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UMGEBUNG

Es lohnt sich auf jeden Fall, einige Nächte in Graaff-Reinet zu verbringen. Die Umgebung erscheint zwar auf den ersten Blick recht eintönig und größere, sehenswerte Orte sind auch im weiten Umkreis nicht zu finden. Kommt man aus Richtung Aberdeen und Willowmore oder von Addo im Süden, so hat man schon eine gute Vorstellung von der Weite der Karoo bekommen. Aber der Ort hier lebt trotz seiner Grösse von seiner Ruhe, der Atmosphäre des alten Ortsbildes und allein mit Museumsbesuchen und Spaziergängen kann man mehrere Tage füllen.

Dazu kommen natürlich tägliche Rundfahrten im Wildbeobachtungsgebiet und Spaziergänge zum Valley of Desolation zu verschiedenen Tageszeiten mit unterschiedlichen Lichtverhältnissen.

Eine weitere neuzeitliche Attraktion ist ein Rundflug als Passagier mit einem Ultra-Leicht Flieger - Aeronautik pur. Sicherlich eine aufregende Sache und hier zu einem vernünftigen Preis zu bekommen, auch wenn die steilen Berge der Umgebung ähnliche Aussicht bieten. Auch eine Townshiptour ist in Graff-Reinet sicherlich persönlicher und informativer als in Kapstadt.

Und wenn es im Sommer gar zu heiß wird, dann kann man einfach nur mal am Pool liegen oder einen Einkaufsbummel machen.

Auch ein weiter entferntes Ziel wie der Mountain Zebra National Park bei Cradock ist ein schöner, wenn auch anstrengender Tagesausflug. Der Ort Cradock ist 140 öde Kilometer  km entfernt, hat ca. 38.000 Einwohner und war einst die Heimat der Schriftstellerin Olive Schreiner.

Wählt man dorthin den längeren Weg über Nebenstraßen im Süden, so passiert man das Städtchen Sommerset East, heute ein Zentrum der Mohair-Produktion. In feuchteren Lagen werde auch Zitrusfrüchte angebaut und es gibt sogar, ganz im Gegensatz zu Graaff-Reinet, ein wenig Kleinindustrie. Touristisch gesehen gibt es hier nicht viel zu sehen, interessant ist die Tatsache, das früher viel Tabak angebaut wurde. In einem der ältesten Gebäude der Stadt befindet sich ein kleines Museum mit alten Gegenständen aus Haushalten des Ortes. Interessant ist der Garten mit vielen Rosenbüschen und der Curio Shop, in dem man leckere, ausgefallene selbstgemachte Marmeladensorten kaufen kann.

Das Camdeboo Valley liegt nordwestlich der N 9 zwischen Graaff-Reinet und Aberdeen und ist 80.000 Hektar groß. Obwohl mitten in der trockenen Karoo, ist man in dem Naturschutzgebiet von imposanten Bergen umgeben. Es gibt dort überall Wasser und dadurch bedingt sogar kleine Wäldchen. Dem entsprechend viele Tiere leben hier: Adler, Kudus, Elands, Klipspringer und viele andere.

Nieu Bethesda

Kunstliebhaber sollten von Graaff-Reinet auf der N 9 in nördlicher Richtung weiterfahren, um nach ca. 50 km links nach Nieu-Bethesda abzubiegen. Dieser Ort hat einen legendären Ruf und wir waren bei den ersten beiden Besuchen nicht dort. Uns hatten mittlerweile aber schon so viele Südafrikaner von diesem Ort vorgeschwärmt, so dass wir beschlossen, bei unseren dritten Aufenthalt endlich auch mal diesen "Geheimtipp" zu besuchen.

Die Abzweigung von der Straße ist gut ausgeschildert, der Asphalt hört auf und man fährt ein Stück durch die malerischen Compassberge. Die Gipfel der Umgebung sind immerhin bis zu 2.02 Meter hoch.

Wir sind auf dem Hinweg aber von der anderen Seite gekommen und diese Anfahrt allein war an sich schon die kleine Rundfahrt wert. Sie führte durch gebirgige Landschaft vorbei an sehr abgelegenen Farmen und Weiden. Über Schotterpisten und weit weg von der Zivilisation erreicht man schließlich eine Passhöhe und hat eine schöne Aussicht auf das Ziel, den kleinen Ort Nieu-Bethesda.

Beherrschend im Ortsbild ist die weiße Kirche. Die Straßen innerorts sind breit, staubig und ungeteert. Zahlreiche Künstler haben sich in Nieu Bethesda niedergelassen und zeigen einige Arbeiten auch außerhalb ihrer Ateliers. Viele große Bäume beschatten Straßen und Gärten, und angesichts der trockenen Halbwüste ringsumher ist der Ort wirklich eine wunderschöne grüne Oase - wir konnten die Begeisterung vieler Südafrikaner durchaus verstehen.

Es kommen mittlerweile doch viele Besucher hierher, es gibt ein paar kleine Läden und Teestuben an der Hauptstraße und zur Hauptsaison ist es sicherlich voll. Wir kamen Ende Mai und waren die einzigen Besucher, erregten sofort die Aufmerksamkeit einger Bewohner, die unserem Auto nachliefen. Langsam fuhren wir über die Straßen, auf der Suche nach dem ausgeschilderten Owl House.

Eigentlich würde das weltabgeschiedene Dorf heute niemanden besonders interessieren, wenn nicht die Bildkünstlerin Helen Martins (1898-1976) einmal dort gelebt und dieses Owl House geschaffen hätte. Das Haus ist heute ein Museum und zu besichtigen, von Montag bis Samstag von 9:00 Uhr – 18:00 Uhr. Zu sehen sind - wen wundert's - Eulenskulpturen, im Inneren und auch Aussen im Garten und am Haus.

In einem Film namens "Die Straße nach Mekka" nach dem gleichnamigen Theaterstück von Athol Fugard (der ebenfalls einige Monate im Jahr in Nieu-Bethesda lebt) ist das Werk der eigenwilligen Künstlerin wohl ein Thema. Und weil scheinbar so viele Menschen diese Werke kennen, ist in Nieu-Bethesda eine ganze Menge los.

Als wir dort ankamen war jedoch Tote Hose und die ganze Atmosphäre wirkte auf uns irgendwie ein wenig trostlos und unheimlich. Kaum hielten wir vor dem Haus, kamen aus mehreren Richtungen plötzlich einige Verkäufer mit kleinen Skulpturen auf uns zu.

So verloren wir spontan die Lust, hier auszusteigen und uns das Haus von Innen anzuschauen. Ein paar Eulen kann man von Aussen sehen, das genügte uns plötzlich irgendwie, denn zur Künsterlin haben wir keinen Bezug und alles erschien uns ziemlich unspektakulär. Man muss ja nicht alles mitmachen, so verließen wir Nieu-Bethesda ziemlich schnell wieder und genossen die Weiterfahrt durch die herrliche Landschaft.

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Nieu Bethesda


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