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GAMKASKLOOF 4

Wenn der letzte Pass, der wunderbare Elands Pass, bewältigt und das Tal in seiner ganzen Länge vor einem liegt bietet es einen atemberaubenden Anblick. Unten im Tal angekommen ist es wunderbar grün und man kann verstehen, warum sich die Menschen hier niedergelassen haben. Der Fluss Gamka, der am westlichen Ende der Schlucht kreuzt, führte früher das ganze Jahr über Wasser. Wir waren allerdings enttäuscht, denn durch den Staudamm und die Trockenheit von 2014 bisn 2016 war die einzige Durchfahrt voller Schilf und vom Fluss war bei der Durchfahrt nicht viel zu sehen.

Aber zuerst passiert man von Osten kommend den Campingplatz Ou Plaas, der direkt unterhalb des Elandas Pass liegt, hier stehen Infotafeln von Cape Nature, denn hier beginnt das 121.000 Hektar große Swartberg Nature Reserve. Es wurde im Jahr 2004 von der UNESCO als World Heritage Site deklariert. Im Tal findet man zahlreiche Höhlen mit Felsmalereien der San. Als Tagesbesucher ohne Führer kann man die aber nicht besuchen, dafür braucht man mehr Zeit und Übernachtungen vor Ort. Wer wandern möchte, für den ist die angenehmste Zeit von April bis Mai und September bis Oktober.

Nach ein paar Kilometern kommt man am einzigen Kiosk der gesamten Region mit einem kleinen Restaurant vorbei. Danach zieht sich die Straße namens Otto du Plessies Road weitere 8 Kilometer lang durch das Tal, rechts und links gesäumt von hohen Büschen. Dadurch sieht man aber leider nicht viel und die Fahrt wird schnell etwas eintönig.

Ab und zu sieht man ein paar Affen am Straßenrand. Und einige der alten Häuser liegen, schön renoviert, auch am Weg. Sie haben so schöne Namen wie Lenie se Huis, Sankie Marais Huis, Meesters-woning oder Spappies Cordier Huis. Zu einigen führt eine Stichstraße.

Die Straße ist eine Sackgasse, sprich, man muss denselben Weg wieder zurückfahren, den man reingefahren ist. Durch den Bau des Gamkapoort Stausees ist die ehemalige Durchgangsstraße Richtung Zoar/Ladysmith geschlossen. Man endet an einem Tor, durch das nur Gäste von Boplaas fahren dürfen. Mehr dazu unten beim Thema Unterkunft.



Geschichte

Bekannt wurde das Tal, weil hier vor mehr als 100 Jahren eine kleine, stolze Gemeinschaft in absoluter Abgeschiedenheit lebte. Die ersten Bewohner des Tals waren die San. Um 1830 kamen die Trekburen in dieses Tal. Sie fanden fruchtbare Böden und Wasser vor und siedelten sich hier an. Es folgten viele weitere Familien, die wichtigsten hießen Cordier, Mostert, Marais, Nel, Snyman und Joubert.

Die kleine Gemeinschaft lebte ca. 130 Jahre in verhältnismäßiger Isolation. Der Lebensstandard war für die damalige Zeit recht hoch, es gab sogar eine eigene Schule für die Kinder im Tal. Hier wurden vom Schulleiter oder vom Lehrer auch Messen gehalten.

Man konnte nur zu Fuß oder zu Pferde über die Berge in das Tal gelangen, ein weiterer Zugang war bei Niedrigwasser über das Flussbett des Gamka. Im Sommer ist es hier glühend heiß, im Winter wird es bitterkalt.

Die Einheimischen lebten von Obst, Gemüse, Getreide, Tabak und Tee. Sie waren berühmt für ihren Witblits, ein hochprozentiger Schnaps, und Bier wurde hier aus wildem Honig gebraut.

Im Jahr 1958 wurde das erste Auto über die Schlucht des Gamkaflusses ins Tal gebracht.

Erst im Jahre 1962 wurde zusammen mit dem Staudamm am Gamkas die Schotter-Straße Richtung Swartbergpass gebaut, da das Tal sonst nicht mehr erreichbar gewesen wäre. Von der Hochebene in das Gamkas-Tal geht es ziemlich steil bergab. Dies öffnete zwar das Tor zur Außenwelt, war aber auch die Hauptursache für die Abwanderung der Jugendlichen. Mangels Verdienstmöglichkeiten verließen auch die älteren Leute nach und nach die Kloof. Im Jahre 1991 war Piet Swanepoel der letzte, der ging und hinterließ das Tal ohne feste Bewohner. Die bescheidenen Bauernhäuser und die Überreste der Obstgärten kann man heute noch besichtigen und schön restauriert auch mieten.

Die Geschichte von Gamkaskloof ist gut erfasst und im kleinen Kiosk von Annetjie liegen zahlreiche Fotoalben, in denen man stöbern kann und die vielen Fotos der damals in Gamkaskloof lebenden Familien durchsehen.



