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KLOSTERRUINE LIMBURG

Wenn man aus Bad Dürkheim heraus fährt, dann hat man einen wunderbaren Blick auf Historisches Gemäuer. Alles überragend thront beherrschend über dem Tal die Ruine der ehemaligen Benediktinerabtei, die Klosterruine Limburg. Einst wurde sie auch Abtei "Zum heilgen Kreuz" oder Kloster Limburg an der Haardt genannt. Erbaut im 11. Jahrhundert bestand sie bis zur Reformation. Dieses historische Gemäuer wollten wir uns nicht entgehen lassen und fuhren hoch bis auf den Parkplatz, wo wir auch direkt einen freien Platz fanden. Dann konnten wir uns nach der langen Fahrt von Kaub am Mittelrhein hierher ein wenig die Beine vertreten.

Die Klosterruine liegt am Ostrand des Pfälzerwalds auf dem heutigen Limburgberg, der 260,5 Meter hoch ist. Von hier oben hat man einen schönen Blick auf Bad Dürkheim. Außerhalb des Klostergeländes liegt das 1989 gegründete und etwa 12 Hektar große Naturschutzgebiet Haardtrand/Am Limburgberg. Die Hänge des Berges waren durch Trockenmauern terrassenförmig abgestuft und wurden landwirtschaftlich intensiv genutzt. Das Kloster zählt zu den größten und bedeutendsten Denkmälern der frühsalischen Baukunst.

Im 9. Jahrhundert legten die in Worms residierenden Gaugrafen aus dem Geschlecht der Salier eine Burg an, die den Eingang des Isenachtals beherrschte. Es ist nicht bekannt, ob die Burg zur Zeit der Klostergründung noch genutzt oder schon aufgegeben war und wie sie ausgesehen hat. Ihre militärische Funktion übernahm jedenfalls gut 300 Jahre später die nur 2 Kilometer weiter westlich errichtete Hardenburg.

Die Limburg wurde ab 1025 als Hauskloster der Salier zu einer Abtei des Benediktinerordens mit Basilika umgebaut. Einige Jahre später begann der Bau des Doms zu Speyer. Kaiser Konrad II soll sowohl den Grundstein der Benedikterabtei gelegt haben und dann gleich am selben Tag den Grundstein des Kaiserdoms in Speyer.

Als Baumeister der Anlage auf der Limburg wurde ein Mönch namens Gumbert genannt, der 1035 auch kurz als dritter Abt amtierte und dessen Grabplatte noch erhalten ist. Erste Teile der prächtig ausgestatteten Kirche wurden 1035 in Anwesenheit Kaiser Konrad II der Mutter Gottes Maria geweiht. Vorübergehend, von 1042 bis 1056, wurden sogar die Insignien des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation hier im Kloster aufbewahrt.

Bedeutend für die Kirchengeschichte war eine Synode im Kloster Limburg, die am 3. Dezember 1038 stattfand. Auf ihr wurde in Anwesenheit des Kaisers die heute noch geltende Regel beschlossen, wie die Adventsonntage im Kirchenjahr liegen und zu berechnen sind. Bis dahin war die Zahl der Adventssonntage in den einzelnen Ländern unterschiedlich gewesen.

Im Jahr 1042 wurde die Kirche dann vollendet und zu Ehren des Heiligen Kreuzes geweiht. 1206 wurden die Grafen von Leiningen als Schutzvögte des Klosters eingesetzt, die zwischen 1205 und 1214 die Hardenburg auf Gelände erbauten, das eigentlich zum Klostereigentum gehörte. Dies führte zu einem Rechtsstreit, der erst 1249 durch einen Vertrag beigelegt werden konnte.

1376 wurde das Kloster in einem Krieg zwischen den Leiningern und den Fürstbistümern Worms, Speyer und Mainz stark beschädigt. 1504 brannten es die Leininger Grafen nieder, wieder aufgebaut wurde danach nur der Chor der Abtei. Im Jahr 1546 führte Friedrich III. von der Pfalz die Reformation ein, aber die Mönche hier wollten die neue Lehre nicht annehmen und durften daraufhin keine Novizen mehr aufnehmen.

Zur Zeit von Napoleon wurde das Kloster als Steinbruch benutzt, bis es im Jahr 1843 von der Stadt Bad Dürkheim erworben wurde. Seither wird es erhalten und geschützt. Eine alte Chronik berichtet von einem unterirdischen Gang, der die Abtei Limburg mit dem westlich im Tal gelegenen Nonnenkloster Hausen verband.






Mittagspause

Heute kann man nicht nur in der Umgebung wandern, spazieren gehen und die alten Mauern bewundern. Hier finden auch regelmäßig Veranstaltungen statt und damit kommt Leben hierher. Ob Theateraufführungen in der alten Ruine oder Konzerte, beim Limburg Sommer von Juni bis Ende August für jeden was dabei. Auch Trauungen werden hier gerne durchgeführt. Aber nicht nur bei Veranstaltungen ist das Klostergemäuer für Gäste geöffnet, sondern jeden Tag und das ganze Jahr. Gebühren für den Eintritt werden hier nicht erhoben, jeder kann völlig frei seinem Erkundungsdrang nachgehen. Da wir zu Corona Zeiten im Juni 2020 vor Ort waren, gab es keine Veranstaltungen und es war auch nicht überfüllt.

Am 14. Juli 2017 gab es hier in der Klosterruine ein grosses Unglück. Kurz nach Mitternacht brach auf der Limburg ein Feuer aus, wodurch die Klosterschänke zerstört wurde. Der Wirt, der hier übernachtete, kam dabei leider ums Leben.

Als wir die Besichtigung beendet hatten, kamen wir zum Eingang der Klosterschänke Konrad2. Zu unserem Glück war sie gerade aufwendig renoviert und nur wenige Wochen zuvor am Pfingstmontag wiedereröffnet, mit neuem Pächter und neuem Namen. Die Speisekarte die auslag las sich einladend und man konnte im Klostergarten auf rustikalen Bänken oder im Lounge-Bereich im Freien sitzen. Hier gibt es zu Nicht-Corona Zeiten Platz für 120 Personen.

Dafür war es uns ein wenig zu windig und wir hatten Glück: Im Inneren war noch spontan ein Tisch für uns frei. Der Name "Konrad2" ist in Anlehnung an die Geschichte des Klosters entstanden, denn der Salierkaiser Konrad II. hatte ja damals den Grundstein für das ehemalige Benediktinerkloster gelegt.

Das Restauant ist modern, gemütlich und mit viel Geschmack eingerichtet, das Motto der Karte "Pfälzisch-internationale Genusswerkstatt". Da uns am Abend noch ein Menü erwartete, entschied sich Michael für einen Pfälzer Wurstsalat und ich hatte eine kleine Quiche mit Salatbeilage. Dazu tranken wir Johannisbeer-Schorle. Alles war sehr lecker und der Service flink und freundlich. Ein Besuch ist hier zu empfehlen.







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