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Das Weingut Grande Provence wollten wir schon lange mal besuchen, von unserer schönen Unterkunft mit dem sperrigen Namen "Largest one bed apartment & private pool" aus sind wir dann zu Fuß dort hin spaziert. Hin leider über die Hauptstrasse, auf der an einem Samstag ein Höllenverkehr und eine Baustelle das Laufen trotz Fußgängerweg nicht schön machte. Ausserdem kamen ständig die Winetrams vorbei gefahren. Nach einer guten halben Stunde erreichten wir über eine Seitenstraße den Hintereingang am Bistro und fragten nach dem Hauptrestaurant namens "The Oak", wo wir einen Tisch reserviert hatten und in der Bestätigung nur "Restaurant" stand ohne Name. Hier erklärt man nicht einfach den Weg, wir wurden selbstverständlich hingeführt und dem dortigen Kellner übergeben.
Die Geschichte des Grande Provence Weinguts beginnt mit der Ankunft der französischen Hugenotten im Jahr 1694, als Pierre Joubert, ein französischer Protestant, der vor religiöser Verfolgung floh, mit anderen Hugenotten am Kap ankam. Er ließ sich in Olifantshoek nieder, das später in Franschhoek umbenannt wurde, und gemeinsam mit seiner Frau Isabeau Richarde legte er den Grundstein für ein erfolgreiches Erbe. Er erwarb heute immer noch bekannte Landgüter wie Belingchamp, L’Ormarins, La Motte und La Roche. Ihr Pioniergeist brachte weitläufige Weinberge und die charakteristische kapholländische Architektur hervor, die die Region noch heute prägt.
Zu den späteren Besitzern des Weinguts zählte Graf Riccardo Agusta, ein leidenschaftlicher Naturschützer und visionärer Unternehmer, der Grande Provence 1991 erwarb. Sein Vermächtnis lebt in den Weinen fort, die seinen Namen tragen. Im Jahr 2004 erwarb ein Konsortium niederländischer und belgischer Investoren, die eine gemeinsame Leidenschaft für außergewöhnliche Weine, exquisite Küche und afrikanisches Erbe teilten, das Weingut.
Seit über 300 Jahren wird bei Grande Provencde Weinbau betrieben, geprägt vom Terroir des Franschhoek-Tals. Man produziert hochwertige Rot- und Weißweine, die Tradition mit Innovation verbinden.
Auf 47 Hektar Fläche werden viele klassische Sorten angebaut, darunter Chenin Blanc, Chardonnay, Viognier, Sauvignon Blanc und Cabernet Sauvignon. Die Reifung, insbesondere bei Weißweinen wie dem Chenin Blanc/Viognier-Cuvée, findet in französischen Eichenfässern statt, was dem Wein Tiefe und Komplexität verleiht.
Kunst rundet das Erlebnis Grande Provence ab. Im Restaurant verleihen in Zusammenarbeit mit der Galerie Grande Provence sorgfältig ausgewählte Werke dem Ambiente eine stille Poesie. Im angrenzenden, berühmten Skulpturengarten des Anwesens, der ebenfalls zur Galerie gehört, können die Gäste zwischen großformatigen Skulpturen verweilen.











Nach unserer Ankunft am Mittag im The Oak Restaurant konnten uns einen Platz im Freien aussuchen, den wir aber noch einmal ändern mussten, weil die Sonne wanderte und unser Schattenplatz auf einmal beschienen wurde. Hier sitzt man unter großen Schirmen und an einem plätschernden Brunnen im Grünen. Im Zentrum steht eine prächtige Eiche, ein lebendiger Zeuge jahrhundertelanger Zusammenkünfte.
Direkt nebenan liegt eine sehenswerte Kunstgalerie und die Gäste der Weinetram und Tagesbesucher schlendern vorbei. Das nächste Mal kommen wir am Abend oder setzen uns in den Innenraum mit wunderbarem Ambiente.
Der Service war erstklassig, unser Kellner hatte zuvor im Ōku gearbeitet und freute sich, dass wir schon zwei Mal dort waren.
Wir entschieden uns für das Drei-Gänge-Mittagsmenü mit Weinbegleitung, denn wir waren ja zu Fuß hier. Das war auch gut so, denn die Weinportionen fielen viel üppiger aus als erwartet und überrschten uns sehr. Denn hier gab es nicht die einfachen Sorten, sondern die Flagship Weine zum Essen.
Die Vorspeise bestand aus drei Sorten kaltem Smoked Venison mit feinen Saucentupfen und ansprechend dekoriert. Dazu brachte uns der Kellner sogar zwei Weißweine zur Auswahl und der Knaller war dazu der recht teure Amphora Weiß aus dem Quevri. Dieser kam allerdings nicht wie in Avondale aus Georgien.
Die Geschichte des Weins "Grande Provence Amphora" begann, als der Winzer beschloss, zwei 400-Liter-Tonamphoren von Manetti Gusmano und Figli aus Florenz zu importieren, einem Unternehmen mit sieben Generationen Erfahrung in der Herstellung dieser herausragenden Gefäße. Ein kleiner Weinberg mit 33 Jahre alten Chenin Blanc-Reben wurde ausgewählt, und nur die besten, sonnenverwöhnten gelben Trauben wurden geerntet, um das Aroma des Weins optimal zu entfalten.
So lecker, wir waren begeistert. Es wurde großzügig eingeschenkt und als der Service merkte, wie gut er uns schmeckt, kam sogar noch ein halbes Glas hinterher.
Zur Hauptspeise hatten wir uns für zwei verschiedene Fleischsorten entschieden. Ich hatte dreierlei vom Lamm, darunter einen zarten Lammhals mit Mash und Gemüse. Michael hatte sich für ein ebenfalls hervorragendes Gemsbock-Filet entschieden. Auch hier bekamen wir zwei Weine zur Auswahl. Ich hatte den teuren Grand Provence Red Blend Flagship zum Essen. Ein perfekt ausbalanciertes Beispiel für eine moderne Interpretation eines Bordeaux.
Michael hatte den Grand Provence Cabernet Sauvignon, für ein Drittel des Preises ebenfalls sehr gut und für den nächsten Urlaub auf unserer Einkaufsliste. Eigentlich eine Cuvée aus überwiegend Merlot und Cabernet Sauvignon, verfeinert mit einem Hauch Shiraz.
Das Dessert war dann eine wunderbar dekorierte Melktart-Panakotta und dazu wurde ein Gläschen Dessertwein Late Harvest gereicht.
Jetzt waren wir schon ziemlich angeheitert, als im Restaurant eine große Gruppe erschien. Die wurden mit rosa Sekt begrüsst, leider gab es einen Fehler in der Kommunikation und es wurden nicht zwei, sondern gleich vier Tabletts davon vorbereitet. Da gingen die Kellner kurzerhand zu den anderen Gästen und auch wir bekamen kostenlos noch ein Glas Sekt aufs Haus.
Die Rechnung betrug am Ende 1.595 Rand. 16,5% Service Charge von 263,40 Rand wurde hier auf die Rechung automatisch draufgebucht. Laut Webseite muss man eine Anzahlung in voller Höhe des 3-Gang-Menüs bei Reservierung zahlen, das hatten wir noch nicht und konnten ohne Anzahlung buchen.














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