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Die von Prabath verkaufte und begleitete Tour für 100 US Dollar für uns beide nannte sich "7 Waterfalls Tour". Sie führte in den 10 Kilometer entfernten Abschnitt des Sinharaja World Heritage Site zum Lankagama Entrance.
Für die Fahrt fuhr nach dem Frühstück ein ziemlich altes Tuk-Tuk auf den Hof und wir starteten die Tour. Erst zu dieser Zeit hatten sich die üblichen Morgennebel gelichtet und die Sonne kam zum Vorschein. Die Fahrt auf den schmalen, aber meist asphaltietrten Landstraßen macht mit einem Tuk-Tuk richtig Spaß und wir genossen den Fahrtwind.
Der erste Wasserfall lag schon auf dem Hinweg und war über viele Stufen bergab in 650 Metern erreicht: der Sathmala Ella Waterfall. Ein netter Platz, an dem wir mit zwei einheimischen Paaren alleine waren. Wahrscheinlich für die örtliche Bevölkering ein romantisches Plätzchen. Wir bobachteten einige Vögel und machten Fotos vom Wasserfall, der gut gefüllt war.
Bei der Weiterfahrtt entdeckten wir am Straßenrand einen Stand, der King Coconut verkaufte. Da wir die in der Unterkunft nicht bekamen, hielten wir an und genossen den frischen Saft. Danach wurde die Frucht aufgeschlagen und wir konnten sie noch auslöffeln. Immer wieder lecker und Erfrischend, Prabath spendierte sie. Immerhin befanden wir uns hier in der Tiegfpreissenke für Kokosnüsse, denn sie kosteten hier nur 100 LKR pro Stück. Die Besitzer des Standes freuten sich sehr, dass wir hier angehalten haben.
Bei der Weiterfahrt entdeckte Prabath aus den Augenwinklen dann noch prächtige Tiere im Gras: Die hübsche Gartenagame (Calotes versicolor) ist in der Lage, ihre Körperfarbe zu ändern. Diese Fähigkeit ist jedoch nicht so extrem ausgeprägt wie bei Chamäleons und dient primär der Kommunikation und Thermoregulation, weniger der Tarnung.
Wir konnten das live beobachten. Männliche Agamen zeigen während der Paarungszeit oder bei Revierkämpfen mit anderen Männchen dramatische Farbwechsel. Der Kopf und Nackenbereich färben sich leuchtend rot oder orange, während der Rest des Körpers oft dunkler, fast schwarz, wird. Diese Signalfarben dienen dazu, Rivalen einzuschüchtern und Weibchen anzulocken. Ein dominantes Männchen zeigt eine intensive Rotfärbung, während ein unterlegenes Männchen eher unauffällige Braun- oder Grautöne annimmt.
Als wir uns naäherten fühlte sich der Herr gestört und wechselte am Kamm von Orange in Grün innerhalb weniger Sekunden. So konnten wir hier schöne Fotos machen und nahmen uns auch die Zeit dazu. Denn auch das Weibchen und schöne Schmetterlingen in der Umgebung wollten fotografiert werden.
Nach kanpp 10 Kilometern Fahrt mit einigen Unterbrechungen erreichten wir dann den Eingang zum Nationalpark. Ab hier führen diverse Wanderwege zu acht verschiedenen Wasserfällen.










