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Die Stadt Swellendam ist ein sehr guter Ausgangspunkt für Ausflüge in die attraktive Umgebung. Sie liegt in der Region Overberg, etwa 220 km östlich von Kapstadt an der Garden-Route-Achse und ist eine der ältesten Städte des Landes. Gegründet 1745 und bis heute stark geprägt von der Kap-holländischen Architektur.
Der Ort hat an jedem Ende einen Anschluss an die Schnellstraße N 2. Umgeben ist Swellendam von fruchtbarem Agrarland, hier sieht man öft Störche und Paradieskraniche auf den satten, grünen Wiesen.
Im Hintergrund liegt das imposante Bergmassiv der Langeberg Range, über das einige Pässe in die Kleine Karoo führen. Vier wild zerklüfteten Gipfel der Langeberge überragen die Stadt. Hier sind sie als 10, 11, 12 und 13 Uhr bekannt, da sie um die Mittagszeit eine Art riesige Sonnenuhr bilden.
Swellendam ist ideal als Ausgangspunkt für den Besuch des Bontebok National Park, dessen Eingang nur wenige Kilometer vor der Stadt liegt. Etwas weiter und eintönig zu Fahren sind die ca. 50 km Strecke vorbei an Weizenfeldern bis zum De Hoop Nature Reserve an der Küste.
Der malerische Breede River schlängelt sich durch die Landschaft und ist ebenfalls ein beliebtes Ziel für Ausflügler und Kanuten. Weinfreunde können zahlreiche Weingüter der Breede River Wine Route besuchen. Am Fluss kann man wandern, schwimmen und fischen.
Wir haben hier 2025 zwei Nächte in einem Haus mit dem Namen The Retreat Swellendam gewohnt, das am Ende einer Sackgasse oberhalb des alten Stadtkerns liegt.
Swellendam wurde im Jahr 1745 vom damaligen Gouverneur, Hendrik Swellengrebel und seiner Gattin Helena ten Damme, gegründet. Damit ist es neben Kapstadt (gegründet 1652) und Stellenbosch (gegründet 1679) die drittälteste Stadt in Südafrika. Hier findet man bei einem Stadtrundgang noch viele schöne Gebäude im kapholländischen und im viktorianischen Stil, sie zeugen vom dem reichen historischen Erbe der Stadt. Heute sind die prächtig renoviert und man findet Shops, Restaurants, Cafés und Boutique-Gästehäuser in dem historischen Ambiente.
Im Jahre 1795 war Swellendam sogar einmal für 3 Monaten Hauptstadt eines Staates. Die damaligen Siedler ärgerten sich so sehr über die Abgabenlast und Misswirtschaft der holländischen Ostindien-Kompanie, dass sie kurzerhand eine unabhängige Republik ausriefen. Der Landvogt wurde abgesetzt und Hermanus Steyn zum Präsidenten ausgerufen.
Kurze Zeit später besetzten dann die Briten das Kap und die neue Republik, bestehend aus nur 20 Häusern, wurde wieder aufgelöst. Im Jahr 1865 fielen große Teile der Stadt einem Feuer zum Opfer, trotzdem kann man bei einem Rundgang noch viele alte und wunderschöne Gebäude besichtigen.
Wie viele südafrikanische Städte wurde Swellendam im 20. Jahrhundert stark durch die Apartheidpolitik geprägt. Ab den 1960er- und 1970er-Jahren wurden nicht-weiße Bevölkerungsgruppen aus zentralen Stadtlagen verdrängt. Die meisten betroffenen Familien wurden in das Gebiet Railton umgesiedelt, außerhalb des historischen Stadtkerns und jenseits der heutigen N2 gelegen. Diese räumliche Trennung prägt die Stadtstruktur bis heute.
Bei unserem Besuch im November 2025 gab es dort viele Neubauten. Es handelt sich um das Railton Housing Development Project, ein größeres staatlich gefördertes Wohnbauprojekt. Die Bauarbeiten begannen 2021, langfristig entstehen hier mehrere hundert bis knapp 1.000 Wohneinheiten für einkommensschwächere Haushalte.
Längs der Haupstraße namens Voortrek Street stehen überall die gepflegten Villen der früher den Ton angebenden burischen oder britischen Familien des Ortes, hier gibt es auch Supermärkte, Tankstellen, Geschäfte und Restaurants.
Die prachtvolle niederländisch-reformierte Kirche von Swellendam ist ein beliebtes Fotomotiv und eine der ältesten reformierten Gemeinden Südafrikas. Die Moederkerk in der Voortrek Street ist auch nicht zu übersehen in ihrer weißen Pracht. Stilmerkmale der Gotik, der Renaissance und des Barock vermischen sich hier harmonisch mit kapholländischen Elementen.
Das heutige Kirchengebäude wurde 1911 errichtet und war nicht das erste Kirchengebäude am Ort.
Sehenswert ist auch die Drostdy am östlichen Ende des Ortes, die alte Landvogtei aus dem Jahre 1749, die heute ein heimatkundliches Freilichtmuseum beherbergt. Mit weiß verputzten Fassaden, Giebeln und einem symmetrischen Grundriss.
Es zeigt eine umfangreiche Sammlung kapholländischer Möbel und Gemälde. Einst war hier ein Wohnhaus und später ein Gerichtsgebäude. Das mit Stroh gedeckte, U-förmige Haus, ist eines der schönsten Häuser der Stadt. Zum Museum gehören noch ein altes Gefängnis, zwei victorianische Gebäude: Mayville und Auld House, ein Kräutergarten und eine alte Wassermühle, die noch in Betrieb ist.
Die kleinen Straßen neben der Drostdy laden zu einem Spaziergang ein, hier findet man viele alte und liebevoll restaurierte Gebäude.












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