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SPAZIERGANG

Unser Maho Boutique Hotel lag mitten im Grünen, in ländlicher Umgebung. Genauer gesagt in Palugaswewa, einem ruhigen Vorort im Norden von Anuradhapura, die Innenstadt ist von hier 16 Kilometer entfernt.

Von hier aus hatten wir gute Möglichkeiten für Spaziergänge oder Beobachtungen von Vögeln und Affen, manchmal sogar direkt im Garten oder auf der wenig befahrenen Straße vor dem Hotel.

Die Kuttam Pokuna, auch als Twin Ponds bekannt, sind etwa 2,5 km entfernt. Den Weg dorthin haben wir aber leider nicht mehr geschafft, und auch die alte Steinbrücke an der Hauptstraße haben wir verpasst - es gibt so viel zu sehen in der Region, dass die zwei Übernachtungen hier definitiv zu wenig waren.

Anuradhapura war vor über 2200 Jahren die erste Hauptstadt Sri Lankas. Das Straßennetz war damals bereits hochentwickelt. Wichtige Straßen führten von Anuradhapura nach Trincomalee, Mannar, Jaffna und in die südlichen Königreiche.

Die erste antike Hauptstadt Sri Lankas ist aber nicht nur ein Ort monumentaler Dagobas und heiliger Bodhi-Bäume, sondern auch ein Zeugnis einer meisterhaften antiken Wasserwirtschaft. Diese Kulturlandschaft, geprägt von riesigen, künstlich angelegten Seen,den sogenannten Wewas oder Tanks, bildete das Fundament einer blühenden Zivilisation.

Die Wewas sind weit mehr als nur Wasserspeicher, sie sind technische Wunderwerke der Antike. Sri Lankas Trockenzone ist durch unregelmäßige Regenfälle gekennzeichnet, und die antiken Könige erkannten früh, dass eine über das Jahr dauerhafte und stabile Wasserversorgung der Schlüssel zu Wohlstand und politischer Macht war. Ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. begannen sie mit dem Bau eines komplexen Systems von Tanks und Kanälen, das Regenwasser sammelte und über weite Entfernungen transportierte.

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Das bekannteste in der Region ist das Tissa Wewa, erbaut von König Devanampiya Tissa im 3. Jahrhundert v. Chr. Es bedeckt eine große Fläche und versorgte nicht nur die Reisfelder, sondern auch die königlichen Gärten und Klöster mit Wasser. Der Staudamm auf der Südseite ist über 1 km lang und 7 Meter hoch, es ist also deutlich mehr als ein großer Teich. In der ganzen Umgebung gibt es etliche künstliche Seen in dieser Größe, noch größer ist der Nuwara Wewa östlich des Stadtzentrums. Hier ist der Staudamm 4,8 km lang und 11 Meter hoch. Diese Tanks waren der Motor für das Wachstum von Anuradhapura und machten die Stadt zu einem der wichtigsten religiösen und kulturellen Zentren Asiens. Die Wewas sind ein lebendiges Erbe und werden auch heute noch zur Bewässerung genutzt, die alten Staudämme brauchn kaum Wartung und sind für die Ewigkeit gebaut.

Unsere Spaziergang beginnt am späten Nachmittag, nachdem wir uns von den Besichtigungen ausgeruht hatten, im Maho Boutique Hotel. Der Weg führt weit weg von den belebten Ausgrabungsstätten führt uns durch die ruhige, ländliche Umgebung. Der erste Abschnitt vorbei an kleinen Häusern und freundlichen Bewohnern, die uns mit einem Lächeln begrüßen. Die Luft ist erfüllt vom Duft von Blumen und der Geräuschkulisse der Natur. Verkehr hält sich in Grenzen, nur ein Bäcker mit dem typischen Sound überholte uns.

Nach etwa einer Viertelstunde erreichen wir das Palugas Wewa, ein kleinerer, aber nicht weniger beeindruckender Tank, umgeben von Palmen und anderen tropischen Pflanzen. Ein schmaler Feldweg führe zu Häusern und halb um das Gewässer herum. Überall am Rand waren Vögel in den Bäumen und Büschen unterwegs, auch Affen sahen wir hier. Am Ufer waren wir alleine unterwegs und konnten die verschiedenen Arten in Ruhe genießen und Fotografieren. Der Weg auf dem Staudamm ist wie überall aufgrund des befestigsten Untergrunds bis auf ein paar Pfützen gut zu begehen.

Am Wegrand befindet sich zwischen den Büschen ein kleiner, versteckter Schrein, der dem Hindugott Ganesha gewidmet ist. In Sri Lanka gibt es eine lange Tradition der Synkretismus, bei der Elemente von Hinduismus und Buddhismus miteinander verschmolzen sind. Der Schrein leuchtete in der Abendsonne, mit Opfergaben von Blumen und Räucherstäbchen.

Ganesha wird als Beseitiger von Hindernissen und als Gott des Neubeginns und des Erfolgs verehrt. In einer Region, in der die Landwirtschaft vom Wasser abhängt, ist es nur natürlich, dass die Menschen Ganesha um Schutz und Segen für ihre Ernte bitten. Seine Präsenz im Schrein des Palugas Wewa ist ein Beweis für die enge Verbindung zwischen den beiden Religionen und für die spirituelle Vielfalt Sri Lankas.

















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