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FYNBOS

Jeder Tourist in Südafrika wird mit dem Begriff Fynbos konfrontiert. Es gibt Fynbos Wanderwege, Fynbos Routen, Fynbos Bücher und in zahlreichen Markennamen kommt der Begriff ebenfalls vor. Von Wilderer aus Paarl gibt es sogar Fynbos-Schnaps, ein hochprozentiger Kräuterbrand mit einigen Pflanzen in der Flasche.

Fynbos wird die kapländische Pflanzengemeinschaft in Südafrika genannt. Übersetzt bedeutet der Name etwa "feiner Busch" und umschreibt die zahlreichen niedrigen Sträucher und Büsche, die hier Berge und Flachland bis hin zum Meer überziehen und in ihrer kaum überschaubaren Artenvielfalt weltweit einzigartig sind.

Oft wird der Name auch mit dem Begriff Kap-Macchia übersetzt. Besonderes Kennzeichen der Pflanzen ist die große Widerstandskraft gegen die sommerliche Hitze und Trockenheit. Immergrüne Hartlaubgewächse dominieren die Landschaft am Kap.

Viele Pflanzen haben schmale Blätter und dünne Zweige, um den Wasserverlust während der Sommermonate auszugleichen. Für den Wasserhaushalt der Region hat die zarte Begrünung ebenfalls eine Schlüsselrolle, denn die Biomassse ist ziemlich niedrig und die Pflanzen saugen nur wenig Wasser auf. Die in Plantagen angebauten oder eingeschleppten Kulturpflanzen verbrauchen wesentlich mehr Wasser, was sich sehr schlecht auf eine trockene Region mit stetem Bevölkerungszuwachs auswirkt.

Es gibt alleine über 400 Arten von Silberbaumgewächsen und über 600 Erica-Arten. Dazu kommen zahlreiche Asternarten, Strohblumen, Storchenschnabel und wunderschöne Zwiebelblumen wie die auch bei uns bekannten Iris, Lilien oder Fresien. Hier wachsen sie wild, jede Jahreszeit hat ihren besonderen Reiz und ihre besondere Flora.

Bäume sind eher selten und wachsen nur noch an ganz besonders geschützen Stellen, so wie die Clanwilliam-Zeder nur noch an einigen wenigen Stellen in den Cedarbergen zu finden ist oder die Willowmore-Zeder, die nur in der Baviaanskloof und in den Kouga Bergen wächst.

Kap-Florenreich

Im südwestlichen Kapland rund um Kapstadt herrscht Mittelmeerklima mit trockenen Sommern und kühleren, feuchtwarmen Wintern. Trotzdem ist das Florenreich, das unter ähnlichen Bedingungen wie am Mittelmeer wächst, weltweit einzigartig.

Es gibt 6 Florenreiche auf der Welt, hier befindet sich das kleinste, aber dafür enthält es auf diesem kleinen Raum die größte Vielfalt. Viele der 8.500 Pflanzenarten kommen nur hier vor.

Wie die Buschfeuer in Australien sind auch hier in Südafrika gelegentliche Brände die Ursache der Vielfalt und Fruchtbarkeit und ein wichtiger Schlüsselfaktor für die Fynbos-Ökologie. Manche Pflanzen keimen nur nach einem Feuer. Heute versucht man, durch gezielte Brände den Erhalt der Natur zu steuern. Denn je nach dem in welchem Monat es brennt wird dadurch der Wuchs verschiedener Pflanzenarten gefördert. Aus dem gleichen Grund gibt es in trokeneren Gegenden kaum Wald.

Auch Ameisen sind wichtig in dieser speziellen Ökologie, denn sie verbreiten die feuerfesten Samen in ihrem Lebens-Radius. Dadurch ist das Verbreitungsgebiet der Pflanzen sehr eingeschränkt und einige Arten wachsen endemisch nur auf sehr begrenzten Flächen, manchmal nur ein Fußballfeld groß.

Die Protea

Eine Besonderheit unter den zahlreichen blühenden Fynbos-Arten sind mit Abstand die Proteen. Sie sollen hier eine besondere Erwähnung finden. Proteaceae (Silberbaumgewächse) sind fast ausschließlich in Südafrika und Australien heimisch und ihr Name leitet sich von dem griechischen Gott Proteus ab.

Alleine 85 Protearten findet man aber am Kap, oftmals wunderschöne große Blüten, die in Deutschland meist in rosa Ausführung für einige Euro auf dem Marktstand und in Blumengeschäften zu finden sind. Sie wachsen in allen Gebirgsregionen an Stellen, die nicht zu trocken oder zu feucht sind. Das Hauptverbreitungsgebiet reicht von Port Elisabeth im Osten der Garden Route bis zur Westküste um Vanrhynsdorp nördlich von Lamberts Bay. Sie besiedeln Küstelandschaften ebenso wie die Gebirgsregionen der Drakensberge auf über 2.500 m.

Die Prachtvolle Königsprotea (Protea cynaroides) ist ganz zu Recht die Nationalblume Südafrikas. Mit dicker Borke an ihren Zweigen ist sie ziemlich resistent gegen Buschfeuer und überlebt unbeschadet die relativ häufig vorkommenden Grasbrände.

Ein Strauch wird 1-3 Meter hoch. Die üppigen Blüten sind einer Distel ähnlich, es gibt sie in vielen Farben von Weiß über Silber, Rot, Rosa, Gelb und sogar grünlich.

Mehr Bilder von Proteen findet Ihr in meiner Fotogalerie: Proteen in Südafrika.

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