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ERFURT

Für einen Besuch von Erfurt, der Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen, hatten wir leider viel zu wenig Zeit. Doch für einen kurzen Überblick hat es gereicht. Am Morgen waren wir noch in Gotha, sind dann nach dem Frühstück losgefahren und in Erfurt angekommen haben wir gleich einen teuren, dafür aber zentralen Parkplatz in einem Parkhaus gefunden. Am Nachmittag waren wir noch mit einer Freundin im Restaurant Übersee verabredet, das idyllisch und zentral am Ufer der Gera liegt.

Leider spielte das Wetter an diesem Tag nicht mit, es war recht kühl, bewölkt und ab und zu regnete es auch ein bisschen. Im Freien sitzen konnten wir leider nicht, auch der Spaziergang durch die Stadt war ziemlich nass.

Informationen zur langen Geschichte der Stadt Erfurt kann man besser auf Wikipedia nachlesen. Erfurt hat 210.000 Einwohner, es ist somit eine mittelgroße Stadt. Aber hier lässt es sich leben, denn es gibt alles was man braucht: Sehr gute Einkaufsmöglichkeiten, einen wirklich guten öffentlichen Nahverkehr - die Straßenbahnen fahren sogar fast die ganze Nacht durch - man findet Theater, Museen und andere kulturelle Einrichtungen.

Wir konzentrierten uns auf ein paar touristische Highlights. Erfurt hat uns sehr gut gefallen und ist sicherlich auch mal eine längere Reise wert. Die prächtigen Häuser der malerischen Altstadt sind alleine einen Besuch wert. Das absolute Highlight ist natürlich die 120 Meter langen Krämerbrücke, die als komplett bebaute Brücke nahezu einzigartig in Europa ist. Vergleichbar ist nur die Ponte Vecchio in Florenz, die aber etwas kürzer ist. Die 32 Häuser auf der Krämerbrücke sind bewohnt und unten befinden sich kleine Geschäftedie Kunsthandwerk, Thüringer Spezialitäten, Eis und Schokolade verkaufen. Ursprunglich waren es mal 62 schmale Gebäude, die zusammengefasst wurden.

Ich hatte im Vorfeld einen Bericht über Erfurter Blau gesehen. Rosanna Minelli färbt Stoffe aufwenig mit der alten Färberpflanze Färberwaid (Isatis tinctoria), die gelb blüht. Das Mittelalter war vermutlich ein blaues Zeitalter, dank Thüringer Färberwaid. Leider war der kleine Laden am Mittag geschlossen, wahrscheinlich geänderte Öffnungszeiten wegen Corona. Schade.

Natürlich besteht die Altstadt nicht nur aus der Krämerbrücke, man kann hier in Erfurt durch viele kleine Gassen laufen. Der Fischmarkt mit dem Rathaus beeindruckt mit prächtigen Gebäuden der ehemaligen Oberschicht. Es gibt alleine in der Altstadt 22 Kirchen, die der Stadt den Beinamen das "thüringische Rom" gaben. Fotografieren ist hier manchmal schwer, weil man überall die Oberleitungen der Straßenbahn im Bild hat.

In Erfurt ist der Kinderkanal KIKA zu Hause und mit ihm auch die Figuren aus dem Fernsehen, die überall in der ganzen Stadt verstreut als große Puppen aufgestellt sind und mit denen man sich fotografieren kann. Vom Ost-Sandmännchen bis zu Käpt'n Blaubär und Hein Blöd mitten im Fluss Gera. Darum herum schwimmen Forellen im kristallklaren Wasser. Dort tummelten sich auch ein paar Enten.








Dom und St.Severi

Am beeindruckendsten im Stadtbild von Erfurt ist mit Sicherheit das Ensemble aus Erfurter Dom und Severikirche, das sich hoch über dem Erfurter Domplatz erhebt. Leider hatten wir bezüglich Fotos auch hier ein wenig Pech, denn einmal im Jahr finden vor dieser Kulisse die Domstufenfestspiele statt, bei denen ein Theaterstück auf den 48 breiten steinernen Stufen des Doms aufgeführt wird. Sicher schön das zu besuchen, aber der Aufbau mit Absperrungen und hoher Bühne verschandelte natürlich den ansonsten freien Blick auf das Kirchenensemble.

Wir mussten hinten rum hoch zu den beiden Kirchen und zu allem Überfluss war auch hier noch ein Teil eingerüstet. Bauarbeiten kannten wir ja schon aus Gotha.

Der bekannteste Sakralbau Erfurts und die erste Zierde der Stadt ist der Mariendom. Er wurde nicht nach einem Plan gebaut, sondern aus einzelnen, in verschiedenen Stilen gearbeiteten Teilen zusammengesetzt.

Das Langhaus wurde 1153 gegründet. Von 1349 bis 1372 kam der herrliche lange Chor hinzu, der auf einer mächtigen Substruktionen, der sogen. Kavate, ruht. Im Jahre 1452 stürzte die Basilika des 13. Jahrunderts ein. Im Jahre 1717 brannten die Spitzen der Domtürme ab, hohe flache Notdächer traten an ihre Stelle. Bei der großen Restaurierung 1853/54 wurden sie durch die heute vorhandenen Spitzen ersetzt, Anfang der 1970er Jahre erhielten sie Kupferdächer. Im nördlichen Turm hängt die große, 1497 gegossene und 11.450 Kilogramm schwere Glocke Maria. Im Inneren bergen Dom und Dommuseum reiche Schätze. Allein der 25m hohe Chor hinterlässt in seiner harmonischen Geschlossenheit einen überwältigenden Eindruck. 15 hohe, in bunten Farbkompositionen leuchtende Fenster lassen Licht ins Innere. Der Hochaltar von 1697 fügt sich trotz seiner barocken Gestaltung harmonisch in den gotischen Chor ein.

Direkt neben dem Dom liegt die gotische fünfschiffige Hallenkirche St. Severi mit einem prächtigen kolossalen Taufstein aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Sie wurde im reinsten gotischen Stil mit strenger Regelmäßigkeit und doch mit einer gewissen Leichtigkeit erbaut. Im Inneren der Kirche stehen Meisterwerke der Erfurter Plastik. Auffallend ist der Schnitzaltar im Chor, der große Kronleuchter mit den zwölf Aposteln und das Denkmal des Ritters Theoderich von Lichtenhain aus dem Jahr 1266.

Der Rundgang durch die Stadt sollte noch weiter hinauf zur einzigen weitgehend erhaltenen barocken Stadtfestung Mitteleuropas gehen. Die Zitadelle, die von 1664-1707 angelegt wurde, ist noch heute beeindruckend in ihren Ausmaßen. Sie ist ein Spiegelbild europäischer Festungsbaukunst und bietet einen einmaligen Blick auf die Stadt. Leider fing es an zu regnen und auch der Weg dorthin: Baustelle für die Bundesgartenschau 2021. Wir mussten uns auch langsam auf den Weg zum Treffpunkt machen, daher haben auf einen Besuch verzichtet. Irgendwann kommen wir sicher noch einmal nach Erfurt zurück.







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