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Der Sinharaja-Regenwald ist ein UNESCO-Weltnaturerbe, ein bedeutender Hotspot der biologischen Vielfalt und eines der wichtigsten Ziele für Ökotourismus in Sri Lanka. Als letzter immergrüner und teilweise noch unberührter Regenwald der Insel stellt das Reservat eine ökologische Schatzkammer dar, die sich über eine Fläche von mehr als 11.000 Hektar am südlichen Rand des srilankischen Hügellands erstreckt.
Da das Gebiet sehr weitläufig ist, lässt sich auf einer einzelnen Tour nur ein Bruchteil der Flora und Fauna entdecken. Das Wandern hier ist durchaus anstrengend, da die feuchte Schwüle sowie die teils wurzeligen Pfade mit starken Steigungen vor allem für fittere Besucher geeignet sind.
Dieses Areal beherbergt den bedeutendsten verbleibenden tropischen Tieflandregenwald des Landes. Die Vogelwelt ist mit über 130 Arten vertreten, wobei ein Großteil der 33 endemischen Arten Sri Lankas hier heimisch ist. Neben einer faszinierenden Reptilienpopulation und zahllosen, teils noch unklassifizierten Insektenarten, bietet der Wald Lebensraum für seltene Säugetiere wie den Weißbartlangur, das Rieseneichhörnchen sowie den äußerst scheuen Leoparden. Das authentische Dschungelerlebnis lässt sich am besten zu Fuß erkunden, wobei Deniyaya-Mederipitiya im Osten oder Kudawa im Norden die idealen Ausgangspunkte bilden.
Ein besonderes Phänomen des Ökosystems sind die sogenannten "Mixed-Species Feeding Flocks". Dabei schließen sich verschiedene Vogelarten zu Gruppen zusammen, um gemeinsam auf Nahrungssuche zu gehen, was die Effizienz steigert und den Schutz vor Fressfeinden verbessert.
Für uns war dies genau das Richtige, da uns die Vielfalt der Region sehr beeindruckt hat. Wir konnten zahlreiche Tiere beobachten, darunter Schlangen, Eidechsen sowie verschiedene Reptilien und Vögel. Hinzu kommen die imposanten Urwaldbäume mit ihren Brettwurzeln. Da die meisten Nährstoffe nur in der obersten Erdschicht zu finden sind, bilden die Bäume keine tiefen Pfahlwurzeln, sondern diese flachen, flügelartigen Stützen, die dem Baum in dem oft weichen, wassergesättigten Boden die nötige Stabilität gegen Wind und Schwerkraft verleihen.
Im Wald verteilt findet man viele malerische Wasserfälle, in einigen wie dem 11 Meter hohen Kekuna Ella Wasserfall darf man sogar Baden. Relativ gut zu erreichen vom Eingang nach nur 2,5 Kilometern Waldpfad und dem entsprechend auch gut besucht und das Wasser ist eiskalt hier.
Gewohnt haben wir im Dorf Deniyaya in einem einfachen Homestay, dem Rainforest Star. Von dieser Art gibt es in der Region bereits sehr viele und gefühlt entstehen derzeit doppelt so viele Neubauten, da jede Familie am Tourismus partizipieren möchte. Auch wenn der Besucherstrom in Zukunft sicher zunehmen wird, würden wir die Region jederzeit gerne wieder besuchen.










