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KEJIMKUJIK SEASIDE

Auf dem Weg vom Hauptteil des Kejimkujik Nationalpark zur knappp 100 Kilometer entfernten Kejimkujik National Park Seaside kamen wir bei Bristol und Liverpool an die Südküste. Nach einer guten Stunde reine Fahrzeit, unterbrochen von einem Spaziergang am malerischen Carters Beach, erreichten wir dann den Parkplatz von diesem Teil des Nationalparks.

Der Harbor Rocks Trail führt durch eine einzigartige, vom Wind gepeitschte Landschaft aus dichten Gebüschen, Mooren und kargen Heideflächen, bevor sich der Blick auf die weite Küstenlinie öffnet. Hier konnten wir ziemlich nah die niedlichen Yellow Warbler fotografieren. Der kleine, leuchtend gelbe Vogel, welcher im Deutschen als Gelbwaldsänger bezeichnet wird, ist ein regelmäßiger und farbenprächtiger Sommergast in den geschützten Gebieten von Nova Scotia. Die Männchen fallen durch ihr intensiv gelbes Gefieder auf, welches auf der Brust oft mit feinen, rötlich-braunen Längsstreifen verziert ist, während die Weibchen insgesamt etwas schlichter gefärbt sind.

Sie sind bekannt für ihren melodischen, fröhlichen Gesang, der oft wie eine schnelle Abfolge von hellen Tönen klingt. Als reine Insektenfresser huschen sie unablässig durch die Zweige, um dort Mücken, Raupen und kleine Spinnen von den Blättern aufzupicken.

Der gut ausgebaute Weg mündet schließlich nach einigen Kilometern an einer wilden Kulisse aus riesigen, von den Wellen rund geschliffenen Granitfelsen und einsamen Sandstränden. Einige Wanderer kamen uns entgegen auf dem Pfad, aber als wir an der Küste ankamen war kein Mensch weit und breit zu sehen im Mai.

Bei dem strahlenden Sonnenschein dieses Tages zeigt sich der Atlantik von seiner freundlichsten Seite, während die Wellen sanft gegen die felsigen Ausläufer der Küste schlagen und man die salzige Luft auf dem gesamten Pfad tief einatmet. Begeistert fotografierten wir und liefen am Strand entlang, um einen besseren Blick auf die davor liegenden Felsen mit ihren dicken Adern aus Quarz zu haben.

Denn dort ließen sich bei diesem klaren Wetter zahlreiche Robben beim Sonnenbad beobachten. Mit dem Fernglas oder einem guten Kameraobjektiv lassen sich gleich zwei verschiedene Arten im Park unterscheiden, nämlich die kleineren Seehunde mit ihren rundlichen, hundeartigen Gesichtern und die deutlich größeren Kegelrobben, die eine markante, langgezogene Schnauze besitzen. Die Tiere liegen entspannt auf den von der Sonne erwärmten Steinplatten und schwimmen in den welligen Buchten.

Am perfekten Aussichtspunkt angekommen, laden die ikonischen roten Holzstühle von Parks Canada zu einer ausgiebigen Pause ein. Diese strategisch platzierten Sessel, die an den schönsten Orten des Landes aufgestellt sind, bieten hier einen Logenplatz mit direktem Blick auf die Robbenfelsen und den glitzernden Ozean. Es ist der ideale Ort, um sich nach dem Fußmarsch im warmen Sonnenschein auszuruhen, den Blick über die einsame Bucht schweifen zu lassen und die unberührte, wilde Natur dieser geschützten Atlantikküste in aller Ruhe zu genießen.








Gesperrter Strand

Wir sind dann noch etwas den Strand entlang gegangen und waren fasziniert von der Vielfalt und Gestaltung der hier liegenden Steine. Dazwischen findet man Seetang, Muschelschalen oder Überreste von Krebstieren. Dieser Küstenabschnitt des Nationalparks besitzt nicht nur wunderschöne Sandstrände, sondern erfüllt auch eine überlebenswichtige Funktion als streng geschütztes Refugium für den bedrohten Piping Plover (Gelbfuß-Regenpfeifer).

Um den Fortbestand dieses kleinen, sandfarbenen Strandvogels zu sichern, sperrt Parks Canada in jedem Jahr von April bis August zwei zentrale Strandabschnitte komplett für den Publikumsverkehr. Betroffen von dieser Maßnahme sind der bekannte St. Catherines River Beach sowie der Little Port Joli Beach. So kamen wir hier nicht weiter, Schilder machten auf die Sperrung aufmerksam. Leider sahen wir keinen einzigen der kleinen Pieper.

Die Vögel bauen keine tiefen Nester, sondern legen ihre perfekt getarnten, gesprenkelten Eier direkt in kleine Mulden im Sand und zwischen die runden Kieselsteine. Da sowohl die Eier als auch die frisch geschlüpften Küken für das menschliche Auge kaum zu erkennen sind, besteht eine enorme Gefahr, dass sie von Strandgängern unabsichtlich zertreten werden. Die Eltern reagieren auch extrem empfindlich auf Störungen durch Spaziergänger oder freilaufende Hunde, was oft dazu führt, dass sie das Gelege dauerhaft verlassen.

Langjährige Schutzdaten bestätigen, dass diese konsequente Ruhephase den Bruterfolg der seltenen Vögel nachweislich steigert, weshalb das Betreten der gesperrten Zonen streng kontrolliert und bei Missachtung mit empfindlichen Bußgeldern geahndet wird.









Juli Besuch

Am Ende des Urlaubs im Juli waren wir dann noch einmal hier. Im Sommer war es natürlich viel voller und wir lernten: Man kann schöne Erlebnisse nicht so einfach wiederholen.

Es war Hochsaison und somit war das Büro am Eingangsbereich besetzt. Wir hielten einen netten Plausch mit der Dame, die keinen Eintritt zu kassieren hatte, denn es galt bereits der kostenlose EIntritt für alle Parks in ganz Kanada,

Beim zweiten Besuch war es sehr heiß und wir hatten keine Hüte. Für die letzen zwei Tage lohnte sich kein Kauf, daher sind wir einfach mit Regenschirmen gelaufen. Es war sehr heiß auf dem Pfad. Ständig kamen einem Leute entgegen und das einzige Tier, was wir sahen war ein junges und sehr scheues Streifenhörnchen.

Am Meer angekommen gab es diesmal leider nur eine einzige, weit entfernte Robbe, die roten Stühe waren ständig besetzt und es waren dank Ferien zahlreiche Kinder am Strand. Wir gingen ein Stück den Teil des Pfades entlang, den wir im Mai noch nicht gelaufen waren. Doch das war uninteressant und auch viel zu heiß. Bis auf eine kleine, oliv-grün-farbige Schlange, die schnell verschwand sahen wir hier nichts. So sind wir wieder zurück zum Auto gegangen.

Die Schlange konnten wir später als Grassnatter (Opheodrys vernalis) oder Smooth Green Snake einordnen, wir haben wohl ein Jungtier gesehen, das erst 20 cm lang war und ruhig direkt auf dem Weg lag. Wir haben sie zu spät gesehen, bei unserer Annäherung ist sie in Panik mit wilden Schlängelbewegungn ins Unterholz geflohen.





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