Was für ein Glück, direkt am Eingang hing eine dünne grüne Schlange im Baum. Wir waren begesitert. In den dichten Wäldern des Sinharaja-Waldreservats lebt diese faszinierende Jägerin meist verborgen: die Nasen-Peitschennatter (Ahaetulla nasuta), oft einfach als grüne Peitschennatter oder Vine Snake bezeichnet. Diese schlanke, tagaktive Schlange ist ein Meisterwerk der Evolution, perfekt angepasst an das Leben in den Baumkronen des Regenwaldes.
Ihr Körper ist peitschenartig dünn und kann eine Länge von bis zu 1,5 Metern erreichen, was ihr ermöglicht, sich mühelos durch das dichte Blattwerk zu schlängeln. Die Färbung ist ein leuchtendes Smaragdgrün, das sich perfekt in das Laub einfügt. Diese Tarnung ist so effektiv, dass sie oft erst entdeckt wird, wenn sie sich bewegt. Ein markantes Merkmal ist ihr langer, spitzer Kopf mit der charakteristischen, rüsselartig verlängerten Schnauze, die ihr den Namen Nasen-Peitschennatter einbrachte. Ihre großen, goldgelben Augen mit den horizontalen, schlitzförmigen Pupillen verleihen ihr ein intensives, fast hypnotisches Aussehen.
Wir begannen die Wanderung im Regenwald und Prabath erwies sich als guter Guide, der Tiere entdeckte, die wir alleine nie gesehen hätten.
Eine Wanderung durch das Sinharaja-Waldreservat vom Lankagama-Eingang füht durch die ursprüngliche Wildnis Sri Lankas. Die Pfade, die tief in den dichten Regenwald zu den Wasserfällen führen, sind weit entfernt von befestigten Wanderwegen. Sie fordern den Besuchern eine gute Kondition und Trittsicherheit ab, da der Boden ein komplexes Geflecht aus Steinen, Felsen und massiven Baumwurzeln bildet. Diese rutschigen Wurzeln überziehen die steilen Aufstiege wie natürliche Treppen, verlangen jedoch bei jedem Schritt höchste Konzentration, besonders wenn die hohe Luftfeuchtigkeit den Untergrund mit einem feinen feuchten Schimmer überzieht.
Das Ziel der Anstrengung sind die donnernden Wasserfälle wie der Brahmana Ella oder der Duwili Ella. Das Tosen des Wassers, das über mehrere Stufen in tiefe, dunkle Becken stürzt, bildet einen gewaltigen Kontrast zur sonstigen Stille des Waldes. Das kühle Sprühwasser in der Luft bietet eine willkommene Erfrischung nach dem schweißtreibenden Aufstieg über die steilen Wurzelpfade und belohnt für die Strapazen eines authentischen Dschungeltreks.
Wir haben allerdings auf das Erobern von sieben Wasserfällen verzichtet, zu einigen war der Weg noch viel steiler und unsere Kondition war dafür nicht ausreichend. Selbst Prabath kam hier ins Schwitzen und schnaufte. Es sind 9 Wässerfälle in dieser Region: Brahmana, Uran Watunu, Gal Oruwa, Thattu, Duwili, Kakuna, Pathan und Malmora.
Der Weg zum Brahmana Ella und Gal Oruwa Ella ist 3 Kilometer lang und man braucht dafür 2 Stunden. Zum Thattu Ella und Duwili Ella sind es weitere 3 Kilometer mit nochmal 2 Stunden. Und ganz Fitte nehmen dann den 11 Kilometer Wanderweg auf sich über Hathbinkanda, Lankagama bis nach Pitadeniya.









Da ich nur auf einem Auge gut sehen kann und nur zweidimensional gucke, ist so ein Wanderweg doppelt anstrengend. Während wir uns mühsam die Hänge hinaufarbeitet haben und die feucht-warme Luft das Atmen erschwert, offenbart der Wald seine einzigartige Fauna. In der niedrigen Vegetation oder auf moosbedeckten Felsen lässt sich die Ceylon-Lanzenotter (Trimeresurus trigonocephalus) entdecken. Ohne Pranbath hätten wir die gut getarnten Tiere wohl sicher übersehen, aber er wusste, dass wir Schlangen gut finden und hat mehrere gefunden.
Diese endemische Grubenotter ist mit ihrer mattgrünen Färbung und dem charakteristischen schwarzen Streifenmuster perfekt getarnt. Meist verharrt sie völlig bewegungslos, während sie mit ihren hochempfindlichen Grubenorganen Wärmesignale ihrer Beute wahrnimmt. Die Ceylon-Lanzenotter ist eine der wenigen Schlangenarten, bei denen die Weibchen lebende Junge zur Welt bringen (Ovoviviparie), anstatt Eier zu legen.
Auf dem Waldboden, oft direkt zwischen den weitverzweigten Wurzeln, huscht die Braungefleckte Känguruechse (Otocryptis wiegmanni) umher. Diese kleine, ebenfalls endemische Agame verdankt ihren Namen der Fähigkeit, sich bei Gefahr auf den Hinterbeinen aufzurichten und mit schnellen Sprüngen im Unterholz zu verschwinden.
In den Zwischenräumen der Sträucher und Bäume spannen beeindruckende Radnetzspinnen ihre kunstvollen, oft riesigen Netze. Hoch oben in den Baumkronen sorgen die Ceylon-Hutaffen (Macaca sinica) für Unruhe. Man erkennt sie sofort an ihrem markanten Haarschopf, der wie ein kleiner Hut auf dem Kopf sitzt. Ihre spielerischen Interaktionen und das raschelnde Geäst begleiten den Wanderer auf dem Weg.
Nach dem Besuch von vier Wasserfällen an diesem Tag und fünf Stunden unterwegs hatten wir dann genug. Das Mittagessen sollte nicht in Form von Picknick am Wasserfall stattfinden, sondern in der Unterkunft warteten leckere Nudeln mit Knoblauch und Huhn auf uns. Prbath hatte schon genug zu schleppen, um uns ausreichend mit Wasser und Snacks zu versorgen. Am Nachmittag konnten wir uns dann von der schweißtreibenden Wanderung erholen.











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