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KENTVILLE BIRD SANCTUARY

Bei Kentville haben wir die ersten drei Nächte auf dem Highbury Garden RV Park gestanden. Von hier aus waren wir schnell zum Einkauf in diversen Geschäften in New Minas, haben auch Wolfsville, die Grand-Pré National Historic Site und Weingüter bei schönstem Frühlingswetter mit blauem Himmel besucht.

Am letzten Tag war es immer noch schön und wir fuhren zum nahe gelegenen Kentville Migratory Bird Sanctuary. Hier waren viele Enten und Vögel zwar noch nicht angekommen, aber die Region eignet sich gut für einen Spaziergang. Das Sanctuary schützt ein ökologisch interessantes Feuchtgebiet.

Der Ausgangspunkt unserern Rundgang war ein Gravel Parkplatz neben einem örtlichen Altenheim, dem "Evergreen Home For Special Care". Hier bot sich eine bequeme Parkmöglichkeit für den Camper jenseites des offiziellen Parkplatzes, von dem aus man direkt ins Grüne gelangen konnte.

Gut ausgebaute Wege führen hinein in das Schutzgebiet, das im Frühling eine wunderbare Kulisse für Outdoor-Aktivitäten aller Art bietet. Auf den Pfaden herrscht eine entspannte Atmosphäre, man begegnet Einheimischen beim Ausführen ihrer Hunde und Radfahrern, die das milde Maiwetter für eine Tour durch die Natur nutzen. Da ist auch schon mal ein Plausch drin, auf einer Bank fanden wir ein kleines gehäkeltes Tier in einer ebenso gehäkelten Blüte, das auf einem laminierten Schild sagte: Nimm mich mit!

Der Weg schlängelt sich durch einen ausgesprochen schönen, lichten Mischwald, dessen Bäume gerde frisch ausgetrieben waren und in saftigem Grün erstrahlen. Unterwegs öffnet sich der Blick immer wieder auf die angrenzenden Wasser- und Sumpfflächen des Schutzgebietes. Am Boden kamen gerade die Maiglöckchen heraus, Veilchen blühten und Farne öffneten ihre Blätter. Auch Wollschweber, dicke Hummeln und Wegwespen waren unterwegs. Alles ca. 4 Wochen später als bei uns in Deutschland.

Zu dieser Jahreszeit waren zwar erstaunlich wenige Enten auf den Gewässern zu sehen, doch dafür sorgte die Vogelwelt in den Baumkronen für eine nette Geräuschkulisse.

Ein absolutes Highlight war unsere erste Begegnung mit einem Blauhäher, im Englischen Blue Jay genannt, der mit seinem leuchtend blau-weißen Gefieder einen spektakulären Farbtupfer in das Geäst zaubert. Sein markanter Ruf und sein lebhaftes Verhalten machen den Aufenthalt hier zu einem unvergesslichen ersten Naturerlebnis mitten im Annapolis Valley.

Auch Spechte waren aktiv. Der Haarspecht (Hairy Woodpecker) hat ein charakteristisches schwarz-weiß gemustertes Gefieder und ist gut 25 Zentimeter lang. Wir konnten ein Pärchen zusammen beobachten, das Männchen mit dem roten Fleck am Hinterkopf und das Weibchen ganz ohne Rot. Auch Ofenvögel schmetterten ihren Gesang durch den lichten Wald.

Durch das Schutzgebietes fließt der Cornwallis River. Er schlängelt sich durch grüne Auen und bildet breite, weitverzweigte Marsch- und Sumpfflächen.

Die flachen Wasserzonen bieten Zugvögeln reichlich Nahrung und Schutz. Gleich nebenan, am westlichen Stadtrand von Kentville, befinden sich zudem die künstlich angelegten Teiche des Miner's Marsh. Dieses revitalisierte Feuchtgebiet ist über ein Wegenetz eng mit dem Ökosystem des Flusses verbunden und bietet eine hervorragende, leicht zugängliche Ergänzung für Vogelbeobachtungen.
















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