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Das Fort in Galle, das sich an der Südwestküste von Sri Lanka befindet, stellt ein beeindruckendes Zeugnis der europäischen Kolonialarchitektur in Südasien dar. Die Anlage wurde ursprünglich im 16. Jahrhundert von den Portugiesen errichtet, jedoch erst unter der niederländischen Herrschaft im 17. Jahrhundert massiv erweitert und zu der heute sichtbaren Festung ausgebaut. Diese historische Stätte zeichnet sich besonders dadurch aus, dass sie trotz der wechselvollen Geschichte und des verheerenden Tsunami im Jahr 2004 weitgehend intakt geblieben ist. Die ursprüngliche Stadt im Inneren ist bis heute bewohnt, was sie von vielen historischen Festungen unterscheidet.
Wir haben hier mitten drin gewohnt, in einer kleinen Oase, die den Namen der Adresse trägt und nur aus 2 Zimmern und Aufenthaltsbereichen besteht: dem stilvollen Boutique-Gästehaus 50 Church Street.
Innerhalb der massiven Wallanlagen hat sich ein einzigartiges Stadtbild entwickelt, in dem niederländische Einflüsse mit lokalen Traditionen verschmelzen. Die engen Gassen sind gesäumt von zahlreichen historischen Gebäuden, die heute oft Museen, Kunstgalerien oder Cafés beherbergen. Das verleiht diesem Ort eine besondere Atmosphäre, die man allerdings auch mit ziemlich hohen Preisen bezahlt und die Menschenmassen anzieht, vor allem an den Wochenenden.
Neben der architektonischen Bedeutung ist das Fort aber ein lebendiges Viertel, in dem verschiedene Kulturen und Religionen friedlich zusammenleben, was sich in der Präsenz von Kirchen, Moscheen und Buddistischen Tempeln nebeneinander widerspiegelt. Aufgrund dieser kulturellen Relevanz und des hervorragenden Erhaltungszustands wurde das Fort von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Die Gebäude entlang der belebten Straßen folgen oft einem klassischen Stil mit dicken Mauern, hohen Decken und großzügigen Veranden, die ursprünglich dazu dienten, der tropischen Hitze entgegenzuwirken. Viele dieser ehemaligen Wohnhäuser und Verwaltungsbauten wurden in den letzten Jahrzehnten behutsam restauriert, wobei die charakteristischen Terrakotta-Dächer und die weiß getünchten Fassaden das historische Flair bewahren.
Es gibt ein reges Geschäftsleben im Inneren der Festung, wobei besonders die Juweliere hervorstechen. Galle ist seit Jahrhunderten als Zentrum für den Handel mit Edelsteinen bekannt, da die umliegende Region reich an Saphiren, Mondsteinen und Rubinen ist. In den eleganten Boutiquen entlang der Leyn Baan Street und der Pedlar Street wird diese Tradition fortgeführt, hier ist gefühlt jeder zweite Laden ein Juwelier. In den Auslagen der Schaufenster trifft traditionelles Handwerk oft auf modernes Design. Bleibt man länger stehen, kommt gleich jemand raus und lädt ein, sich im Geschäft umzusehen. Diese Geschäfte tragen wesentlich zur gehobenen Atmosphäre des Forts bei, sie locken Besucher aus aller Welt an, die nach authentischen sri-lankischen Kostbarkeiten suchen.
Am Rand kann man auch den kleinen Fischerhafen besuchen, der allerdings nicht besonders malerisch ist. Hier kaufen die Anwohner ihren frischen Fisch und wir fanden den einzigen Weißbartlangur, den wir im gesamten Urlaub gesehen haben, in einem Baum sitzend mitten in der Stadt.
Die lange Rampart Bastion ist Teil der Verteidigungsmauer, die sich entlang der Küste zieht. Sie bot den Soldaten einen guten Überblick über das Meer und die umliegenden Gebiete und war ein wichtiger Abschnitt der Festungsverteidigung.
