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Aufgrund der saisonalen Wetterkapriolen in Sri Lanka während unseres Aufenthalts in Sigitriya war der Hurulu Eco Park der rettende Anker für uns Wildtierliebhaber. Denn die benachbarten Parks Minneriya und Kaudulla waren wegen des hohen Wasserstands der Stauseen gesperrt, somit verlagerte sich das Geschehen, zusammen mit den Elefantenherden, in dieses Schutzgebiet. Der Hurulu Eco Park nimmt eine besondere Stellung im ökologischen Gefüge Sri Lankas ein, da er als Teil des Hurulu-Biosphärenreservats fungiert, das bereits 1977 von der UNESCO anerkannt wurde. Im Gegensatz zu den großen Nationalparks wie Yala oder Udawalawe dient dieser Park vor allem als essenzieller Korridor für Elefanten, die zwischen den verschiedenen Schutzgebieten der Zentralprovinz wandern. Die Safari dort war so gar nicht unser Ding und das lag nicht nur am Wetter.
Ein Fahrer mit Auto wurde uns von der Unterkunft Hidden Lake Cottages oragnisiert, er holte uns pünklich ab und wir fuhren über Landstraßen bis zum Parkeingang.
Wenn der Monsun die Ebenen von Minneriya flutet, wird der Hurulu Eco Park zum wichtigsten Schauplatz für Naturbeobachtungen in der Region Habarana. Da die Dickhäuter auf ihren Wanderungen trockene Pfade und Futtergründe suchen, ist dieser Park oft die einzige Möglichkeit, die Tiere aus nächster Nähe zu sehen. Doch die Fahrt durch den Hurulu Park unterscheidet sich deutlich von den von uns besuchten anderen Nationalparks.
Die hier im Park eingesetzten Jeeps sind robuste, ältere Modelle der Marke Mahindra. Sie sind speziell für das unwegsame Gelände umgerüstet. Eine Besonderheit dieses Wagentyps, und für uns leider eine Enttäuschung, ist die Konstruktion des Verdecks: Die Dächer lassen sich bei vielen Modellen nach hinten klappen oder weit öffnen. Im Gegensatz zu den spezialisierten, rundum offenen Safari-Umbauten, wie man sie aus dem Yala-Nationalpark kennt, sind die Jeeps hier rundum recht verbaut. Die Fensteröffnungen sind bei heruntergelassenen Planen oft klein oder durch Streben unterbrochen, was die Sicht auf die Tierwelt erheblich einschränkt.
Sobald man den Parkeingang erreicht hat, wird das Dach aufgestoßen, und die Safarigäste stehen oft auf den Sitzen oder dem Boden des Jeeps, um oben über die Kanten des Daches zu blicken. Leider waren sehr dunkle Wolken am Horiozint und es regnete zwei Mal während der Safari. Eigentlich nicht schlimm, denn es ist ja warm. Aber mit unseren Fotoequipment wollten wir nicht über Stunden Sonne und Regen ausgesetzt sein und der Fahrer ließ unser Dach oben drauf.
Während die anderen Teilnehmer im Freien den Elementen trotzten, saßen wir geschützt, aber mit einem deutlich eingeschränkten Panorama im Inneren. Die zusammengerollten Seitenplanen hängen rechts und links recht tief, was das Fotografieren und Beobachten erschwert. Wir setzten uns nach Hinten, um etwas mehr Sicht nach Vorne zu haben, was natürlich auf den schlechten Wegen zu mehr Belastung für den Rücken führte.
Diese Form der offenen Fortbewegung hat im Park eine fast sportliche Komponente. Die Fahrer neigen dazu, mit beachtlicher Geschwindigkeit über die holperigen Pisten zu rasen, während die stehenden Personen versuchen, das Gleichgewicht zu halten oder gar laut jauchzen. Wir fühlten uns eher wie auf der Kirmes, als bei einem Naturerlebnis. Es ist ein wildes, ohne Regen sicher auch sehr staubiges Abenteuer, bei dem der Adrenalinspiegel scheinbar wichtiger ist als eine Elefantensichtung.











