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CAPE BRETON NP

Der Cape Breton Highlands National Park schützt eines der markantesten Wildnisgebiete Kanadas – dort, wo die Berge auf das Meer treffen. Er liegt an der Nordspitze der Insel Cape Breton in Nova Scotia und wird im Westen vom Sankt-Lorenz-Golf sowie im Osten vom offenen Atlantik begrenzt. Mit einer Fläche von 948 Quadratkilometern nimmt der Park rund ein Fünftel der nördlichen Halbinsel ein.

Das Herzstück ist eine flache, tundraähnliche Hochebene, die rund 300 bis 500 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Der höchste Punkt ist der White Hill mit 533 Metern.

Die Ränder dieses Plateaus stürzen in spektakulären, 300 Meter hohen Steilklippen zum Ozean hin ab. Flusstäler und Canyons schneiden tief in das Massiv ein. Die Region besteht aus uralten Kontinentalfragmenten. Durch das Aufeinanderprallen von Kontinenten und nachfolgende Jahrmillionen der Erosion durch Flüsse und Eiszeitgletscher entstand die heutige, geschützte Landschaft.

Seit Jahrtausenden ist das Gebiet die Heimat der Mi'kmaq-First-Nation, welche die Region für die Jagd und den Fischfang nutzte. Später ließen sich französischstämmige Akadier an der Westküste und schottische Einwanderer an der Ostküste nieder. Diese kulturelle Mischung prägt die Region bis heute.

Der Park wurde 1936 gegründet und war der erste Nationalpark in den atlantischen Provinzen Kanadas. Seine Erschaffung ging Hand in Hand mit dem Bau des Cabot Trails, um den Tourismus in der Region anzukurbeln. Der Cabot Trail ist eine 298 Kilometer lange Ringstraße, die das nördliche Drittel der Insel Cape Breton umschließt. Der Trail beginnt und endet offiziell nahe Baddeck am Bras d’Or Lake. Er zieht sich entlang der zerklüfteten Westküste am Sankt-Lorenz-Golf, vorbei an Chéticamp, überquert das wilde Hochplateau der Highlands im Norden und verläuft entlang der rauen Ostküste am offenen Atlantik vorbei an Ingonish wieder nach Süden.

Die Straße wurde nach dem italienischen Seefahrer und Entdecker Giovanni Caboto benannt, der im englischen Sprachraum als John Cabot bekannt ist. Er erreichte 1497 im Auftrag der englischen Krone die Küste Nordamerikas, nur fünf Jahre nachdem Columbus in der Karibik angekommen war.

Nur rund ein Drittel der Strecke führt allerdings direkt durch das geschützte Gebiet des Nationalparks. Wenn man auf einer Karte den Nationalpark betrachtet, sieht er aus wie ein Flickenteppich. Als er 1936 gegründet wurde, gab es entlang der Küste bereits seit Generationen etablierte Siedlungen und Fischerdörfer. Da man diese gewachsenen, historischen Gemeinden nicht zwangsenteignen oder umsiedeln wollte, hat man sie aus den Parkgrenzen herausgeschnitten. Der Nationalpark schützt daher primär die unbewohnte Wildnis des unwegsamen Hochplateaus und die unbesiedelten Klippen.

Wenn man also den Cabot Trail fährt, verlässt man alle paar Kilometer das offizielle Nationalparkgebiet, durchquert ein eigenständiges Küstendorf mit Tankstellen, Häfen und Unterkünften und fährt kurz dahinter wieder in den Nationalpark ein. Diese Strecke ist die einzige Lebensader der gesamten Region.

Unser Fazit: Der Cabot Trail wird oft als eine der schönsten Panoramastraßen Nordamerikas angepriesen, doch für uns hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Wer bereits spektakuläre Küstenstraßen in Südafrika oder auf den Azoren gefahren ist, wird hier die ganz großen, dramatischen Wow-Momente eher vermissen. Die Strecke zieht sich streckenweise recht monoton durch dichten Wald, und nur wenige Abschnitte bieten echte Panoramen. Hinzu kommt das extrem unberechenbare Wetter, das die Aussicht oft komplett in Grau hüllt, sowie die zunehmende Überregulierung – siehe weiter unten beim Skyline Trail. Für uns war es eine nette Fahrt, aber ein absolutes Must-see ist der Trail im weltweiten Vergleich nicht.








