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RUTA PROV. 15

Der Anfang der Ruta Provincial 15 im Ort El Calafate ist schwer zu finden. Unser Glück war die kleine Faltkarte mit Ortsplan, die wir von einem Polizisten bei der Registrierung am Kontrollpunkt am Ortseingang erhalten hatten. Außerdem wohnten wir ein wenig oberhalb des Touristenortes auf der Estancia Huyliche, die fast direkt an dieser Straße liegt.

So bot es sich an, von unserer Unterkunft aus an einem schönen Vormittag einmal der Straße weiter zu folgen. Eigentlich wollten wir zu einer weit entfernten Estancia namens Nibepo Aike und noch ein wenig weiter um den südlichen Seitenarm des Lago Argentino namens Lago Roca herum, weil wir von dort einen schönen Blick auf den See, die Berge und vielleicht auch auf den Perito Moreno Gletscher aus einer anderen Perspektive erhofften.

Leider kamen wir nicht so weit - wegen Bauarbeiten an einer Brücke - doch dazu später.

Wer von Calafate aus dieser Nebenstrecke folgen möchte, der muss erst einmal suchen. Denn leider ist diese Straße unten im Ort nicht ausgeschildert und so muss man irgendwo an der Banco de Santa Cruz links abbiegen und durch unansehnliche Vorortstraßen den Berg hochfahren. Alle staubigen Wege führen hier oben irgendwann auf die Ruta Provinzial 15, beschildert ist hier nichts.

Dann geht es auf der Hochebene oberhalb von El Calafate hinaus durch das Gewerbegebiet mit Schule, Kraftwerk, Busunternehmen, Wassertanks, Lagerhallen, insgesamt eine wenig anheimelnde Gegend, was wohl auch die meisten Touristen davon abhält hierher zu fahren. Nach wenigen hundert Metern endet die Bebauung, die Straße macht einen Knick nach Westen und links zeigt ein Schild am Gatter, das es hier zur Estancia Huyliche geht. An dieser Stelle begann unsere Rundfahrt.

Nach wenigen hundert Metern ist man in der Einsamkeit. Nachts hatte es oben auf den Bergen ein wenig geschneit, die Bergrücken wirkten wie mit Puderzucker bestäubt.

Die zum Teil schlechte Straße führt vorbei an den Weiden der wenigen Estancias. Sie liegen meist malerisch am Berghang, durch hohe Bäume und dem dahinter liegenden Berg vor den Winden geschützt. Am Wegrand findet man den alten hölzernen Fuhrpark als Dekoration ebenso wie neugierie Schafe, Pferde und Kühe. An einem Gehöft verfolgte eine Meute bellender Hunde das Auto bis zu ihrer Reviergrenze.


Parque Nacional Lago Roca

Auf einer Stahlgitter-Brücke überquert man einen kristallklaren Fluss, dann geht es weiter, vorbei an bizarren Bäumen, die ihre Moosbewachsenen Äste in den stahlblauen Himmel streckten.

Ein kleiner Wald muss durchquert werden, hier hängen dichte Flechten an den Ästen und es fehlen nur noch ein paar Elfen und Trolle. Die Wolken regnen sich hier an der Kordillere ab und daher ist die Region sehr feucht und grün. Wir hatten für diese Tour allerdings einen strahlend schönen Tag erwischt.

Man befindet sich im Parque Nacional Lago Roca und kommt auch am Blockhaus der Rangerstation vorbei. Die Region ist ein Teilstück des Nationalparks Los Glaciares. Allerdings zahlt man auf dieser Seite keinen Eintritt.

Einige Wanderwege führen hier in die grüne Natur und wir staunten nicht schlecht, als mitten in der Einsamkeit plötzlich eine Wandergruppe Pfadfinder am Wegrand auftauchte.

Auf der rechten Seite leuchtet türkis ein Seitenarm des Lago Argentino, der Lago Roca oder auch Brazo Sur.

Am sehr schön gelegenen Campingplatz gleichen Namens war dann leider Schluss. Die Straße endete hier, denn es gab Bauarbeiten an der einzigen Brücke über einen Fluss und so konnten wir leider hier nicht weiterfahren. Ein idyllisches Plätzchen, sehr beliebt bei Sportanglern und Ruhesuchenden, 52 Kilometer vom hektischen El Calafate entfernt.

Es gibt einige Wanderwege, so kann man am Seeufer bis an den Brazo Sur des Lago Argentino entlangwandern.

Eine anstrengendere und schönere Wanderung, für die wir leider zu wenig Zeit hatten, führt auf den Gipfel des 1.282 Meter hohen Cordon de los Cristales. Von dort soll sich ein umwerfender Rundblick bieten, denn bei schönem Wetter kann man von dem erhöhten Standpunkt das südliche patagonische Kontinentaleis mit seinen verschiedenen Gletscherzungen und sogar das in Chile liegende Torres-del-Paine-Massiv sehen.

Schwemmland

Ein kurzes Stück fuhren wir wieder zurück und nahmen dann die Querverbindung der Ruta prov. 60, die von hier aus nach Norden zur Hauptstraße Ruta prov. 11 führt, der Hauptroute zum Gletscher Perito Moreno.

Hier entfernt man sich wieder mehr von den Bergen und befindet sich in einer weiten Schwemmlandschaft. Links sind die Überflutungsebenen, die sich kurz vor einer Ruptura am Perito Moreno Gletscher mit Wasser füllen, wenn sich dieser Seitenarm des Lago Argentino aufstaut.

Bizarre, abgestorbene Baumsklette auf der Ebene zeugen von diesen Naturgewalten. Da wir hier alleine unterwegs waren, genossen wir die grandiose Aussicht rundum auf die Bergwelt, die Farben der Steppe im Frühling und die reiche Tierwelt. Nachdem wir die einzige kleine Estancia am diesem Weg mit ihren Rindern hinter uns gelassen hatten zeigte uns ein Spaziergang auf der Ebene die Vielfalt der hier lebenden Flora und Fauna.

Überall wo man ging flogen Kiebitzeltern hoch und veranstalteten ein Heidenspektakel um von ihren im Gras versteckten Jungen abzulenken. Auf dem rechten Bild ist so ein aufgeregtes Examplar zu sehen.

Wir sahen zahlreiche Magellangänse, Enten, Caranchas und konnten uns ziemlich nah an die hübschen gelbgesichtigen Imbisse heranschleichen. So gelang das untere Bild. Die lauten Tiere heißen hier Bandurias. Auch der riesige Condor zog hier weit über unsern Köpfen seine Kreise.

Ein Abstecher zu diesen Teil der Strecke lohnt sich auch, wenn man auf dem Weg zum Gletscher ist. Kurz vor der Brücke, dort wo der Asphalt aufhört und der Parkeingang zum Nationalpark Los Glaciares nicht mehr weit ist kommt man wieder auf die Hauptsrasse. Von dieser Kreuzung aus ist auch der Campingplatz La Roca ausgeschildert.

Google Map zum Thema

Ruta 15


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