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SANDWICH HARBOUR

Es gibt mehrere Tourveranstalter, die eine Fahrt in das 45 km südlich von Walvis Bay gelegene Sandwich Harbour Region anbieten. Wir hatten uns für Mola Mola entschieden, denn dort kann man zwei Highlights miteinander kombinieren zu einer Tagestour: am Morgen macht man die Bootsfahrt durch die Lagune, dabei trifft man auf Robben, Pelikane und Delfine. Dann folgt ab Mittag die Geländewagenfahrt nach Sandwich Harbour, mit Lunch am einsamen Strand und anschließender Fahrt über die riesigen Sanddünen. Besitzer von www.sandwich-harbour.com ist der Sohn des Besitzers von Mola Mola und der war an diesem Tag auch unser Guide: Naude Deyer.

Als einzige Gäste unseres Bootes wurden wir an einem Steg umweit des Leuchtturms am Pelican Point mitten im Nirgendwo ausgesetzt. Dort wartete Naude schon mit dem Landrover auf uns. Ein weiteres Boot kam an und brachte noch 4 Südafrikaner, die ebenfalls die Tour gebucht hatten. Naude spricht ein wenig Deutsch und als er merkte, das wir Deutsche waren, wollte er die Tour zweisprachig machen. Als wir ihm sagten Englisch wäre o.K. wollte er sehr langsam und deutlich sprechen, denn seine Erfahrung mit deutschen Gästen war wohl dem entsprechend. Nach einer Weile stellte sich dann aber heraus, dass wir a.) sehr wohl auch normaler Unterhaltung folgen konnten, dass b.) die Südafrikaner, genau so wie Naude und wir, an Vogelbeobachtung, Fotografieren und offroad Fahren interessiert waren. Das südafrikanische Familienoberhaupt war zudem noch ein Experte im Angeln an exotischen Orten, Naudes Lieblingsthema. So hatten wir den ganzen Tag Gesprächstoff, die Chemie der Gruppe stimmte und unser Guide war happy.

Das Wetter spielte auch mit, es war an diesem Tag für die Jahreszeit viel zu heiß. Am Morgen hatte es keinen Nebel gegeben, einen Tag später hörten wir in den Nachrichten, in Walvis Bay wären es 41°C gewesen. Der strahlend blaue Himmel, reichlich Sonne und das wunderschöne Gelb der Dünen machten diesen Ausflug perfekt.

Die Fahrt führt zuerst durch fast unwirkliche Landschaft, am Strand vorbei an der Küste. Wir scheuchten Gruppen von Möwen, Kormoranen und Pelikanen auf, die sich am Wasser zur Rast niedergelassen hatten. Die Region Sandwich Harbour gehört seit 1997 zum Namib Naukluft Park und ist nur mit einem Permit zu besuchen. Nur starke Fahrzeuge mit erfahrenen Fahrern schaffen die Strecke bis zur Lagune und zu den Aussichtspunkten hoch auf die Dünen. Diese riesigen Sanddünen laufen hier direkt in den Ozean hinein und bilden atemberaubende Landschaften.

Der Weg zwischen Dünenkante und Meer ist sehr eng und nur wer die Gezeiten genau kennt kann ihn ohne Risiko befahren. Schon viele Leihfahrzeuge mit unerfahrenen Touristen sind hier von der Flut überrascht und weggespült worden. Daher bracht man heute ein Permit und die Freigabe des Autovermieters. Es gibt kein Handy-Netz, und die bestehenden Pfade werden schnell vom starken Wind weggeblasen, daher ist es ratsam, sich einem kundigen Guide anzuschließen, auch wenn man selbst fahren will. Es gibt auch mit Veranstalter keine Garantie, immer bis zur Lagune vorzudringen. Bei hohem Wasserstand gibt es keinen Weg mehr, da die Dünen dann direkt ins Meer übergehen. Notfalls müssen ein paar Kilometer zu Fuß zurückgelegt werden oder man sieht sie nur von einer hoch gelegenen Düne aus.



Versandung

Während die meisten Sandstrände entlang der namibischen Küste fast ohne Leben sind, liegt der Sandwich Harbour mit seiner Lagune ziemlich geschützt. Im Gebiet der Gezeiten sammelt sich daher eine Menge Plankton an und bildet eine ideale Nahrungsgrundlage für kleine Lebewesen. Die zahlreichen Schnecken und Würmer graben sich bei Ebbe in den Sandstrand und sind ihrerseits wieder ein Nahrungsvorrat für zahlreiche Vögel. Insbesondere zwischen Oktober und April kommen Zehntausende von Zugvögeln hierher. Die Lagune ist mit Brackwasser gefüllt, darin wachsen dank des geringen Salzgehaltes sogar Schilf und Riedgras. Eine ideale Deckung für brütende Vögel.