Chéticamp bis Broad Cove

Die Fahrt vom Chéticamp Campground bis zum Broad Cove Campground führt im Uhrzeigersinn über das spektakulärste Teilstück des Cabot Trails. Diese Route ist rund 115 Kilometer lang, führt über steile Bergpässe mitten durch den Cape Breton Highlands National Park und dauert ohne Pausen etwa zwei Stunden. Diese Strecke sind wir gefahren, um den Campground zu wechseln. Der Regen hatte nach Tagen endlich aufgehört und es wurde etwas freundlicher. Nach zwei Nächten auf dem Broad Cove Campground kam dann am letzten Tag noch die Sonne heraus und der Himmel wurde blau.

Da wir an diesem Tag zum letzten Stellplatz bei North Sydney fahren mussten, um am nächsten Morgen die Fähre nach Neufundland zu nehmen, sind wir die ganze Strecke gegen den Uhrzeigersinn noch einmal gefahren, um schönere Bilder von der sonnigen Landschaft zu machen. Für längere Wanderungen hatten wir so leider keine Zeit mehr.

Da wir zwei Nächte auf dem Chéticamp Campground übernachtet hatten, befanden wir uns dort schon im Nationalpark. Erste kleine Wanderparkplätze namens Le Buttereau und Grande Falaise liegen direkt dahinter an der Küste mit tollen Picknickplätzen. Die Straße windet sich nun steil in weiten Kurven nach oben. Der Aussichtspunkt Cap-Rouge Look-off bietet den ikonischen Postkartenblick zurück auf die sich an den Klippen entlangschlängelnde Straße.

Parks Canada Cape Breton Highlands National Park Logo

Corney Brook ist ein kleiner Campingplatz direkt an einem Bach. Hier startet der Corney Brook Trail, der zu einem versteckten Wasserfall führt. Der dann folgende Abzweig zum Skyline Trail ist der berühmteste Stopp des Cabot Trails; mehr dazu weiter unten.

Weiter führt der Cabot Trail über das Hochplateau nach Pleasant Bay. Direkt oberhalb der steilen Abfahrt Richtung Pleasant Bay liegt der MacKenzie Mountain Look-off. Perfekt, um im Sommer im Meer nach Walen Ausschau zu halten. Die Straße führt hinab in das kleine Fischerdorf; dort kann man Walbeobachtungstouren machen oder das Whale Interpretive Centre besuchen.

Wieder zurück auf dem Cabot Trail fährt man nun durch das Grande Anse River Valley. Das Lone Shieling ist die Nachbildung einer schottischen Steinhütte inmitten eines 350 Jahre alten Urwaldes. Wer eine Pause braucht, hält am besten am MacIntosh Brook, ein idyllischer Rastplatz mit dem kurzen MacIntosh Brook Trail zu einem schönen Wasserfall.

Die Straße steigt dann wieder extrem steil an zum höchsten Punkt der Strecke. Am Aussichtspunkt North Mountain Summit Look-off blickt man direkt in das gigantische Tal der Aspy-Verwerfung. Hier entlang geht es noch ein Stück nach Norden und wieder hinunter. Kurz nach der Kurve liegt rechts die Abfahrt zu den Beulach Ban Falls und dem Aspy-Wanderweg; mehr dazu auf einer eigenen Seite.

Ein Abstecher nach links führt weg vom Cabot Trail zur abgelegenen Bucht von Meat Cove mit rauhen Klippen oder nach Dingwall. Den unasphaltierten Abstecher sind wir nach den starken Regenfällen nicht gefahren. Der Cabot Trail biegt hier nach rechts in Richtung Süden ab und führt über den nächsten Bergpass wieder an die offene Atlantikküste. Hier liegt Neil’s Harbour, ein malerisches, englisches Fischerdorf mit Lighthouse.

Green Cove liegt direkt an der felsigen Küste. Hier schlagen die Wellen des Atlantiks spektakulär gegen rosafarbene Granitfelsen. Black Brook Beach ist einer der schönsten Sandstrände der Insel, eingerahmt von Klippen und einem kleinen Wasserfall, der direkt in den Ozean stürzt.