Ein kritischer Aspekt beim Besuch von Sinharaja ist die Organisation der verpflichtenden Guides. Vorab über Unterkünfte oder Agenturen gebuchte Guides rufen hier hohe Preise auf, die oft ein Vielfaches der offiziellen Raten betragen.
Leider haben sich hier auch alle abgesprochen, die eine Unterkunft anbieten und kassieren ebenfalls ab. Mindestens 50 US-Dollar pro Person für eine geführte Wanderung sind hier ein normaler Preis, egal ob man nur vier oder bei guter Kondition sieben Stunden unterwegs ist, egal ob man mit dem Tuk-Tuk gefahren wird oder zu Fuß bis zum Eingang geht. Die aufgerufenen Preise stehen in keinem Verhältnis zu den offiziellen Gebühren des Department of Wildlife Conservation, sie sind unverschämt und man fühlt sich schnell abgezockt. Es werden meistens Margen aufgeschlagen, die den tatsächlichen Preis für den Guide vor Ort um das Drei- bis Vierfache übersteigen.
Im Gegensatz dazu bietet der direkte Weg über das offizielle Gate, wie in Kudawa oder Mederipitiya, eine transparente und faire Preisstruktur. Hier zahlt man lediglich den staatlich festgelegten Eintritt und eine regulierte Gebühr für den Guide, der einem vor Ort zugewiesen wird. So kann jeder hier auch selbst zum Eingang gehen und dort warten ebenfalls Guides. Der Preis am offiziellen Gate (Kudawa/Deniyaya) beträgt für Ausländer 1.240 LKR pro Person. Die Guide-Gebühr beträgt dort zwischen 2.500 und 5.700 LKR für eine Gruppe bis zu 5 Personen. Macht zusammen höchstens um die 8.000 LKR für zwei Personen. Mit Trinkgeld liegt man dabei bei umgerechnet 35 US Dollar für zwei Personen.
Die dort wartenden Guides haben oft allerdings nur ein Interesse, genau wie die meisten Besucher: Kurz die 2,5 Kilometer durch den Wald bis zum Wasserfall. Dort wird gebadet und dann wieder zurück. Unterwegs wird rechts und links mal auf ein Tier gezeigt, das sichtbar ist. Wobei wir bei vielen Besuchern sogar daran ein gewisses Desinteresse beobachten konnten. Bei solchen Gruppen kann ein Guides gut 2-3 Touren am Tag begleiten und bekommt so mehr Geld, hat also eher wenig Interesse daran, die Tour nach Kundenwusch zu gestalten oder auszudehnen.
Guides, die viele Stunden alleine mit ihren Gästen unterwegs sind, sich Zeit nehmen, Tiere suchen, die gewünscht sind und auch auf die richtige Fotoposition achten sind rarer und kosten natürlich auch mehr, da sie meist nur 2 Personen pro Tag begleiten. So auch Prabath, der Vermieter in unserer Unterkunft, der ein guter, lizensierter Guide ist und sogar von Leuten gebucht wird, die nicht bei ihm wohnen. Er war ein angenehmer Begleiter und wusste, was er tat. Er wies uns auf interessante Wildtiere entlang des Weges hin und führte uns zu einigen Wasserfällen abseits der ausgetretenen Pfade, ausserdem ist er selbst Fotograf und sucht so auch den besten Winkel und versteht, was man möchte.
Gleich nach Ankunft bekamen wir von Prabath die Preisliste in Dollar vorgelegt. Da wir für die Unterkunft sehr wenig bezahlten (mehr dazu auf der Unterkunft-Seite), haben wir uns nicht all zu sehr über die Preise geärgert und entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten sogar zwei Touren mit ihm gebucht: Die Wasserfälle Langkagama und eine Birding Tour im Pitadeniya Gebiet.









Das Erleben des Sinharaja-Waldreservats ist untrennbar mit der Präsenz von Blutegeln verbunden, die in diesem feuchten Regenwaldklima einen idealen Lebensraum finden. Besonders nach Regenfällen sind diese kleinen Bewohner auf dem Waldboden und in der niedrigen Vegetation äußerst aktiv, da sie durch Körperwärme und Erschütterungen potenzieller Wirte angelockt werden.
Obwohl sie oft als unangenehm empfunden werden, sind sie ein natürlicher Bestandteil dieses intakten Ökosystems und stellen für den Menschen, abgesehen von einem leichten Juckreiz oder einer verzögerten Blutgerinnung an der Bissstelle, keine gesundheitliche Gefahr dar.
Um sich effektiv zu schützen, greifen erfahrene Wanderer auf sogenannte Blutegelsocken zurück. Diese dicht gewebte Überzieher, die über die normalen Socken gezogen und unter dem Knie festgebunden werden, verwehren den Tieren den Zugang zur Haut. Meist bekommt man sie vom Besitzer der Unterkunft, in der man übernachtet gestellt oder kann sie für kleines Geld vor Ort auch kaufen.
Die einfachen Wege im Nationalpark sind meist recht breit, so dass man sie nicht unbedingt braucht. Vor allem, wenn es lange nicht geregnet hat. So hatten wir kalkuliert und im Prinzip stimmte das auch.
In der modernen Medizin spielen Blutegel wieder eine bedeutende Rolle. Ihr Speichel enthält den Wirkstoff Hirudin, der die Blutgerinnung hemmt und entzündungshemmend wirkt, weshalb sie weltweit in der plastischen Chirurgie und der Behandlung von Venenerkrankungen eingesetzt werden.
Natürlich möchte man sich so ein Vieh nicht einfangen, wir sind Stunden durch den Nationalpark gelaufen ohne Socken und haben keinen Egel gesehen. Auch die Guides tragen hier keine Egelsocken, jedenfalls nicht in der Trockenzeit.
Dennoch hat es Michael geschafft, sich einen einzufangen: Um einen schwimmenden Wasserwaran zu fotografieren, stieg er aus den Tuk-Tuk aus und lief ein paar Schritte durchs Gras zum Flussufer. Genau dort, neben einem Bauernhof, warteten die Biester auf ihn.
Den Biss hat er nicht bemerkt, es fühlte sich an, als ob ihn dort am Knöchel ein dünner Zweig gestreift hätte, aber es blutete nach einer Weile stark auf Hose und Socken. Ein Blutegel-Biss blutet nach dem Abfallen des Egels in der Regel noch 8 bis 12 Stunden nach, manchmal auch etwas kürzer. Gut, dass wir genug Pflaster hatten. Geschmerzt hat es überhaupt nicht.










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