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Ein Besuch der antiken Stadt Anuradhapura in Sri Lanka gleicht einer Reise in eine Zeit, in der Glaube und architektonische Meisterleistung Hand in Hand gingen. Über all diesen Wundern ragt ein Monument besonders hervor, das die schiere Größe und den Ehrgeiz der alten srilankischen Zivilisation verkörpert: der Jethawanaramaya-Stupa. Wir haben sie am Ende unserer Reise durch die Stadt besucht.
Der Bau des Jethawanaramaya begann im 3. Jahrhundert n. Chr. unter der Herrschaft von König Mahasena (276–303 n. Chr.). Die Entscheidung, einen Stupa dieser Größenordnung zu errichten, war nicht nur ein Akt religiöser Hingabe, sondern auch ein politisches Statement. In einer Zeit religiöser Spaltungen auf der Insel sollte der Stupa die Macht und den Einfluss des Theravada-Buddhismus festigen.
Das Ergebnis war ein Bauwerk, das die Welt in Staunen versetzte. Zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung war der Jethawanaramaya der höchste Stupa der Welt und, nach den zwei höchsten Pyramiden von Gizeh das dritthöchste Bauwerk der Menschheit überhaupt. Seine ursprüngliche Höhe von etwa 122 Metern war so enorm, dass es fast 100 Millionen gebrannte Ziegel benötigte, um ihn zu errichten. Heute nach Restaurierungen ist er nur noch ca. 71 Meter hoch und ragt weithin sichtbar über den grünen Baumkronen der Trockenzone gen Himmel. Irdendwan hat die Spitze, die wohl die Flamme der Erleuchtung symbolisierte, nachgegeben, ein Bruchstück davon liegt heute noch auf der Plattform neben dem Ziegelkoloss.
Bis heute, wenn man vor dieser gigantischen, glockenförmigen Backsteinkuppel steht, ist die spirituelle Kraft und die technische Meisterleistung der antiken Ingenieure erkennbar. Der Name Jethawanaramaya leitet sich von Jetavana ab, einem berühmten Waldkloster in Indien. Dies unterstrecht die enge Verbindung Sri Lankas zum Ursprung des Buddhismus. Man sieht aber auch, wo die Baumeister an die Grenzen der Physik stießen, denn die Rundung hat eine Welle, wo zusätzliche Lagen Ziegel den Druck von oben abfangen.
Die Bedeutung des Jethawanaramaya liegt aber nicht allein in seiner Größe. Er gilt als Aufbewahrungsort für eine der heiligsten Reliquien des Buddhismus: einen Teil des Gürtels, den der Buddha getragen haben soll. Diese Reliquie machte den Stupa über Jahrhunderte hinweg zu einem der wichtigsten Pilgerziele der Insel und festigte Anuradhapuras Ruf als spirituelles Zentrum.
Darüber hinaus war das angeschlossene Jethawanaramaya-Kloster eines der drei großen Klosterkomplexe in Anuradhapura und beherbergte zeitweise bis zu 3.000 Mönche. Es war ein Ort der Gelehrsamkeit, der Meditation und des interkulturellen Austauschs, was durch zahlreiche archäologische Funde aus China und Indien belegt wird.
Wir haben den Platz und die Stupa einmal umrundet, die Steine waren heiß unter den Füßen. Ein paar Languren beobachetetn uns, sonst war nicht viel los hier, ganz im Gegensatz zum viel besuchten Ruwanweli Maha Seya und Thuparamaya.
Während der Jethawanaramaya durch seine schiere Größe besticht, verbergen sich in seiner unmittelbaren Umgebung architektonische Juwelen, die von der Feinheit und Eleganz der srilankischen Steinmetzkunst zeugen. Der gesamte Klosterkomplex war eine sorgfältig geplante Stadt in der Stadt. Es finden hier noch Ausgrabungen statt.











Nach dem Besuch des Jethawanaramaya war es nicht weit bis zu den markanten Ruinen des Jetavanarama Image House in Anuradhapura in einem Park auf der anderen Straßenseite. Dieses Bauwerk war einst eines der größten seiner Art auf der Insel und beherbergte einst eine monumentale Buddha-Statue.
Besonders beeindruckend sind die Rest der gigantischen Pforte. Die beiden massiven, etwa 8 Meter hohen Granitpfosten, die auf den Fotos unten dominant zu sehen sind, bildeten einst den Rahmen für ein gewaltiges Eingangstor. Man schätzt, dass die gesamte Struktur ursprünglich bis zu 15 Meter hoch war.
Es handelt sich um ein sogenanntes Gedige-Bauwerk. Ein Architekturstil, bei dem die Wände vollständig aus Ziegeln gemauert waren und oft ein massives Ziegeldach trugen. Die Wände sind hier teilweise über zwei Meter dick, um das enorme Gewicht der Konstruktion zu tragen.
Im Inneren des Hauses befand sich eine gewaltige stehende Buddha-Statue. Heute ist nur noch der Lotus-Sockel (Padmasana) erhalten. Anhand der Proportionen des Sockels und der Torpfosten schätzen Archäologen, dass die Statue eine Höhe von etwa 11 bis 12 Metern hatte.
Im Hintergrund erhebt sich die Jetavanarama-Stupa. Dieser Komplex gehörte zum Jetavana-Kloster, das einst bis zu 3.000 Mönche beherbergte. Die Größe des Image House verdeutlicht, dass die spirituelle Verehrung hier nicht nur im Freien an der Stupa stattfand, sondern auch in prachtvollen Innenräumen, die darauf ausgelegt waren, den Besucher durch ihre schiere Dimension in Ehrfurcht zu versetzen.














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