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BÄUME

In den weiten Steppen Patagoniens sind Bäume rar, ebenso an der Atlantikküste. Dort, wo es Wasser gibt - an Flussläufen oder an Seen - wachsen oft wunderbar grüne Weiden im Uferbereich.

Erreicht man aber das Andenvorland, findet man unterschiedliche Waldformen und einige herausragende Baumsorten. Die sommergrünen Wälder mit laubabwerfendem Gehölz liegen zwischen der Region der Hartlaubwäldern im Norden und valdivianischen Regenwald im Süden. Wer im Herbst hierher kommt, also in der Zeit um Ostern, der findet eine wahre Farbenpracht vor. Ein Indian Summer wie er sonst nur noch auf Feuerland und auf der Nordhalbkugel vorkommt.

Das Klima ist ideal, die mittleren Jahrestemperaturen liegen zwischen 12° und 13° C. Fröste kommen zwar vor, aber es gibt keine Unterbrechung der Vegetationstätigkeit. Die Jahresniederschläge betragen 1.000 bis 2.000 mm, in den Anden sind es 3.000 mm und mehr, vor allem auf den westlichen Hängen.

Häufig findet man in diesen Wäldern Nothofagus obliqua / Roble und N. procera / Rauli. Die Roble hat ein großes Wärmebedürfnis und wächst ausschließlich auf tief verwitterten Böden mit mächtiger Humusauflage. Die Bäume werden ca. 35-40 m hoch und erreichen bis zu 2 m Durchmesser, somit ähneln sie stark unseren Eichen.

Ein Rauli erinnert dagegen eher stark an eine europäische Rotbuche und erreicht ebenfalls eine Höhe von 35-40 m.

Ein schmaler Streifen entlang der Südkordillere gehört zu einem anderen klimatischen Gebiet als das restliche Patagonien. Wegen der größeren Niederschlagsmenge wächst hier undurchdringlicher, kalter Regenwald. Hier gedeihen Bäume wie Nirre, Lenga, aber auch Alercen. Die Lenga bildet gelbe Früchte direkt an den Zweigen aus wie auf dem Bild zu sehen.

Im November blühte im südlichen Patagonien ein kleiner Baum, der dort Notro (Embothrium coccineum - auf deutsch Feuerstrauch) genannt wird - leuchtend in einem wunderbaren Rot. Manchmal hat er einen geraden Stamm, häufig wächst er buschförmig. Man findet ihn bis hinunter nach Feuerland und seine Farbenpracht zieht das Auge magisch an.

Die röhrenförmigen, wachsigen Blüten sind nämlich rotorange bis scharlachrot und werden 3-4,5 cm lang. Blütezeit für diese Pracht ist Oktober bis März.


Alerce

Die Patagonische Zypresse oder Alerce (Fitzroya cupressoides) aus der Familie der Cupressaceae (Zypressengewächse) ist der wichtigste Nadelbaum in den nordpatagonischen Wäldern. In Argentinien ist der immergrüne Baum hauptsächlich zwischen dem 39. und 43. Breitengrad zu finden, insbesondere in dem nach ihm benannten Nationalpark Los Alerces. Im südlichen Chile wächst die Alerce in der Región de los Lagos und in Argentinien nur in den Provinzen Chubut, Neuquén und Río Negro.

Leider ist die ist Alerce durch rücksichtslose Abholzungen heute selten geworden, denn sie wächst am langsamsten unter allen Bäumen der südlichen Andenregion, dafür wird sie aber ca. 70 Meter hoch. Der Höhenzuwachs bei 300-jährigen Bäumen beträgt nur 6,6 cm im Jahr. Sehr gering ist auch der Durchmesserzuwachs. Unter Schutz gestellt im Nationalpark Los Alerces bei Esquel findet man Bäume, die angeblich 3.500 Jahre alt sind. Dazu muss man aber einige Stunden oder Tage Wanderung in der Gebirgsgegend auf sich nehmen.