Der Park ist nach dem Hurulu-Wewa benannt, einem antiken Bewässerungsstausee, der die Region seit Jahrhunderten prägt. Während Gebiete wie Minneriya und Kaudulla oft unter Wasser stehen, bietet das leicht erhöhte und dichter bewachsene Areal des Hurulu Eco Parks den Tieren einen guten Rückzugsort. Seine Ernennung zum Ökopark zielte darauf ab, den Tourismus zu kanalisieren und gleichzeitig den Lebensraum der wandernden Herden zu schützen, die hier vor allem in den feuchten Monaten reichlich Nahrung finden.
Das Wegenetz im Hurulu Eco Park ist im Vergleich zu den weitläufigen Grasebenen anderer Parks deutlich anspruchsvoller und abenteuerlicher zu befahren. Man sollte sich daarauf einstellen, tüchtig durchgerüttelt zu werden.
Die Pfade sind oft schmal und führen durch dichten Sekundärwald und Buschland. Bei Regen verwandeln sich die Wege in tiefe Schlammpisten, die den Fahrern ihr ganzes Können abverlangen. Durch das dichte Gebüsch sind die Sichtachsen kurz, was die Safari zwar spannend macht, da man oft erst im letzten Moment etwas sieht. Wenn aber sowieso nicht viel zu sehen ist, dann wird es schnell langweilig.
Die rasanten Fahrten über die holprigen Wege gehören hier zum Standardprogramm der lokalen Guides, wenn man schon nichts sieht, dann wenigstens Spaß. Wie wenig los war zeigt auch die Tatsache, dass die Guides an diesem Tag fast immer an Aussichtspunkten angehalten haben und dort dann alle Fahrgäste im Freien herumliefen, auch wenn die Aussicht eher trübe war. Immerhin die Vogelwelt lieferte, wenn auch nicht so gut wie in anderen Parks. Da haben wir beim Spaziergang am Hotel mehr Arten gesehen. Man sieht Halsbandsittiche, Pfauen, verschiedene Eisvogelarten, Bienenfresser und die imposanten Schlangenadler, die oft auf den abgestorbenen Bäumen am Wegesrand thronen.
Elefanten sind die unangefochtenen Stars des Parks. Hier sieht man oft imposante Bullen oder kleinere Familiengruppen, die durch das Unterholz brechen. Ein Treffen mit Leopard oder Lippenbär im Hurulu Park gilt als großer Glücksfall.












Während wir im Park oft mühsam durch das dichte Gebüsch spähen mussten, um einen Blick auf die Elefanten zu erhaschen, präsentieren sich die Tiere auf der Rückfahrt völlig ungeniert direkt am Straßenrand.
Denn die Hauptstraße, die durch das Gebiet führt, durchschneidet die natürlichen Wanderrouten der Tiere. Besonders in der Dämmerung oder bei Regen ziehen die Elefanten aus dem dichten Waldrand in Richtung der offeneren Flächen an der Straße. Dort verursachen sie ein kleines Verkehrschaos, da alle Jeeps, die ihre Gäste zurück zu den Unterkünften fahren, hier natürlich anhalten.
Sobald ein Elefant am Straßenrand gesichtet wird, bremsen die Tuk-Tuks, Busse und Lastwagen abrupt ab. Innerhalb weniger Minuten entsteht ein kleiner Stau, weil jeder versucht, ein Foto aus dem Fenster zu machen
Leider haben einige Elefanten in dieser Gegend gelernt, dass sie aus Menschenhand manchmal Nahrung bekommen. Sie stehen dort fast schon erwartungsvoll, was die Situation für den Verkehr zwar spannend, für die Tiere aufgrund der Unfallgefahr aber auch riskant macht.
Es war fast schon ironisch: Man zahlt Eintritt, mietet einen Jeep und lässt sich bei den rasanten Fahrten im Hurulu Park ordentlich durchschütteln, nur um am Ende festzustellen, dass die beeindruckendste Begegnung völlig kostenlos direkt neben der Fahrbahn stattfindet. Im Park wirken die Tiere oft sehr agil und verschwinden schnell im Dickicht, während sie an der Straße eine stoische Ruhe ausstrahlen und sich durch die hupenden Fahrzeuge und Abgase kaum aus der Fassung bringen lassen.
Dabei ist der sogenannte Mensch-Elefant-Konflikt in Sri Lanka ein ernsthaftes und leider sehr präsentes Thema. Da der Lebensraum der Tiere durch Landwirtschaft und Besiedlung immer weiter eingeschränkt wird, kreuzen sich die Wege von Mensch und Tier zwangsläufig.
In diesen ersten sieben Wochen des Jahres 2026 wurden bereits 10 Todesfälle gemeldet, die durch Angriffe von wilden Elefanten verursacht wurden. Einer davon ganz in der Nähe am Pidurangala Rock wenige Tage vor unserer Ankunft.
Im selben Zeitraum kamen 44 Elefanten ums Leben. Die Todesursachen sind vielfältig und oft menschengemacht, darunter Schusswunden, Vergiftungen, illegale Elektrozäune sowie Unfälle mit Zügen oder Ertrinken. Besonders kritisch sind Regionen wie Polonnaruwa und Habarana, da hier die Nationalparks direkt an bewohntes Gebiet und Hauptverkehrsstraßen grenzen.









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