Nur wenige Kilometer hinter Black Brook Beach befindet sich dann auf der linken Seite die Einfahrt zum großen, bewaldeten Broad Cove Campground. Er liegt direkt vor dem eigentlichen Ort Ingonish Beach und hat einen eigenen, wunderschönen Sandstrand am Atlantik. Mehr dazu auf der Seite zu Broad Cove.

Boulangerie Chéticamp







Skyline Trail

Der Skyline Trail ist der berühmteste Stopp des Cabot Trails. Ein großer Parkplatz auf der linken Seite führt zu dem ca. 8,2 Kilometer langen Rundweg, bei dem man am Ende auf einer Holzplattform hoch über dem Meer steht. Hier ist man selten alleine. Wir haben auf der Hinfahrt hier nur kurz angehalten, aber es war bereits sehr voll, trotz Nebel.

Bei der Rückfahrt im Sonnenschein fanden wir dann mit Glück einen Parkplatz und sind ein Stück gelaufen. Der Weg teilt sich nach einem ersten flachen Abschnitt auf. Der linke Pfad "Out and Back" (ca. 6,5 km Gesamtlänge) führt direkt zur hölzernen Aussichtsplattform. Dies ist der schnellste, am besten ausgebaute Weg, und auf der gleichen Route geht es auch wieder zurück.

Der "Loop" (ca. 8,2 km Gesamtlänge) auf der rechten Seite führt durch ein etwas dichteres, waldiges Areal. Hier gibt es im Sommer oft lästige Kriebelmücken, aber auch die Chance einen Elch zu sehen ist auf diesem Teilstück deutlich höher. Der hölzerne Boardwalk am Ende des Trails auf den Klippen schützt die extrem sensible, arktisch-alpine Vegetation vor dem Trampeln. Wer die Stege verlässt, riskiert empfindliche Bußgelder durch die Parkranger.

Für den gesamten Trail hatten wir an diesem Tag leider keine Zeit. Vom Cabot Trail im Tal aus konnten wir bei dem guten Wetter ohne Wolken von unten die Leute sehen, die dort auf dem Bergrücken wanderten und auf den Aussichtsplattformen standen. Auf dem exponierten Plateau weht oft ein extrem scharfer, kalter Wind. Selbst an warmen Sommertagen sollte man eine winddichte Jacke mitnehmen. Bei extremem Sturm sperrt Parks Canada den Trail sogar zeitweise aus Sicherheitsgründen.

Als wir dort waren, wurden gerade Kontrollposten errichtet, denn im Sommer 2026 traten wichtige Neuerungen bezüglich der Parkplatzbuchung und der Kosten in Kraft. Wir hatten noch Vorsaison und konnten spontan kommen; für die Hauptsaison ist das nun jedoch anders geregelt.

Um die Natur zu schützen und Staus zu vermeiden, hat Parks Canada ein verpflichtendes Reservierungssystem für Parkplätze eingeführt. Zwischen dem 26. Juni und 25. Oktober ist das Parken am Trailhead nur mit Vorab-Reservierung erlaubt. Man muss ein festes, vierstündiges Zeitfenster buchen; wer mehr als eine Stunde zu spät kommt, verliert seinen Anspruch. Ist ein Zeitfenster ausgebucht, erhält man keinen Zugang zum Parkplatz und zum Trail mehr.

Wenn solche Maßnahmen nötig sind, kann man sich leicht vorstellen, wie überlaufen das Ganze hier bisher schon war, und man hegt schlimme Befürchtungen für die Zukunft.

Die Gebühr für die Parkplatzreservierung hängt davon ab, wie man bucht: Bei einer Online-Buchung fallen 13,00 CAD an (9,50 CAD Parkgebühr plus 3,50 CAD Servicegebühr). Eine telefonische Buchung kostet 15,00 CAD. Wer spontan vor Ort bucht, sofern überhaupt noch Restplätze im aktuellen Zeitfenster frei sind, zahlt ebenfalls Gebühren.

Die Parkplatzgebühr ersetzt nicht den regulären Eintritt für den Nationalpark. Jeder Besucher zahlt zusätzlich Eintritt oder muss einen gültigen Parkpass besitzen. Zudem sind Hunde auf dem Skyline Trail streng verboten, was schon mal viele Kanadier im Camper ausschließt, die fast alle mit Hund unterwegs sind.







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