Das Holz im Kern ist kastanienbraun, im Ausßenbereich, dem Splint, ist es heller. Seine Farbe, die leichte Spaltbarkeit und die plattige, tiefrissige Rinde ähneln der europäischen Lärche.

In Argentinien bestehen strenge Schutzvorschriften, die soweit gehen, daß einer der schönsten Alercen-Bestände am Lago Menéndez im Nationalpark Los Alerces vor dem ohnehin nicht sehr starken Touristenstrom gesichert bleibt, um die Struktur des Bodens nicht durch zu starkes Betreten zu verändern. Zum Glück gibt es einige prächtige Exemplare im Stadtpark von San Carlos di Bariloche.

Die Alerce ist als eine von nur zwei Baumarten im Anhang I des Washingtoner Artenschutzübereinkommens gelistet. Der internationale Handel mit der Alerce ist deshalb kategorisch verboten.


Araukarie

Bei uns ist die Araukarie aus einigen Vorgärten und als Kübelpflanze bekannt, hierbei handelt es sich oft um die Araucaria heterophylla, auch Norfolktanne oder Zimmertanne genannt. In Deutschland bleibt sie jedoch meist kleine und hat nie die Größe, die sie in Australien, Südafrika oder in den Anden erreichen kann. Araukarien fallen ebenfalls unter das Washingtoner Artenschutzgesetz und sind nur noch in Kultur häufig.

Wälder aus Araukaria araucana (Chilenische Araukarie oder Anden-Tanne ) findet man in Argentinien noch zwischen dem 37° und 40° Breitengrad in Höhenlagen zwischen 600 bis 1.600 m. Die Bäume wachsen meist in allen Altersklassen durcheinander, von Jungwuchs bis zu den ältesten Stämmen. Deren Alter wird auf über 1.000 Jahre geschätzt. Eine sehr schöne Stelle für solchen Wald ist der Weg von Junin de Los Andes zum Nationalpark Lanín oder die Strecke nördlich von Villa Pehuénia am Lago Alumine in Richtung chilenischer Grenze. Daher stammen auch einige der Araukarien-Bilder auf dieser Seite.

Die Araukarien sind urtümliche Nadelhölzer, die ihr Aussehen seit der Kreidezeit nur wenig verändert haben. Ihre markante Silhouette überragt eindrucksvoll die Umgebung. Ohnehin duldet dieser Baum nur ungern andere Gehölze in der Nähe, so steht er meist unter seinesgleichen oder als Einzelbaum, in der Fachsprache der Botaniker auch Solitär genannt.

Die Bäume können 30 bis 35 m hoch werden (manche Quellen sprechen sogar von 50 Metern) und alte Stämme erreichen einen Durchmesser von 1,5 bis 2 m. Eine Araukarie hat geringe Ansprüche und wächst somit auch auf sandigen, trockenen Böden, auf trockensten Hängen und Bergrücken, oft auch anscheinend auf nacktem Fels.

Die Blätter der Araukarie sind dreieckig, hart und spitz, werden bis zu mehreren cm lang und 15 Jahre alt. Sie stehen ohne Stiel dicht an dicht an den Zweigen, was ihnen auch den Namen "Affenschwanz" eingetragen hat. Auf den Fotos ist das schön zu erkennen.

Je nach Alter und Umgebung verändert eine Araukarie ihr Aussehen: Als kleiner Baum scheinen sich die grünen Blatt-Äste wie Schlangen durch die Luft zu winden, dann bildet sich irgendwann eine oben abgerundete Kegelform heraus. Später wächst auch die Spitze in die Breite, der Baum wird zylindrisch, erst mit einem Kegel und dann mit einer Halbkugel oben drauf. Wenn irgendwann die unteren Äste abgeworfen werden, so bleibt ein dicker Stamm übrig mit einer mäßig grünen Kugel am oberen Ende.



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