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ELLORA CAVES 2

Auf der ersten Seite zu den Ellora Caves habe ich die Höhlen und Allgemeines beschrieben. Auf dieser Seite geht es um das Paradestück indischer Felsentempel-Architektur, das alleine schon einen Besuch in Ellora lohnt: die größte aus dem Fels geschlagene monolithische Skulptur der Welt. Es handelt sich im den Kailasa-Tempel, der auch Kailash- oder Kailasanatha-Tempel genannt wird.

Offiziell ist dies die Höhle Nr. 16 und sie befindet sich direkt gegenüber vom Haupteingang. Mehr ein Tempel als eine Höhle ist dieses Bauwerk das meist fotografierte und das Werbemittel schlechthin für die Ellora Caves und hier wird dem Besucher besonders bewusst, welche Mühsal und Anstrengung notwendig gewesen sein musste, um ein solches Bauwerk zu erschaffen. Ca. 7000 hinduistische Arbeiter hämmerten hier nach Schätzungen der Wissenschaftler innerhalb von 100 Jahren diesen Tempel von oben nach unten, vom Dach bis zu Fußboden, aus dem Felshang. Dabei wurden 200.000 Tonnen Fels bewegt und es entstand ein beeindruckendes Bauwerk, zu dem wir leider etwas zu spät kamen. Denn bei unserer Ankunft lag der Tempel noch in der Sonne, später warf die dahinter liegende Felswand schon zu viel Schatten. Um das Innere zu betreten muss man durch eine zusätzliche Sicherheitsschleuse.

Eigentlich hatte ich mir ja auch fest vorgenommen, den oberhalb gelegenen Aussichtspunkt zu erklimmen und von dort aus ein paar Fotos mit Übersicht zu machen. Denn nur von oben sieht man die Verzierung mit Löwen auf dem Dach und kann die Ausmaße der Anlage besser einschätzen. Doch die Kraft reichte dafür nicht mehr, selbst die hitzeresistenten Inder waren oben an der Kante nicht zu sehen und blieben lieber unten.

Der Tempeleingang ist exakt nach Westen in Richtung der untergehenden Sonne hin orientiert. Ganga und Yamuna, die beiden Wächter aus Stein, bewachen den Eingang zur dieser fazinierenden Tempelanlage. Der 1.200 Jahre alte Tempel wurde nach dem Heiligen Berg Kailash in Tibet benannt, der Ort an dem die Götter leben. Er wird in indischen Religionsvorstellungen häufig auch mit der Weltachse axis mundi und dem Zentrum des Universums gleichgesetzt.

Das Gebäude ist 90 m lang und mit Umgangsbereich ca. 60 m breit und besteht aus abgeteilten Räumen und ist auch keine Höhle sondern steht in einer in den Fels gehauenen Nische. Aus dem Mittelblock haben geniale Steinmetze die gigantische dreistöckige Architektur geschaffen. Wer ins Innere des Tempels möchte, der zieht die Schuhe aus. Hier wird ein grosser Lingam verehrt und im Inneren ist wenigstens schattig, wenn auch nicht kühl. Das Innere ist besonders beliebt bei den Besuchern, denn hier befinden sich an den Säulen erotische Szenen, für deren Beleuchtung man allerdings eine Taschenlampe braucht. Dort wo die Sonne noch hin scheint, verbrennt man sich fast die Fußsohlen auf dem heißen und dunklen Steinboden.

Viele Ausländer haben wir hier nicht gesehen, am späten Nachmittag waren wir die einzigen. Busgruppen sind um diese Zeit schon längst wieder auf dem Weg zurück nach Aurangabad. So wurden wir natürlich auch hier ständig angesprochen und um ein Foto gebeten. Die Inder selbst standen in Trauben oben auf dem Dach des Tempels und machten Selfies mit dem Handy von sich und dem Tempel im Hintergrund. Neugierige Blicke folgten uns, wohin wir auch gingen.






Im Kailasa-Tempel

Der Rundgang in der Felsnische bringt immer wieder neue Perspektiven auf die gewaltige Arbeit der Steinmetze. Die Größe des heraus geschlagenen Raumes ist zweimal so groß wie das Pathenon in Athen und 1,5 mal so hoch. Alle Tempel hier sind Shiva geweiht und viele der Steinfiguren zeigen den Gott, wie er gerade einen Siegestanz tanzt und einen Büffeldämonen bekämpft. Man kann ebenfalls seine Frau Parvati erkennen, die auch als vielarmige Durga erscheint. Auch Vishnu wird dargestellt auf einen Elefanten reitend und als Narsimha, wie er den Dämon besiegt, den kein Mensch töten konnte. Aus diesem Grund schlüpfte er in die Rolle einer Kreatur, die zur Hälfte Mensch und zur Hälfte ein Löwe ist.

Der vordere Teil des Innenhofes wird dominiert von zwei Elephanten, die hier als Symbole von Stärke, Macht und Würde stehen und zwei etwa 16 Meter hohen monolithischen Pfeilern.

Beim Umschreiten des Tempels erkennt man viele Details, so ruht der gesamte Bau scheinbar auf dem Rücken von hunderten kleiner Elefanten. Es gibt Reliefs, die einst bemalt waren und an denen noch Reste von Farbe und Stuck erhalten sind. Man kann also davon ausgehen, dass auch die Außenseite des Tempel ehemals farbig bemalt war. Oben auf den Statuen sitzen grüne Halsbandsittiche, den auf dem Foto rechts habe ich genau vor dem Mond erwischt.

Dreimal wurde der Tempel schon restauriert, jeweils im 10., 12. und 18. Jahrhundert. Ausführliche Erklärungen zu den Höhlentempelanlagen von Ellora bietet ein Buch des Archaeological Survey of India, das man am Eingang bei fliegenden Händlern kaufen kann.

Am nächsten Morgen wollten wir eigentlich noch einmal zu den Höhlen, waren aber recht spät dran und hatten auch keine Lust mehr den Eintritt zu zahlen, um noch ein paar der Höhlen anzusehen. Schließlich standen noch die Aurangabad Caves auf unserem Programm, die Bhaja Caves und die Karla Caves. Außerdem war nun Samstag und die Menschenmassen strömten schon zum Eingang. Es war schon recht früh sehr heiß und wir wollten unsere Kraft lieber für Fort Daulatabad aufsparen, was sich im Nachhinein als gut erwies, sonst hätten wir es dort mit Sicherheit nicht bis oben geschafft.

Auf dieser englischsprachigen Seite gibt es mehr Informationen und Bilder von oben.

So verzichteten wir dann auf die letzten Höhlen von Ellora und fuhren nach dem Frühstück in Richtung Dautalabad und am Nachmittag weiter zum Hotel Vivanta by Taj in Aurangabad.







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