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MARGARETSVILLE

Um die Strecke von Blomidon nach Annapolis Royal ein wenig aufzuteilen, entschieden wir uns für einen kurzen Abstecher in Richtung Küste. Auf dem Weg von den markanten Klippen und Stränden des Blomidon Provincial Park in Richtung Digby führt die Route mitten durch das fruchtbare Annapolis Valley, wobei sich ein kleiner Schlenker an die raue Küstenlinie der Bay of Fundy definitiv auszahlt.

Ein hervorragendes Ziel für eine solche Rast ist das beschauliche Fischerdorf Margaretsville, das abseits der viel befahrenen Straßen eine angenehme Gelassenheit ausstrahlt. Die Anfahrt verläuft über sanft geschwungene Hügel, vorbei an den typischen, farbenfrohen und sehr gepflegten Holzhäusern, die von weitläufigen Rasenflächen umgeben sind. In den Vorgärten zeigte sich die Natur im Mai von ihrer buntesten Seite, überall blühten Obstbäume, Narzissen, Tulpen und Magnolien.

Nach einer kurzen, etwa viertelstündigen Fahrt von der Hauptstraße 101 aus hatten wir unser Ziel erreicht. Die Zufahrtsstraße führte uns unmittelbar zu einem öffentlichen Stellplatz, der mit einladenden Picknicktischen ausgestattet ist.

Bereits bei der Ankunft in der kleinen Ortschaft wird die maritime Ruhe spürbar, die diesen Küstenabschnitt dominiert. Viele Häuser sind dekorativ mit bunten Bojen geschmückt, und in den Gärten sind des Öfteren kleine Miniatur-Leuchttürme aus Holz zu sehen. Ein Spaziergang am angrenzenden Ufer, welches von tiefschwarzem Basaltgestein und grobem Kiesel geprägt ist, erweist sich als äußerst faszinierend. Die salzige, kühle Meeresbrise und das anhaltende Rufen der Möwen, die über den von der Ebbe freigelegten Tangbänken nach Futter suchen, untermalen diese Kulisse perfekt. Unterhalb der örtlichen Kirche mündet zudem ein kleiner Bach mit einem malerischen Wasserfall direkt in den Ozean. Zu unserer Freide entdeckten wie hier unsere ersten Eiderenten, die in einer Dreiergruppe küstennah auf dem Wasser dümpelten.

Das unbestrittene Zentrum und der optische Fixpunkt von Margaretsville ist der geschichtsträchtige original erhaltene Leuchtturm, der seit dem Jahr 1859 auf einer felsigen Landzunge emporragt. Das graue Wohnhaus direkt daneben stand zum Zeitpunkt unseres Besuchs 2026 zum Verkauf.

Mit seiner markanten, quadratischen Bauform - square pepper sprayer genannt - aus weiß gestrichenem Holz entspricht das Türmchen eigentlich vielen ähnlichen Bauten in der Region, durch den kontrastreichen, schwarzen Querstreifen hebt er sich deutlich von den anderen Turmbauten ab. Er wirkt wie ein beständiger, wettergegerbter Wächter, der bereits zahllosen Unwettern und den gewaltigen Gezeitenkräften der Bucht getrotzt hat. So markant schaffte er es sogar auf eine 5-Cent Gedenkbriefmarke der kanadischen Post aus dem Jahr 1967 zum hundertjährigen Bestehen Kanadas.

Nach einem ausgiebigen Erkundungsrundgang und einigen entspannten Momenten auf den Holzbänken nahe dem Ufer setzten wir unsere Reise in Richtung Digby gut erholt fort. Für denselben Tag stand schließlich noch ein weiterer Aufenthalt in Annapolis Royal auf unserem Programm.

Dieser kurze Zwischenstopp in Margaretsville spiegelt die unverfälschte, vom Massentourismus unberührte Seele von Nova Scotia wunderbar wider und bleibt uns als eine kleine, feine Entdeckung abseits der bekannten Routen in Erinnerung.













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