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WELTEVREDE FIG FARM

Schon vor vielen Jahren hatten wir im Getaway Magazine einige Fotos von einem Haus in der Karoo gesehen. Da wollten wir hin. Leider haben uns unsere Reisepläne in den Jahren darauf nicht wieder in die Region um Prince Albert geführt und das Haus geriet in Vergessenheit. Doch 2017 kamen wir von Franschhoek über den Swartbergpass in die Region und da bot sich die Weltevrede Fig Farm als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Region geradezu an.

Der Weg zum Haus ist ab Prince Albert gut ausgeschildert, ebenso die Rezeption. Bei Ankunft meldeten wir uns im Farmhaus an und wurden von Jaco und Liezl de Klerk nett empfangen. Sie vermieten 5 Häuser auf ihrem Farmgelände, vier davon liegen direkt auf der Farm mit Blick auf die malerische Felsschlucht dahinter: Weltevrede, De Hoek, Klein de Hoek und Vredenhof. Liezl bewirtschaftet die Familienfarm in der 6. Generation.

Das fünfte Haus namens Fonteinskop hatten wir gemietet, es bietet mit Abstand den meisten Luxus und die größtmögliche Privatsphäre. Denn das alte Farmhaus liegt ein gutes Stück abseits auf einem eigenen Grundstück in Alleinlage und dient den Besitzern selbst als Rückzugsort, an dem sie gerne Gäste bewirten. Jaco fuhr mit seinem Polaris Ranger UTV ein paar Kilometer vorweg und wir hinterher. Am Nachmittag fährt man gegen die Sonne und durch den aufgewirbelten Staub sieht man schlecht. Der Weg zum Haus führt durch ein Tor, das man immer auf- und wieder zuschließen muss. Denn das Haus liegt in einem privaten Naturreservat, in dem sich auch ein paar Giraffen und ein Zebra tummeln.

Dann folgt eine sehr steile und steinige Auffahrt, die man nur mit Allradfahrzeug bewältigen kann. Hat man ein normales Auto, wird das Gepäck von Jaco hochgefahren. Man muss dann aber jedes Mal zu Fuß den steilen Hügel bezwingen, wenn man mit seinem Auto wegfahren möchte. Unten auf dem Video ist die Zufahrt mit Auto zu sehen, am Ende des kurzen Films jeweils aus der Sicht des Beifahrers auf dem Weg nach oben am Nachmittag gegen die Sonne und auf dem Weg abwärts.

Wir waren froh um unseren X-Trail, denn damit fuhr Michael mühelos hier hoch. Am oberen Ende der Steigung geht es einen Momemtn direkt gegen die untergehende Sonne, dort steht zur Orientierung eine kleine Steinsäule neben dem Track. Dann geht es noch ein paar Meter zu einem Parkplatz hinter dem Haus.

Jaco hat uns dann alles gezeigt, das Haus ist riesig und wir waren überwältigt. Spontan entschieden wir uns dafür, in den nächsten Tagen ohne Room Service auszukommen. Spülen würden wir selbst, schmutzig macht man in zwei Tagen nicht viel, und zum Bettenmachen musste auch niemand hierher kommen. So hatten wir noch mehr absolute Ruhe ohne Störung und Jaco war sehr erleichert wegen des eingesparten Personals. Schließlich war gerade Erntezeit und er brauchte auf der Farm jede Hand.

Wir haben hier drei Nächte gebucht, denn ein ganzer Tag sollte der Entspannung nach einigen Fahrtagen dienen. Und am zweiten Tag wollten wir endlich die abenteuerliche Fahrt in die parallel zu diesem Tal verlaufende Gamkaskloof machen, dafür waren wir dann einen ganzen Tag unterwegs. Als wir nach 9 Stunden offroad zum Haus zurückkamen, hatten die Paviane die Pooltücher verschleppt und ein paar Kissen der Sitzmöbel zerrissen und in der Gegend verstreut. Man sollte bei längerer Abwesenheit also alles besser im Haus verstauen.

Vorweg: 2018 werden wir hier noch einmal 3 Nächte verbringen, dann in der Umgebung etwas wandern gehen und zwei Tage dieses kleine Paradies gar nicht mehr verlassen.





Lage

Die Farm liegt abgelegen im Weltevrede Valley, von Prince Albert sind es noch mal 25 Kilometer bis hierher. Das Haus Fonteinskop ist dann noch einmal 5 Kilometer entfernt. Eine lange Anreise über eine Gravel Road, die aber wunderschön ist. Trotzdem sollte man das bedenken, wenn man Ausflüge plant hat man immer für An- und Abfahrt über 60 Kilometer mehr auf dem Tacho.

Die Lage ist bei Google Maps nicht richtig eingetragen, dort befindet sich nur eine einfache, kleine Farm nur 5 Kilometer ausserhalb von Prince Albert. Ich habe eine Änderung beantragt, die wohl irgendwann freigeschaltet wird, die richtigen Koordinaten der Farm sind -33.284988, 21.795714.

Im Haus Fonteinskop wohnt man sehr abgelegen, weit und breit ist kein Mensch in Sicht. 2-3 kleine Häuser kann in Richtung Westen im Tal erkennen, die aber nicht ständig bewohnt sind. Sonst ist man ganz alleine hier, mit wunderbarer Aussicht. Für ängstliche Naturen nicht die ideale Basis, für Liebhaber der Einsamkeit das Paradies.




