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Nach den letzten Tagen im Gros Morne National Park ging es für uns von Rocky Harbour aus quer über die Insel: von der Westküste ins grüne, waldige Innere Neufundlands in Richtung Osten.
Ab Rocky Harbour fährt man zunächst zurück zum Trans-Canada Highway bei Deer Lake, wo die Long Range Mountains noch einmal im Rückspiegel auftauchen, bevor sich die Landschaft komplett verändert. Statt Fjorden und Tafelbergen säumen jetzt endlose Nadelwälder, unzählige kleine Seen und flache Felsrücken die Strecke. Zwischen Springdale und South Brook passiert man Halls Bay, einen rund 40 Kilometer langen Fjordarm, der nach Norden in die Notre Dame Bay entwässert. Wie so vieles hier ist das von der Straße aus aber kaum zu erahnen, so dicht ist der Wald.
Der Trans-Canada-Highway ist hier eine breite, gut ausgebaute Schnellstraße mit relativ wenig Verkehr, dafür mit der bekannten Warnung im Hinterkopf: Elchgefahr, besonders in der Dämmerung. Auf dem ganzen Abschnitt wechseln sich Kilometer um Kilometer Wald, Felsdurchbrüche und kleine Flussquerungen ab. Es ist eine eher meditative als spektakuläre Fahrt ohne große Highlights.
Nach 199 Kilometern auf dem Highway haben wir ihn dann verlassen und einen Abstecher nach Norden in Richtung King's Point gemacht, wo wir bei schönstem Wetter den Alexander Murray Hiking Trail mit vielen Stufen bewältigt haben. Das war sicher ein Highlight hier im Zentrum und wird auf zwei eigenen Seiten beschrieben.
Unser Etappenziel an diesem Tag nach der langen und anstrengenden Wanderung war Grand Falls-Windsor. Die Stadt liegt malerisch im Tal des Exploits River, dem längsten Fluss der Insel, und ist heute das Zentrum von Central Newfoundland. Ursprünglich waren es zwei getrennte Orte, Grand Falls südlich und Windsor nördlich des Trans-Canada Highway. Sie wurden erst 1991 zu einer gemeinsamen Gemeinde zusammengelegt. Der Fluss war jahrzehntelang die Lebensader der Stadt: Er verband die Wälder des Hinterlands mit den Zellstoff- und Papiermühlen vor Ort, auf denen die Wirtschaft der Region lange fußte.
Für uns war Grand Falls-Windsor in erster Linie ein praktischer Zwischenstopp: Hier war es Zeit für einen richtig großen Einkauf, und wir haben gleich mehrere Supermärkte angesteuert, um unsere Vorräte wieder aufzufüllen. Vom eigentlichen Ort haben wir dadurch kaum etwas mitbekommen. Schade eigentlich, denn Grand Falls-Windsor scheint mehr zu bieten als nur Tankstelle und Einkaufsmeile am Highway, aber manchmal gewinnt auf einer langen Reise eben die Logistik.
Der Exploits River ist einer der bekanntesten Atlantiklachs-Flüsse der Region. Hier gibt es auch eine Lachstreppe mit Besucherzentrum, wo man die Fische beim Aufstieg beobachten kann. Wir waren leider zu früh vor Ort, denn das Zentrum öffnet seine Pforten für Besucher erst meist um den 12. bis 14. Juni, um die ersten Rückkehrer in den gläsernen Unterwasser-Beobachtungsräumen zu zeigen. Die Hauptwelle des Aufstiegs, in der Hunderte von Lachsen gleichzeitig die Treppe nutzen und aus dem Wasser springen, liegt erfahrungsgemäß erst von Juli bis Anfang August.
Der Sanger Memorial RV Park liegt idyllisch direkt am Exploits River in Grand-Falls-Windsor, hier hatten wir über das Internet einen freien Platz mit Blick aufs Wasser reserviert. Er wird von der Environmental Resources Management Association betrieben und ist ein beliebter Stopp entlang des Trans-Canada Highways im Zentrum der Insel. Pünktlich zum Feierabend um 17 Uhr kamen wir an, die Dame im Office hatte gerade schon die Tafel für uns mit der Nummer unseres Stellplatzes herausgestellt. Der war sehr schön angelegt, verglichen mit vielen anderen Park-Plätzen.
Ich habe kaum Fotos gemacht, daher dient diese Seite eher als Platzhalter, denn wir kommen 2027 noch einmal hier vorbei. Dann wohnen wir 3 Nächte an der Küste bei Harry’s Harbour und vielleicht denke ich am Highway auch mal an ein paar Fotos, dann wird aktualisiert.
Von Grand Falls-Windsor folgten wir dem Trans-Canada Highway weiter nach Osten bis zur Notre Dame Junction, rund 48 Kilometer weiter, und bogen dort wieder nach Norden auf die Route 340 ab. Sie wird treffend "Road to the Isles" genannt. Diese rund 150 Kilometer lange Strecke führt über mehrere Dämme und Causeways von Insel zu Insel bis an die Nordspitze der Twillingate Islands.












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