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LA POMA TAL

Von Cachi kommend fuhren wir über Payogasta in Richtung La Poma. Allerdings nicht so früh am Morgen wie eigentlich geplant, denn in Cachi gab es leider keinen Diesel mehr, zumindest nicht für Touristen. Der Bauer von nebenan wird wohl noch ein paar Liter für seinen Traktor bekommen haben - da habe ich durchaus Verständnis für. Am Vorabend hatte man uns noch versprochen, der seit zwei Tagen überfällige Tanklaster würde früh gegen 8 Uhr kommen. Als wir nach dem frühen Frühstück dann Punkt 8:00 Uhr zur einzigen örtlichen Tankstelle fuhren, hatte man leider immer noch nichts. Der nette Mensch an der Rezeption unseres Hotels El Cortijo telefonierte dann mit der nächsten Tankstelle im 30 Kilometer südlich entfernten Seclantas und fragte nach, ob die ausreichende Vorräge hätten, damit wir den weiten Weg nicht umsonst fahren mussten.

An diesem Tag hatten wir noch ein strammes Programm über La Poma und den Pass Abra del Acay bis nach San Antonio de los Cobres und noch weiter nach Susques vor uns. Trotzdem blieb uns nichts weiter übrig, als mit Wut im Bauch die schreckliche Strecke mit vielen Engstellen und zahlreichen Kurven zurück bis nach Seclantas zu fahren, die wir schon zwei Tage zuvor aus Cafayate kommend bewältigt hatten. Es herrschte am Morgen zum Glück nicht viel Verkehr auf diesem Teilstück und wir benötigten für die Hin- und Rückfahrt inklusive Tanken nur fast zwei Stunden.

So kamen wir nach 60 Km Umweg wieder zurück nach Cachi, fuhren noch mal an unserem Hotel vorbei, das wir am Morgen verlassen hatten und kurz hinter dem Ort jenseits der Brücke stoppten wir an ein paar Häusern. Von hier aus hatte man einen schönen Blick zurück auf den Ort und ein großer Schwarm Papageien hielt sich auf den grünen Wiesen und den umliegenden Bäumen auf. Unten gab es Wasser und die Tiere kreischten in den Bäumen und tranken am Bach. Kurz vor Payogasta kamen wir noch an einem nett aussehenden Hotel vorbei und der eigentliche Ort bot nichts Sehenswertes. Die Straße endet dann an einer T-Kreuzung. Der meiste Verkehr biegt hier nach rechts auf die R 33 in Richtung Salta, zum Nationalpark Los Cordones, zur Quebrada de Escoipe und zur Cuesta del Obispo ab. Wir aber folgten der kaum befahrenen Ruta 40 nach links in Richtung La Poma.




Bergauf

Die Straße folgt dem Fluss durch ein malerisches Tal entlang der östlichen Talseite nach Norden, es geht ständig hoch und runter. Unten sind meist Felder und Überschwemmungsebenen zu erkennen. Kleine Weiler und Orte liegen direkt neben der Straße, viele Menschen haben wir nicht gesehen. Jeder der kleinen Orte hat eine Kirche, einen Fußballplatz, eine nummerierte Schule und einen Schriftzug mit dem Ortsnamen nebst Gipfelkreuz auf dem Berg darüber. Die Friedhöfe befinden sich oft weit außerhalb. El Camino oder Pueblo Viejo heißen die kleinen Orte und der Fluss windet sich in flachen Schleifen durch die karge Bergwelt und spendet der Region das einzige Grün. Rote Felsen mit Cordones-Kakteen davor und unten im Tal grüne Felder. Ab und zu kam uns eine Herde Schafe oder Ziegen auf der Straße entgegen und kleine Kanäle zur Bewässerung der höher gelegenen Felder kreuzen die Ruta 40 oder begleiten sie ein Stück.

Die Gebirgswasser der Nevado de Acay sind hier noch spärlich, entwickeln sich aber später zu einem der längsten Flussysteme des Landes und münden am Ende im Rio de La Plata. Hier in den Bergtälern kommt man dem Wasser am nächsten, wenn es in einem Bewässerungskanal ein Stück parallel zur Straße plätschert. Dabei spielen einem die Sinne oftmals einen Streich: Man glaubt, das Wasser fließe bergauf, weil man das Gefälle der Straße nicht richtig einschätzen kann und glaubt, man selbst fahre bergab. In Wirklichkeit ist es genau anders herum - das Wasser täuscht sich nicht und weiß immer genau, wo unten ist!

Unter einem Feldüberhang lag eine hübsche kleine christliche Gedenkstätte für die Gläubigen Bewohner der Region. Zuerst wird das Tal enger, dann bei La Poma dann wieder breiter und grüner. Der Ort La Poma liegt auf der anderen Seite des Flusses etwas weiter abseits, will man ihn besuchen so muss man eine Schleife fahren. Hinter El Traigal wird es dann langsam ernst und man verlässt das weite Tal. Der Aufstieg auf den Pass beginnt dahinter, indem man zuerst durch eine Schlucht fährt. Genau dort, an einer Furt über den Fluss kam uns das erste Auto entgegen: ausgerechnet ein deutscher blauer Syncro aus UL. Den haben wir dann später auf einer Straße bei Reyes noch einmal gesehen, die Welt ist doch ein Dorf. Leider sind wir immer nur grüßend aneinander vorbeigefahren, schön konzentriert auf die schwierige Straße.

Die Straße war bisher teilweise sehr holperig, aber mit einem 4x4 gut zu befahren. Ab uns zu sahen wir auch Maschinen und Arbeiter, die gerade Schäden ausbesserten. Wir waren im Oktober bei herrlichem Wetter unterwegs, es gibt sicherlich Jahreszeiten, wo sich diese Strecke ganz anders darstellt. Mit Schnee und Sommerregen ist die Passfahrt mit Sicherheit kein Zuckerschlecken oder gleich ganz gesperrt. Bei der Übernahme unseres Mietwagens hatte man uns ausdrücklich vor der Strecke gewarnt, trotz Allrad. Aber laut Vermieter sollten wir ja auch nicht Cayayate-Cachi fahren und so einige andere Strecken waren angeblich auch gefährlich...

Bilder und Berichte von der Passfahrt findet ihr auf der Seite Abra del Acay.




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La Poma


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