Unterkunft

Betritt man das Haus, dann ist man überwältigt: all dies für 2 Personen und für günstige 1.600 Rand pro Nacht? Das einzige was hier fehlt ist Strom. Ein paar Steckdosen wurden bei der Renovierung aber schon verlegt. Aber es gibt eine perfekt ausgestattete Küche mit 90cm Smeg Gasofen, Heißwasser über Gasboiler und für die Beleuchtung am Abend sorgen viele Petroleumlampen. Zusätzlich hängen an der Küchendecke noch etliche Solarlampen, die ebenfalls für schönes Licht sorgen. Vor allem im Schlafzimmer, wo ich nicht so gerne den Geruch von Petroleum haben möchte. Die romantische Beleuchtung trägt sehr zum "Out of Africa Feeling" bei.

Ein Hammer sind die Kronleuchter mit vielen einfachen Petroleumlichtern, die kann man mit Hilfe einer Kurbel an der Wander zum Anzünden herunterlassen. Sowas hätten die Ritter gerne früher in den Burgen gehabt. Wir haben sie nicht angezündet, viel zu aufwenig. Aber wenn am großen Esstisch mit gemütlichen Stühlen für 8 Personen Gäste bekocht werden sorgen sie sicher für romantische Beleuchtung.

Insgesamt hat das Haus 300 Quadratmeter. Es gibt ein Wohnzimmer mit einer Sofalandschaft zum Versinken und einem riesigen Esstisch. Schöne alte Möbel und Deko Objekte findet man hier. Auch das Schlafzimmer ist riesig, mit breitem Doppelbett, Sessel und einer Treppe hoch zur Galerie. Holzlamellen vor den Glastüren und Vorhänge sorgen tagsüber für schattige Kühle im Raum. Oben auf der Galerie könnten noch Kinder schlafen, zwei Zusatzbetten sind vorhanden. Es gibt dort auch eine Bibliothek, dabei viele Bücher zu Flora und Fauna und zu praktischen Dingen für einsam wohnende Menschen in Englisch und Afrikaans.

Angrenzend das Badezimmer, man duscht hier in einer viktorianischen Badewanne. Duschgel und Shampoo sind vorhanden, einen Föhn kann man hier nicht betreiben. Akkus kann man zentral im Farmhaus laden lassen, wir haben das unterwegs im Auto gemacht.

Ein Highlight ist die Küche, denn sie ist mit wirklich allem ausgestattet. Hier haben wir gar nichts vermisst, vom Sektglas über eine Backform für Muffins, diverse Auflaufformen, schönes Maxwell Williams Geschirr bis zu Töpfen und Pfannen ist alles in hochwertiger Form vorhanden, auch verschiedene Gewürze. Sogar polierte Silberkannen fanden wir im Schrank. Auch ausreichend Zündhölzer für den Herd und die Petroleumlampen lagen bereit. Später erfuhren wir im Gespräch mit Liezl, dass sie selbst gerne hier kocht.

Auf dem Tisch stand ein Glas mit Feigenmarmelade aus eigener Produktion und im Kühlschrank fanden wir eine Schüssel frische Feigen. Dazu unbedingt in Prince Albert den Joghurt von Gay's Guernsey Dairy kaufen, die Kombination ist wunderbar. Den bereit gestellten Tank mit Trinkwasser zum Zapfen wussten wir bei der Hitze auch zu schätzen.

Ganz besonders freuten wir uns über die schwere verchromte Kaffekanne, eine "French Press" die wie bei Bodum funktioniert. Dazu gab es hier Kaffeepulver im Vorrat, so dass wir nicht auf unser Instant-Pulver angewiesen waren. So konnten wir uns nach Lust und Laune leckeren Kaffee aufbrühen, ein Genuß.

Die Veranda ist riesig, mit schweren Holzmöbeln und Outdoor Sofas ausgestattet. Dazu gibt es einen Weber Grill und noch einen zweiten, größeren Grill. Dazu eine Aussicht wie aus dem Katalog. Vor allem am frühen Morgen und am späten Nachmittag kurz vor Sonnenuntergang, wenn die Berge wie Scherenschnitte am Horizont zu sehen sind. Vor dem Schlafzimmer befindet sich auf einer zweiten Terrasse noch ein kleiner runder Tisch mit zwei Stühlen, hier haben wir immer im rosa Licht des Sonnenaufgangs den ersten Kaffee des Tages genossen.

Doch damit nicht genug, hier hat man auch noch einen kleinen Pool ganz für sich alleine. Mit zwei Holzliegen, auf denen die Pooltücher lagen. Die haben die bereits oben erwähnten Affen dann verschleppt, wir haben sie weiter unten im Tal wieder gefunden. Nachts kamen Fledermäuse am Pool trinken.

Der Rasen vor dem Haus war ziemlich trocken, trotzdem hat uns an einem Morgen das Zebra besucht. Auch ein paar Giraffen guckten ab und zu mal neugierig um die Ecke, Bienen und Vögel besuchten den Pool.

Ansonsten herrscht hier so eine Stille, dass meint sein Blut rauschen zu hören. Und nicht zu vergessen: der sagenhafte Sternenhimmel in der Nacht. Entspannung pur.





Fazit

Eine wunderbare, einsame Self-catering Lieblingsunterkunft weit ab von allem. Wir kommen wieder...

Im März 2017 waren wir für 3 Nächte hier.

Hier ist ein Link zur Weltevrede Fig Farm.

Eigenes Video zum Thema

Google Map zum Thema

Fonteinskop Farmhouse

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