Seit 1995 ist das Gebiet als RAMSAR Region deklariert worden und damit ein "Wetland of International Importance". Wir sahen im April nur ein paar vereinzelte Tiere, allerdings sind wir nur bis zum ersten nördlichen Teil der Lagune vorgedrungen. Dort steht ein Schild, welches die Weiterfahrt mit Fahrzeugen verbietet. Von hier aus war es nicht weit zu einem flachen Tümpel. Manche Tümpel sind hier auch mit Süßwasser gefüllt. Dieses drückt der an der Oberfläche meist trockene Kuiseb River allmählich durch den Sand unterhalb der Wüste, bis es am Fuß der Dünen wieder austritt. Schon die Nama nannten solche Süßwasserquellen an der Lagune Anichab (Quellwasser).

Der Name "Sandwich Harbour" tauchte hingegen zum ersten Mal auf einer Karte der East India Company aus dem Jahr 1791 auf, denn ein gewisser Kapitän Shield kartographierte mit seinem Walfängerschiff Namens "Sandwich" in den Jahren 1785/86 das Gebiet. Schaut man sich die Region um Sandwich Harbour auf den Satellitenbild an, so liegt die eigentlich Lagune weit südlich davon und ist riesig. Erreichen kann man sie nicht, für die Natur ist das auch gut so. Wind und Wasser sorgen für einen steten Landschaftswandel und so versandet die Region langsam. Dies begann schon zu Zeiten der Entdeckung, vor knapp 100 Jahren war die Lagune noch zum Meer hin offen und die Zufahrt 9 Meter tief. Schon ein Jahrzehnt später versperrte eine Sandbank die Zufahrt vom Atlantik. Damals gab es hier eine Fisch- und Fleischfabrik, in dem abgelegenen Hafen wurden Waffen geschmuggelt und ab 1910 begann der Guanoabbau im großen Stil. Ende der 40er Jahre hörte jede wirtschaftliche Aktivität auf, denn 1943 versandete der Hafen und am westlichen Ende entstand eine Verbindung zum Festland.

Dies hat sich immer wieder geändert, es gab Landbrücken, die von Sturmfluten wieder fortgespült wurden. Die Sandablagerungen nahmen zu, vor allem im Süden. Zwischen 1979 und 1989 drang das Meer rund 400 Meter landeinwärts in die Lagune ein, so dass der Lebensraum für die Vögel enger wurde.



Lunch

Wir wanderten an der Lagune entlang, auf der Suche nach Kleinstlebewesen. Bei der Hitze konnte man auch ein erfrischendes Bad im Meer nehmen, leider hatten wir kein Badezeug dabei. Naude zeigte uns Luftaufnahmen von der nördlichen Region aus den 70er Jahren und von heute. Auf denen kann man deutlich erkennen, wie sehr der feuchte Lebensraum abgenommen hat. Auf dem Weg waren wir an dem Dach einer Hütte vorbeigekommen, diese lag noch in den 70er Jahren in der Mitte eines Tümpels und war nur mit dem Boot zu erreichen. Heute kommt man zu Fuß hin und die Düne befindet sich direkt dahinter.

Bevor wir zur Rückfahrt über die Dünen aufbrachen gab es ein Picknick-Mittagessen am Strand. Die einzigen Menschen, die wir hier sahen, war die Gruppe eines anderen Veranstalters. Die saßen dicht gedrängt im Schatten eines kleinen Sonnenschirms und ihres Autos, als wir ankamen. Kurz danach fuhren sie wieder weg und wir hatten die ganze Einsamkeit des Strandes für uns alleine. Aber hier am Sandwich Harbour gab es nicht etwa ein simples Sandwich...

Naude stellte ein Sonnendach am Strand auf, darunter gab es dann frische Austern mit Sekt. Noch nie haben mir die Viecher so gut geschmeckt, man kann sagen ich bin erst an diesem Tag so richtig auf den Geschmack gekommen. Michael nicht, er hat eine probiert, fand sie lecker, hat mir seinen Anteil dann aber trotzdem überlassen. Es passte aber auch alles: die Umgebung, die Gesellschaft, die Hitze und dazu der Geschmack von Meer, Pfeffer und Zitrone auf der Zunge. Danach gab es eine große Platte mit Fingerfood und kühle Getränke. Naude öffnete sogar noch eine zweite Flasche Sekt, den Alkohol hatten wir sofort wieder ausgeschwitzt und merkten davon gar nichts. Aber lecker war es.

Wie die Tour weiter ging, könnt Ihr auf der Seite Dünenfahrt lesen.



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Sandwich Harbour


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