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BURG UND KLOSTER OYBIN

Der bekannteste Berg des Zittauer Gebirges ist der der 514 Meter hohe Oybin, ein gewaltiges Sandsteinmassiv mitten in einem von Vulkanen umschlossenen Talkessel gelegen. Dort oben, mit Ausblick auf die umliegende pittoreske Landschaft, welche die Kräfte der Natur im Laufe von Millionen Jahren erschaffen haben, findet man eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Oberlausitz. Ein Besuch hier im Freilichtmuseum zählt sicher zu den Höhepunkten eines Aufenthalts im Zittauer Land.

Denn oben auf dem Berg Oybin befinden sich die Ruinen der Burg Oybin, die Kaiser Karl IV. zu seinem Alterssitz ausbauen ließ, und eines Klosters der Cölestiner, das 1369 gegründet worden ist. Der Aufstieg zum Plateau des Bergs beginnt in der Ortsmitte von Oybin, führt an der bekannten Bergkirche vorbei über Treppen aufwärts und ist in etwa 15 Minuten zu bewältigen. Eine Variante führt durch einen schmalen Felseinschnitt namens Ritterschlucht. Alternativ kann man sich gegen Gebühr vom halbstündlich verkehrenden Oybiner Gebirgs-Express, einer straßengebundenen Touristenbahn, direkt bis zum Eingang der Burg- und Klosteranlage fahren lassen. Ab dem Haltepunkt des Bus-Bähnchens sind bis zur Burg aber noch einige weitere Steigungen und Stufen zu bewältigen.

Von April bis Oktober ist hier von 9:00-18:00 Uhr und November bis März 10:00-16:00 Uhr geöffnet. Auch wenn man die Gastronomie oben besuchen will, ist ein Eintzritt von 8:00 Euro pro Erwachsener fällig, denn man erreicht den Gipfel nur über einen Weg, der an der Kasse und Schranken vorbeiführt. Besucher mit der Gästekarte Zittauer Gebirge erhalten 20% Rabatt, mit einer Schlösserland-Card ist der Eintritt frei.

Die Burganlage der Höhenburg nimmt einen großen Tel des Gipfelbereichs des Berges Oybin ein, nur ein davon Teil ist bebaut. Neben der eigentlichen Burg an der Westseite mit dem Kaiserhaus gehören dazu auch die Klosterruine, der Bergfriedhof der Gemeinde Oybin und ein Burgrestaurant. Am anderen Ende hinter dem höchsten Punkt des Berges befindet sich eine Camera obscura, das kleine Gebäude ist aber geschlossen und nur mit Führung zu besichtigen. Über eine Spiegeloptik wird ein vergrößertes Bild der Umgebung auf einen für die Schärfeeinstellung höhenverstellbaren Tisch in der dunklen Kammer projeziert. Führungen nur bei schönem Wetter - sonst gibt es ja keine gute Abbildung.

Oben nach einem steilen Aufstieg über die Reitertreppe am 3. Burgtor angekommen, führt ein Rundwanderweg um das gesamte Gipfelplateau. Dabei kommt man an allen Aussichtspunkten und Sehenswürdigkeiten vorbei. Insgesamt geben 31 Stationen einen Überblick über die 100.000 qm große Anlage. Der Rundgang dauert ca. 2-3 Stunden, wir haben etwas länger gebraucht. Burg und Kloster Oybin können selbständig erkundet werden.

Die malerischen Ruinen auf dem Oybin mit dem dort befindlichen Friedhof waren immer schon ein beliebtes Motiv zahlreicher Maler der Romantik, wie beispielsweise Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus, Ernst Ferdinand Oehme, Carl Blechen und Adrian Ludwig Richter. Sie folgten den Künstlern, die schon im 18. Jahrhundert den Oybin malten wie Johann Alexander Thiele, Adrian Zingg oder Johann Philipp Veith. Heuet kommen zahlreiche Touristen mit Fotoapperaten, so wie ich auch, um die Schönheit festzuhalten. Wir hatten dazu Glück mit dem Wetter und erwischten einen sonnigen und warmen Sommertag.

Es lohnt sich wirklich, hier oben jeden Weg zu erkunden, denn immer wieder bieten sich neue und schöne Ausblicke auf die Ruinen von Burg und Kloster oder auf das Umland. Von hier oben kann man durch einen Einschnitt in den Bergen bis Zittau blicken.

Zuerst geht man durch die Burg mit Wohntum, in dem sich eine Ausstellung befindet. Man kann das Amtshaus mit Halbschalenturm, eine 5 Meter tiefe Zisterne, die Steinofen-Luftheizung und das Kaiserhaus besichtigen.