Hier versammeln sich am Abend zahlreiche Menschen, um den Sonnenuntergang zu sehen. Leider fiel der auf Grund der hohen Luftverschmutzung meist ziemlich milchig aus, oder die Sonne verschwand früh hinter einer Wolkenbank.











Ein zentrales Monument der Niederländischen Epoche ist die Groote Kerk, die am höchsten Punkt des Forts steht und hervorragt. Ihre schlichte, aber dennoch imposante Fassade und die im Boden eingelassenen Grabplatten ehemaliger Gouverneure erzählen von der langen europäischen Präsenz in der Region. Die Niederländisch-Reformierte Kirche kann man von 6:00-21:00 Uhr besuchen, die Türe ist dann geöffnet und es kostet keinen Eintritt. Natürlich sollte man für einen Besuch angemessen bekleidet sein.
Unweit davon bildet die anglikanische All Saints Church mit ihrem neugotischen Stil und den filigranen Buntglasfenstern einen architektonischen Kontrast, der die Vielfalt der religiösen Einflüsse hier in der Stadt verdeutlicht.
Auch die markante Meera-Moschee aus dem Jahr 1904 fügt sich nahtlos in dieses multikulturelle Gefüge ein. Sie stellt ein architektonisches Kuriosum innerhalb der Festungswälle dar, leider war sie bei unserem Besuch gerade eingezäunt.
Auf den ersten Blick erinnert das strahlend weiße Gebäude mit seinen neoklassizistischen Elementen, den Rundbogenfenstern und der zweigestöckigen Fassade eher an eine portugiesische oder niederländische Kirche als an ein traditionelles islamisches Gotteshaus. Diese ungewöhnliche Bauweise sorgt dafür, dass sich die Moschee harmonisch in das kolonial geprägte Stadtbild einfügt, anstatt stilistisch daraus hervorzustechen. Die Moschee dient der muslimischen Gemeinschaft, die seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der Bevölkerung des Forts ist, als spirituelles Zentrum.
Die Moschee liegt direkt gegenüber vom berühmten Leuchtturm von Galle. Der heutige Leuchtturm ist eines der meistfotografierten Wahrzeichen Sri Lankas. Er befindet sich an der südöstlichen Spitze des Forts auf der Point Utrecht Bastion. Obwohl es bereits im 19. Jahrhundert einen britischen Vorgängerbau gab, stammt der aktuelle, etwa 26,5 Meter hohe Rundturm aus dem Jahr 1939. Er wurde errichtet, nachdem das ursprüngliche Leuchtfeuer durch einen Brand zerstört worden war. Mit seiner weißen Fassade und den umgebenden Palmen dient er noch immer als aktive Navigationshilfe für Schiffe, die den Hafen von Galle ansteuern.
Innerhalb der Mauern finden sich mehrere bedeutende Museen, die unterschiedliche Aspekte der Region beleuchten. Leider haben wir es nicht mehr geschafft, sie zu besuchen, aber erwähnen möchte ich sie hier. Das Nationalmuseum von Galle ist im ältesten noch erhaltenen niederländischen Gebäude des Forts aus dem Jahr 1656 untergebracht. Die Ausstellungen konzentrieren sich auf das kulturelle Erbe Süd-Sri Lankas.
Das Nationales Maritimes Archäologiemuseum in einem beeindruckenden ehemaligen niederländischen Lagerhaus direkt am Hafentor gelegen, widmet sich der Unterwasserarchäologie. Hier kann man Artefakte aus Schiffswracks bestaunen, die teils Jahrhunderte alt sind. Ein besonderes Highlight ist das riesige Walskelett, das unter der Decke einer der Galerien montiert ist.
Das Historical Mansion Museum ist ein privat geführte Museum in der Leyn Baan Street, es bietet einen sehr persönlichen Einblick in die Vergangenheit. In einem restaurierten kolonialen Wohnhaus ist eine riesige Sammlung von Alltagsgegenständen, alten Schreibmaschinen, Kameras und Schmuckstücken untergebracht.
















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