| Weltreisen | Kanada | Newfoundland | Twillingate | Site-Map | HOME |

AN DER KÜSTE

Als wir am Morgen im Camper erwachten, war es sonnig – der perfekte letzte Tag in Twillingate für eine kleine Wanderung an der Küste vor der gebuchten Bootstour zu den Eisbergen ab Prime Berth am Nachmittag.

Die Straße folgte der Küste und man fährt hier vorbei an hübschen, bunten Holzhäusern, wie sie für die Fischerorte Neufundlands typisch sind. In der Sonne leuchten sie in allen Farben, viele liegen direkt am Wasser und haben blühende, gepflegte Vorgärten mit Rasenflächen. Das ein oder andere Haus ist auch zu mieten.

Nach kurzer Fahrt wunderten wir uns über den dichten Verkehr, denn hier parkten unzählige Autos und Camper am Straßenrand. Dann sahen wir am Ufer die Anlegestelle von Iceberg Quest Ocean Tours; auf dem Steg wurden die Passagiere gerade eingewiesen. Die gesamte Umgebung war zugeparkt, denn auf dieses Boot passen wohl bis zu 84 Personen auf einmal. Bei dem Anblick waren wir froh, dass wir am selben Tag noch eine Fahrt bei einem der kleineren und persönlicheren Anbieter gebucht hatten – und wir sollten es auch nicht bereuen.

Die Fahrt führte uns dann aber weiter über die Main Street an das nördliche Ende der Landspitze zum French Beach. Unterwegs kommt man an der Great Auk Winery vorbei, die Weinedition mit Berry Wein nutzt oft regionale Beeren wie Blaubeeren oder Preiselbeeren. Auch das Durrell Museum ist von hier aus nicht weit.

Am Ende erreicht man den French Beach Trail Parking, auf dem wir sogar mit dem Camper noch Platz fanden, und wir liefen ein Stück über die schmalen Pfade entlang der Küste. Dieser Küstenabschnitt ist geprägt von dunklen, rund geschliffenen Kieselsteinen und schroffen Felsformationen, an denen sich die Wellen des Atlantiks brechen. Das Ufer liegt geschützt zwischen zwei Felszungen, wodurch die Brandung hier ein stetiges, beruhigendes Rauschen erzeugt, während der Blick frei über die offene See schweift.

French Beach ist einer der spektakulärsten Küstenabschnitte und Ausgangspunkt eines bekannten Wanderwegs auf den Twillingate-Inseln. Der Strand und der dazugehörige Küstenpfad gehören zum berühmten Wandernetzwerk der Rockcut Twillingate Hiking Trails. Am nächsten Tag waren wir hier direkt um die Ecke noch einmal auf dem Spiller’s Cove Trail unterwegs.

French Beach ist kein klassischer Liegestrand zum Sonnenbaden, sondern ein recht steiler Strand aus faustgroßen Kieselsteinen und Felsgestein. Zu unserer Zeit war kaum jemand am Strand unterwegs, was sich vermutlich erst im Hochsommer ändert. Die Brandung rollt hier mit eindrucksvoller Wucht an Land.

Wenn man zur richtigen Zeit kommt, etwa Ende Juni oder Anfang Juli, rollen hier auch die Capelins (Kapelane) an den Strand: winzige Fische, die in riesigen Schwärmen zum Laichen in die Brandung kommen und Wale sowie Seevögel anlocken. Hunderte von Möwen holen sich ihre Beute vom Strand und Seeschwalben tauchen im Sturzflug ins Wasser. Wenn die Capelins laichen, stehen die Einheimischen oft mit Keschern und Eimern am Strand, um die kleinen Fische direkt aus der Brandung zu fangen.

Von der Bucht und den umgebenden Klippen hat man eine freie Sicht auf den offenen Nordatlantik. Während der Saison treiben hier regelmäßig Eisberge durch das Blickfeld, bei unserem Besuch sahen wir an dieser Stelle leider keinen.

Der French Beach Trail führt direkt vom Parkplatz oberhalb der Bucht entlang der Klippen über dramatische Felsvorsprünge, Küstenplateaus und vorbei an der Meereshöhle Nanny's Hole. Da die Klippen steil abfallen und die Gewässer tief sind, lassen sich von den Aussichtspunkten entlang des Trails häufig Buckelwale beobachten, die nah an der Küste vorbeiziehen. Der Pfad ist Teil eines längeren zusammenhängenden Küstenwegs: Wer viel Zeit und Ausdauer mitbringt, kann von French Beach aus über Spiller’s Cove und Codjack’s Cove weiter bis nach Lower Little Harbour wandern.
















Google Map zum Thema

| Weltreisen | Kanada | Newfoundland | Twillingate | Site-Map | HOME |

| Datenschutz | Impressum |