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Wir waren vom Maho Boutique Hotel aus mit einem Tuk-Tuk zu Besuch bei den alten Stätten und Ausgrabungen. Unser Fahrer war auch gleichzeitig unser Guide, er begleitete uns und erzählte unterwegs Details zur Geschichte des Ortes und beantwortete unsere Fragen zu den religiösen Zeremonien, die wir sahen.
Unser erster kurzer Stopp erfolgte an den Überresten des königlichen Palastes. Die Ruinen des Royal Palace, die heute vor allem durch die noch stehenden massiven Grundmauern und kunstvoll gearbeiteten Steinstufen beeindrucken, lassen die einstige Pracht der Residenz von König Parakramabahu I. erahnen. Besonders bemerkenswert sind die gut erhaltenen Wächtersteine und die feinen Steinmetzarbeiten an den Treppenaufgängen, die den Eingangsbereich säumen.
Nur einen kurzen Weg entfernt befindet sich die Thuparamaya-Dagaba, die als das älteste buddhistische Bauwerk der Insel gilt. Dieses Bauwerk führt Reisende tief in die glorreiche Vergangenheit von Anuradhapura, der ersten Hauptstadt Sri Lankas.
Es wurde bereits im 3. Jahrhundert vor Christus errichtet, um das rechte Schlüsselbein des Buddha als Reliquie aufzunehmen. Das markante, glockenförmige Heiligtum ist von konzentrischen Kreisen aus schlanken Steinsäulen umgeben, die einst ein hölzernes Dach trugen. Diese einzigartige Architektur, das sogenannte Vatadage, verleiht der Anlage eine filigrane Eleganz, die in starkem Kontrast zu den massiven Stupas der Umgebung steht.
Die Thuparamaya ist nicht nur architektonisch faszinierend, sondern auch tief in der Gründungsgeschichte des Buddhismus auf Sri Lanka verwurzelt. Gläubige in weißer Kleidung umrunden das Heiligtum im Uhrzeigersinn, zünden Öllampen an oder legen duftende Jasminblüten und schöne Seerosen auf den Altären nieder.
Der Name Thuparamaya setzt sich aus zwei Pali-Wörtern zusammen: Thupa steht für Stupa oder Dagoba, das Bauwerk selbst. Aramaya bezeichnet einen Wohnkomplex oder ein Kloster für Mönche.
Zusammen bedeutet es also sinngemäß Stupa-Kloster. Dies weist darauf hin, dass die Stupa ursprünglich das Zentrum einer größeren Klosteranlage war, die König Devanampiya Tissa im 3. Jahrhundert v. Chr. für die ersten Mönche der Insel errichten ließ.
Die markanten, heute teils schief stehenden Steinsäulen rund um diese Stupa sind Überreste einer besonderen srilankischen Bauform, dem Vatadage, einem Rundhaus. Ursprünglich trugen hier 176 Säulen, die in konzentrischen Kreisen angeordnet sind, ein großes hölzernes Dach. Dieses Dach diente dazu, die kleine Stupa und die Gläubigen vor Witterungseinflüssen zu schützen.
Die Säulen sind kunstvoll behauen, die Kapitelle oben zeigen oft Schnitzereien von Fabelwesen oder Lotosblüten. Obwohl das Dach längst vergangen ist, verleihen die Säulen der Thuparamaya ihre einzigartige, filigrane Silhouette.
An den vier Himmelsrichtungen der Stupa befinden sich steinerne Altäre, die sogenannten Vahalkadas. Hier legen Gläubige ihre Blumenopfer nieder. An den Eingängen zu den Altären sieht man oft Reliefs von Naga-Raja, den Schlangenkönigen, die als Schutzgeister fungieren. Sie halten einen Krug der Fülle in der Hand, ein Symbol für Wohlstand.
An den Sockeln der Altäre finden sich oft Darstellungen von kleinen, dicken Zwergen. Diese symbolisieren die Erdkräfte, welche das Bauwerk tragen. Die Friese der Altäre sind oft mit Prozessionen von Tieren wie Elefanten, Löwen, Pferden und Stieren geschmückt, die für die verschiedenen Lebensstadien oder Himmelsrichtungen stehen, sowie mit floralen Mustern, vor allem der Lotosblüte.
Direkt nordwestlich liegt ein antiker Stausee namens Basawakkulama Wewa, der eine sehr friedliche Kulisse bietet. Nur etwa 50 Meter entfernt steht eine weitere, kleinere Stupa namens Padalanchana. Sie soll an einer Stelle errichtet worden sein, an der der Buddha bei einem seiner Besuche auf der Insel einen Fußabdruck hinterlassen hat.
Ganz in der Nähe befinden sich auch Ruinen eines Gebäudes, das vermutlich das allererste Behältnis für die heilige Zahnreliquie war, bevor diese nach Polonnaruwa und schließlich Kandy gebracht wurde.
Zusammen bilden der königliche Palast und die Thuparamaya ein beeindruckendes Ensemble, das sowohl die weltliche Macht als auch die spirituelle Tiefe der srilankischen Geschichte eindrucksvoll widerspiegelt.




















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