Unterkunft

Wer den weiten Weg auf sich nimmt und im Tal übernachten möchte, der sollte auf jeden Fall vorbuchen. Ein Campingplatz findet sich außerhalb der Feriensaison sicher noch, eines der Cottages im Tal zu mieten erfordert aber Vorbereitung. Denn es gibt drei verschiedene Anbieter, ich habe einige Zeit gebraucht um durchzublicken. Wir haben in einem Paralleltal zur Gamkaskloof gewohnt, im Weltevrede Valley. Dort übernachteten wir im wunderschönen Fonteinskop Cottage auf der Weltevrede Fig Farm, mit viel Luxus.

Der grösste Anbieter von Unterkünften im Swartberg Nature Reserve ist Cape Nature. Hier kann man 11 Häuser als Selbstversorger mieten, es gibt noch einen einfachen Bush Shelter und es gibt auch einen Campingplatz mit 10 Plätzen. Über www.capenature.co.za kann man das buchen, Feuerholz und Lebensmittel sollte man selbst mitbringen.

Annetjie Joubert ist eine geborene Mostert und die einzige waschechte verbliebene Bewohnerin mit Grundstückbesitz in Gamkaskloof. Sie kam 1998 endgültig zurück und wandelte ihren Bauernhof in zwei komfortable Gästehäuser um, sie betreibt auch einem Caravan Park mit Campingplätzen am Eingang zur Kloof sowie den einzigen Kiosk. Hier kann man Aloe-Marmelade, örtlich gebrauten Schnaps und Likör und getrocknete Früchte kaufen. Daneben gibt es ein lizenziertes Busch-Restaurant namens "De Oude Klowers Plaaskombuis", ebenfalls das einzige in der Gamkaskloof. Im Haus von Oupa Piet Mostert können 6 Gäste schlafen, das Haus von Pietjie and Hester Swanepoel bietet 5 Personen Platz. Beider werden mit Dinner, Bed & Breakfast oder als self-catering angeboten. Zu Buchen sind ihre Unterkünfte über www.diehel.com.

Die dritte und letzte Möglichkeit bietet die Boplaas Guest Farm, die sich ganz am westlichen Ende der Kloof auf privatem Grund befindet. Für normale Touristen, die nicht Gäste sind, endet die Fahrt hier am Gate. Das Land gehört Andre Louw, Henk Badenhorst, Roelof van Huyssteen und Johan Zaaiman. Da hier kein Verkehr hinter dem Tor erlaubt ist, außer für die Eigentümer und die Gäste, wohnt man hier inmitten der Natur in absoluter Privatsphäre. Die Farmen Boplaas und Kleinberg erstrecken sich über eine Fläche von ca. 4.000 Hektar. Im Sommer kann man in Tümpeln im eigenen Bergbach baden und hat auch noch einen anderen Vorteil: den alleinigen Zugang zum Talende. Hier startet die bekannt "Ladder route" auf den Little Mountain. Diese Route wurde von Viehinspektoren und Händlern benutzt, bevor die Straße von Osten ins Tal gebaut wurde. Unterkünfte können über www.diehel.co.za gebucht werden. Es gibt vier Häuser: Oom Piet’s, Jan Eentand, Oom Hannes und The Stalletjie, die jeweils einem der Partner gehören und auch bei diesem direkt gebucht werden müssen. Wobei jeder Partner entscheidet, wann er Gäste in seinem Haus zulässt.



Pause und Rückfahrt

Wir sind bis zum kleinen Informationszentrum gefahren, dort kann man noch ein paar alte Gärten und Gerüste zum Trocknen von Früchten sehen. Im kühlen Inneren gibt es Informationstafeln zur Geschichte der Region und draußen gibt es auch Toiletten.

Rund um den Parkplatz liegen im Schatten der Bäume einige Grillplätze, hier haben wir eine Rast nach der anstrengenden Fahrt gemacht. Der selbst gemachte Nudelsalat, dazu mit Kreuzkümmel gebratene Hühnerbrüste, saftige Kapstachelbeeren und die in der Eisbox noch kühl gehaltenen Getränke haben in der frischen Luft und nach der anstrengenden Anfahrt sehr gut geschmeckt.

So gestärkt konnten wir dann die lange Rückfahrt antreten. Aber den Weg kannten wir ja jetzt schon und wussten, was uns erwartet. Aufgrund der Änderung des Sonnenstandes ergeben sich sowohl im Tal als auch auf den Pässen eindrucksvolle Farbenspiele, die offensichtlich machen, das die Berge genau genommen rot und nicht schwarz sind, wie der Name Swartberg vermuten lässt. Aus der Gegenrichtung hatte man Nachmittag dann so manche neue Perspektive auf die schöne Strecke.




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