Begeistert haben uns auch die Wanderfalken, die hier an der Unterkirche der Klosterruine brüteten und immer wieder über unsere Köpfe flogen oder sich auf Bäumen im umliegenden Wald niederließen.

Es folgen Kloster mit Wenzelskapelle, Bahrhaus, Unterkirche, Bibliotheksfenster, Kreuzgang und dahinter der Bergfriedhof. Natürlich mussten wir auch ganz nach oben auf den Turm klettern, was ziemlich anstrengend bei der Hitze war.

Im Anschluss an die Besichtigung kann man noch zwei Rundwege laufen. Der Bergringweg führt zur Zisterne, zum Berggasthof und zum Jungernsprung. Auch auf den Südplateau und auf dem Nordplateau verlaufen Rundwege.








Geschichte

Die erste archäologisch nachweisbare bronzezeitliche Besiedlung auf dem Berg Oybin stammt aus dem 11. und 12. Jahrhundert vor Christus. Früheste Bauspuren stammen aus dem 13. Jahrhundert n. Chr., in diese Zeit fällt auch die erste nachgewiesene Zerstörung durch die Stadt Zittau im Jahr 1291. Die Burg wurde als Stützpunkt für Überfälle von Raubrittern genutzt.

In den Jahren von 1311 bis 1316 wurde die Anlage zu einer wehrhaften Abschnittsburg zum Schutz der nahe gelegenen Handelswege unter Heinrich von Leipa, dem Marschall des Königs Johann von Luxemburg, erweitert. Schon im Jahr 1346 fiel sie wieder an die böhmische Krone. Im Jahr 1364 baute Kaiser Karl IV. auf dem Oybin das Kaiserhaus, das er als seinen Altersruhesitz nutzen wollte. Er begann auch im Jahr 1366 mit dem Bau der gotischen Kirche die 1384 fertiggestellt wurde und dem Orden der Cölestiner wurde ebenfalls ein Kloster auf dem Oybin gestiftet.

Während der Hussitenkriege wurde der Oybin zweimal angegriffen, doch 1720 und 1429 scheiterten die Angriffe und die Technik der Verteidiger war stärker als der stürmische Angriffswille der Hussiten. Der Oybin galt seitdem als uneinnehmbar. Ein Teil des Prager Domschatzes vom Veitsdom wurde, um ihn vor dem Zugriff der Hussiten zu sichern, auf dem Oybin verwahrt.

Die Burg wurde bis in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts weiter ausgebaut. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster dann aufgelöst und der langsame Verfall begann. 1577 schlug ein Blitz in die Kirche ein, sodass diese niederbrannte. Weitere Zerstörungen folgten 1681 durch einen Felssturz. Zu diesem Zeitpunkt war die Burg bereits nicht mehr bewohnt und wurde von den Talbewohnern als Steinbruch genutzt.

Eine Wiederentdeckung der Burg erfolgte während der Romantik, als der sächsische Hofmaler Johann Alexander Thiele die romantischen, von der Natur überwucherten Gemäuer als Motiv entdeckte. Andere Maler folgten und machten sie so bekannt, eine Art früher Instagramm-Spot.

Die Burg wurde ab 1829 vom Schutt befreit und 1877 das Kaiserhaus saniert, um es vor dem weiteren Verfall zu bewahren. Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen dann auch immer mehr Wanderer und Kurgäste hoch auf den Berg. Das wurde einfacher durch die Einrichtung einer Eilpostkutschverbindung von Zittau im Jahr 1830 und der Eröffnung der Schmalspurbahn von Zittau nach Oybin im Jahr 1890.

Im Jahr 1883 wurde erstmals ein Museum auf dem Berg durch Alfred Moschkau eröffnet. Im Jahr 1936 kam es zum ersten Rückschlag, denn der reichhaltige Museumsbestand wurde durch Verkäufe der Erben von Alfred Moschkau erheblich dezimiert. Ein zweiter Rückschlag folgte am Ende des Zweiten Weltkriegs, als größere Teile des Museums geplündert wurden.

Herrmann Knobloch rettete das dort eingelagerte und fast zerstörte Große Zittauer Fastentuch von 1472, das sich heute im Museum in Zittau bewiundern lässt. In den kommenden Jahrzehnten folgten Sanierungsarbeiten. So wurde die Klosterruine, auch wegen der guten Akustik, ab 1972 als Konzertplatz genutzt.

Heute werden hier Sonderführungen angeboten und jährlich wird ein historisches Burg- und Klosterfest gefeiert. Bis zu 100.000 Gäste besuchen im Jahr die Burg- und Klosterruine auf dem Berg Oybin.









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