueren. Outeniqua stammt aus der Khoi-Sprache und heißt: "Menschen, die Säcke mit Honig tragen".

Im Jahr 2002 sind wir über den Prince Alfreds Pass runter bis nach Knysna gefahren. Das hätten wir sehr gerne noch einmal gemacht, aber wir wollten an diesem Tag nach 15 Jahren noch einmal Wilderness besuchen und auf der N2 die Küste entlang fahren. Zudem ist dieser Pass ist sehr kurvig, bietet viele schöne Ausblicke und man braucht zu viel Zeit dafür.

Die schnellste Verbindung zur Küste wäre, von Uniondale über die N9 durch die kleine Karoo kommend, der asphaltierte Outeniqua Pass gewesen. Dies ist die schnelle Hauptverbindung zwischen George und Outdshoorn. Die N12 führt hier über die Berge, leider teilt man sich die Strecke auch mit dem LKW Fernverkehr. Aber ein bisschen Gravel wollten wir an diesem Tag doch noch unter den Reifen haben, so entschieden wir uns für eine kleine Nebenstrecke, die P1640, eine kilometermäßig kürzere Verbindung zwischen der N9 und George.

Dabei handelt es sich um die Strecke über den 745 Meter hohen Montagu-Pass. Die Passtrasse ist 13 Kilometer lang und man braucht dafür mit Stopps ca. 2 Stunden.

Dies war der erste sichere Pass über die Outeniqua-Berge und löste den gefährlichen Cradock Pass ab, über den eine Reise Tage dauerte. Dieser existiert heute noch als Wanderweg. Mit "sicher" war im 19. Jahrhundert gemeint, dass die Steigung über den gesamten Verlauf vor allem bergab für die Lastkarren beherrschbar blieb, und dass der Strassenverlauf an allen gefährlichen Stellen mit stabilen Mauern gegen den Abgrund gesichert war.

Benannt wurde der Pass nach John Montagu, dem britischen Kolonialsekretär, während dessen Amtszeit viele Pässe und wichtige Verkehrsverbindungen entstanden. Die Leitung der Bauarbeiten, die zwischen den Jahren 1844 bis 1847 erfolgten, wurde von Henry Fancourt White übernommen. Aus Kostengründen erfolgten die Arbeiten mit dem Einsatz von 250 Häftlingen als Bauarbeiter und 9 km der Gesamtstrecke mussten mit Hilfe von Schießpulver freigesprengt werden.

Nach der Fertigstellung brauchte man nur noch Stunden für die Fahrt über die Berge und der 13 Kilometer lange Montagu Pass sollte über 100 Jahre lang bis ins Jahr 1951 die Hauptverbindung zwischen der Küstenregion und der Kleinen Karoo bleiben.

Heute wird er wegen seiner spektakulären Ausblicke hauptsächlich von Touristen genutzt. Im Jahr 1972 wurde der Pass zum National Monument erklär und seit dem Jahr 2000 ist er eine Provincial Heritage Site. Hier fährt man über die älteste unveränderte Passstraße in Südafrika.






Abwärts

Abwärts Von der N9 zweigt die Straße gut ausgeschildert ab, man passiert zuerst das kleine Örtchen Herold. Rundum liegt eine ländliche Gegend, in der viel Landwirtschaft betrieben wird. Besonders Hopfen und Wein wächst hier sehr gut.

Danach führt die Strecke kurvenreich durch Schluchten und Berge. An den Hängen blühten im März zahlreiche Blumen, dicht wächst hier der Mountain Fynbos. Lila war zu dieser Jahreszeit die vorherrschende Blütenfarbe. Die Berge rundum sind grün und es gibt ein paar sehr schöne Stellen, an denen man unterwegs anhalten und die Landschaft genießen kann. Auf 780 Metern Höhe schaut man dann weit runter ins Tal und in Richtung George.

Wir hatten Glück und schönes Wetter, dann ist die schmale Schotterstraße gut zu befahren. Bei Regen kann das schon anders aussehen, dann wird es schnell rutschig. Entlang der Strecke gibt es meist in Richtung Abgrund eine kleine Steinmauer, ähnlich dem Swartberg Pass. Wohnmobile und Camper nicht hier nicht zugelassen, dafür ist die Strecke zu schmal. Auch mit einem normalen Auto sollte man damit rechnen, bei Gegenverkehr bis zu nächsten Ausweichstelle ein längeres Stück rückwärts fahren zu müssen.

Auf der 800 Meter hohen Passhöhe können Wanderfreunde auch eine Wanderung beginnen, die bis zum bis zum Outeniqua Pass führt. Ab hier geht es dann nur noch bergab, viel Verkehr war bei unserem Besuch nicht unterwegs und wir kamen ohne Verzögerung vorwärts. Von der gegenüberliegenden Bergseite herüber hörten wir ab und zu den Lärm der LKW von der N12.

Kurz hinter der Passhöhe in Richtung Meer kommt auch an den Resten einer ehemaligen Schmiede vorbei, von der aber kaum noch etwas zu sehen ist. Die Passtrasse unterquert die Viadukte der Eisenbahntrasse, diese wurde im Jahr 1913 mit hohem finanziellen Aufwand fertiggestellt. Heute fahren hier vom Outeniqua Transport Museum noch die Outeniqua Power Vans, eine Art Schienenbus zu touristischen Zwecken. Man sollte aber beim Museum nachfragen, ob und wann der Zug wirklich fährt, die Webseite ist recht sparsam mit Informationen.

Ein weitere Wanderweg zweigt weiter unten ab zu einem Wasserfall, der Angle Falls Kloofing Trail. Dafür hatten wir angesichts der Fahrtstrecke an diesem Tag aber leider nicht genug Zeit.

Das alte Zollhaus kurz vor George wurde von einer Dame namens Gerda Stols und ihrem Freundeskreis liebevoll restauriert. Mehr dazu auf der facebook Seite Vriende van die Tolhuis.

Der Ausblick von hier zurück zum Pass und weit runter ins Tal ist sehr schön, kein Wunder das dies ein beliebeter Picknickplatz ist und viele Radfahrer mit Mountain Bikes hier unterwegs sind. Im Toll House bekommt man nach Voranmeldung (Tel.: 0837728252) auch Kaffee, Tee, Pfannekuchen und Rusks. Offiziell geöffnet ist hier wohl nur Samstags.





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