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San Telmo

San Telmo ist eines der ältesten Stadtviertel von Buenos Aires und es war bis zur Gelbfieberepedemie 1870 eines der vornehmsten Viertel der Stadt. Die Reichen flohen nach Recoleta und mit dem historischen San Telmo ging es stetig bergab.

Immerhin gründete hier Pedro de Mendoza gegen den Widerstand der heftig kämpfenden Indianer am 3. Februar 1536 Buenos Aires. Ihm zu Ehren errichteten die Einwohner 1936 anlässlich der 400-Jahrfeier der Stadt eine prächtige Statue, die bei den Porteños sehr umstritten ist. Denn der so Geehrte gilt bei vielen als Indianerschlächter.

Heute findet man im Viertel liebevoll restaurierte Kolonialhäuser, in denen sich viele Künstler und Kunsthandwerker angesiedelt haben und rings umher ein reges kulturelles Leben. San Telmo ist architektonisch stark geprägt durch Altbauten aus dem 19. Jahrhundert, ein großer Teil des Stadtteils steht unter Denkmalschutz. Es gibt unzählige Restaurants und Kneipen, schummrige Tangolokale, kleine Gassen mit altem Kopfsteinpflaster und begrünte Hinterhöfe.

Das Viertel erkundet man am besten zu Fuß, wir haben uns einfach vom Taxi im Herzen von San Telmo nahe der Plaza Dorrego absetzen lassen, wenn wir in Palermo gewohnt haben. Bei den nächsten Aufenthalten haben wir im Viertel gewohnt, im Hotel Moreno. Zuletzt im Oktober 2014, da hatte sich das Ambiente in San Telmo aber durch die Wirtschaftskrise nicht gerade zum Besseren entwickelt und auch das Hotel war nur noch bedingt zu empfehlen.

Die wichtigste Straße von San Telmo ist die Defensa, sie führt vom Parque Lezama bis zur Plaza de Mayo im Zentrum und wird sonntags für den Autoverkehr gesperrt. Dann findet hier ein Flohmarkt mit Volksfestcharakter statt. Die lange Straße ist eine historische Verdeidigungslinie, daher der Name. Hier versuchten die englischen Soldaten 1806 und 1807 erfolglos, Buenos Aires den Spaniern streitig zu machen.

Südlich von San Telmo schließt sich das Hafenviertel La Boca an, traditionell das Armenviertel der Stadt und bekannt durch eine Gasse mit bunten Häusern.




Tango und Antikes

Bekannt ist San Telmo auch für die zahlreichen Tango-Lokale und auf der Plaza Dorrego im Herzen des Viertels tanzt fast immer ein Paar zum Broterwerb und zur Erbauung der Cafegäste auf dem Platz.

Der durchdringende Ton des Bandoneons ist über den ganzen Platz zu hören. Die Klangquelle ist meistens eine weit aufgedrehte mobile Stereoanlage oder ein batteriegetriebener Bandlautsprecher. Oft versammelt sich hier eine dichte Menschentraube um die Tanzenden.

Die Zuschauer können sich auch in einem der Straßencafes am Platz niederlassen und bequem bei einer Tasse Kaffee die toll getanzten Darbietungen des Tango Argentino bewundern. Ein schönes Plätzchen für eine Rast. Sonntags tanzen auf einer Bühne die besten Tänzer der Stadt.

Als wir am Nachmittag in der Woche hierher kamen war nicht ganz so viel los und das aktuelle Tanzpaar ließ sich prima ohne Menschenmassen fotografieren. Weitere Bilder davon findet ihr auf der Kunst und Kultur Seite. Selbstverständlich wirft man dafür einen Obolus in den bereitgestellten Hut.

Den Namen San Telmo verbinden Kenner auch immer mit Antiquitäten. Jeden Sonntag findet hier ein bekannter Antiquitätenmarkt statt, die Feria de San Pedro Telmo, der Einheimische und Touristen gleichermaßen anzieht. Von unserem Hotel konnten wir da zu Fuß hingehen, neben Antiquitäten gibt es natürlich auch die üblichen Stände mit allerlei Kunsthandwerk und Kitsch, vom Lamahaar-Schal über Schmuck, Lederwaren, Plastiknippes bis hin zu bunten Flaschen kann man hier fast alles kaufen.

Aber auch beim lockeren Spaziergang durch das Viertel trifft man auf unzählige kleine Geschäfte mit Trödel. 2014 waren aber viele davon geschlossen, die Fassaden vergammelt. Immer wieder führen Torgänge in Hinterhöfe mit riesigen Hallen mit hohen Decken. Es gibt Angebote mit festen Ständen zum Stöbern und Staunen. Hier wird alles verkauft was das Herz eines Trödlers höher schlagen lässt.

Wahrscheinlich kann man in Buenos Aires auch immer noch richtige Schnäppchen machen, denn die Wirtschaftskrise zwingt auch immer mehr ehemals Wohlhabende sich von ihren alten Schätzen zu trennen. Allerdings muss man sich dafür gut auskennen und genau wissen, was man zu welchem Preis sucht.




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