Archiv : Die Infos und Bilder auf dieser Seite sind aus dem Jahr 2003

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CUEVAS DE LAS MANOS

163 Km südlich des Ortes Perito Moreno, weit ab von vielbefahrenen Touristenpfaden und dennoch ein beliebtes Ziel vieler Tourveranstalter, befinden sich die eindruckvollsten Höhlenmalereien Patagoniens. Sie sind über neuntausend Jahre alt, meist sind es Darstellungen von Händen und Jagdszenen. Die Malereien schmücken die kleinen Höhlen und riesige Felsvorsprünge in der Schlucht des Rio Pinturas.

Die Cuevas de las Manos (übersetzt: Höhle der Hände) wurde im Jahr 1999 auf die UNESCO-Liste des Welt-Kulturerbes gesetzt. Inmitten der weiten patagonischen Steppe gelegen, wirkt diese Landschaft überraschend vielfältig. Kein Wunder, dass es schon am Anfang der Zeit Menschen hierher zog.

Am Eingang am Ende der Straße, die 45 Km von Süden aus Richtung Bajo Caracoles kommt, befindet sich der Eingang, die Rangerstation mit Informationcenter und ein kleines Restaurant. Hier zahlt man den Eintritt und ein spanisch sprechender Führer bietet sich für einen Rundgang an.

Wir hatten alternativ zur Anfahrt mit dem Auto den Fußweg durch den Canyon gewählt. Schnaufend erreichten wir nach unserer Wanderung und einem steilen Aufstieg die Hütte und tranken erst einmal eine Cola. Eine Gruppe mit Führer war schon unterwegs und wir machten uns alleine auf um die Malereien zu besichtigen.

In dieser Gegend gibt es in anderen Tälern noch viele solche Felszeichnungen, aber dieses ist die wichtigste Fundstätte und sie liegt inmitten beeindruckender Natur, was dem Ganzen einen etwas sakralen Charakter verleiht.

Am Nebenfluss Arroyo Feo gibt es noch eine weitere Höhle, die Cueva Grande, und bestimmt noch ein Dutzend weiterer Verstecke in der gesamten Region. Von der Estancia Telken lassen sich Ausflüge zu allen Höhlen buchen, die Werbung dazu haben wir im Restaurant gesehen.

Einige Verhaltensweisen sollten für alle Besucher solcher Stätten selbstverständlich sein. So ist es verboten, die Malereien anzufassen. Vor den Höhlen, die eigentlich mehr gigantische Felsüberhänge sind, stehen stabile Zäune mit Maschendraht zum Schutz der wertvollen Zeichnungen. Wie auch bei den Malereien der Aborigines in Australien trägt Anfassen und Handschweiß wesentlich zum Verblassen der Farben bei.

Ausserdem gab es früher hier wohl auch Andenkenjäger und Vandalen, die die wertvollen Zeichnungen rausbrachen und beschädigten. Dafür muss der Besucher nun leider mit hässlichen Schutzgittern leben, durch die hindurch man aber trotzdem gut fotografieren kann.

Hände und mehr...

In den Cuevas de los Manos hinterließen die Ureinwohner an den Felswänden genau 829 Hände, aber auch Jagdszenen mit Guanacos und abstrakte, modern wirkende Motive kann man entdecken.

Die Malereien stammen von den Tehuelche und ihren Vorfahren, sie sind über 9.000 Jahre alt.

Ein schmaler Pfad führt entlang der Felswand, in 90 Metern Tiefe fließt der Rio Pinturas durch das grüne Tal und über den Felsvorsprüngen erhebt sich rechts eine hohe Steilwand. Der Weg führt an einer kilometerlangen Kette von Grotten und Vorsprüngen vorbei, die tiefste geht 24 Meter hinein in den Fels. Die Felsüberhänge, unter denen man hindurch muss, ragen noch über 120 Meter senkrecht nach oben.

Am Morgen ist die beste Zeit für einen Besuch, wenn die Sonne die Felswand und die Zeichnungen ausleuchtet. Die hier verwendeten Farben sind unterschiedlich. Hauptfarben sind rot, weiß, ocker schwarz, und gelb.

Über die Bedeutung der Hände weis man heute nicht viel, es bleibt wahrscheinlich immer ein Geheimnis warum die Ureinwohner hier Positiv- und Negativabdücke hinterließen. Und warum es nur 36 rechte Handabrücke gibt, alle anderen sind die der linken Hand.

Die berühmteste Stelle zeigt wirklich viele Hände übereinander und wild durcheinander auf ein paar Quadratmetern, ein Foto davon ist unten zu sehen. Klar erkennbar ist auch für den Laien, dass die Zeichnungen aus verschiedenen Epochen stammen. Manche sind klar und kräftig in den Farben, andere wiederum verblasst. Trotzdem ist es immer wieder erstaunlich, wie die fetthaltigen Farben über einen so langen Zeitraum ihre Leuchtkraft bewahren konnten.

Interessant sind bei dem kleinen Spaziergang entlang der Steilwand nicht nur die Malereien, sondern auch der wunderbare Ausblick ins Tal. Von der gegenüberliegenden Seite waren wir gekommen, von hier sieht es nicht sehr weit aus und man kann die Pfade am Berghang gut erkennen. Am Wegrand huschten zahlreiche kleine, leider sehr flinke Nagetiere weg, sobald wir uns näherten - vermutlich Gruppen von tuco tuco, etwas größer als ein Meerschwein.

Google Map zum Thema

Fluss und Höhlen, leider unscharf


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