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ST. BLASIEN

Der heilklimatische und Kneipp-Kurort St. Blasien liegt im Südschwarzwald. Dazu gehören auch die Gemeinden Albtal und Menzenschwand, wo wir im Hotel Hirschen drei Nächte gewohnt haben, sowie noch einige kleinere Dörfer, Weiler und Höfe. Das Gebiet der Gemeinde St. Blasien erstreckt sich von 630 m Höhe unten im Albtal bis auf 1.350 m Höhe im Feldberggebiet.

Im Jahr 1892 wurde ein Sanatorium St. Blasien errichtet, welches sich in den folgenden Jahrzehnten zu einer der bekanntesten Lungenheilstätte in Deutschlands entwickelt hat. Unter den prominenten Patienten war auch Maxim Gorki, der hier vom Dezember 1921 bis zum April 1922 behandelt wurde.

Bekannt ist der Ort aber vor allem durch sein beeindruckenstes Bauwerk, dem Dom von St. Blasien. Die Kirche ist dem frühchristlichen Bischof Blasius geweiht, der auch Schutzpatron und Namensgeber der politischen Gemeinde Sankt Blasien ist.

Der Bau dient der katholischen Kirchengemeinde als Gotteshaus und kann täglich von 8:00-18:30 Uhr im Sommer und von 8:30-17:00 Uhr im Winter außerhalb der Gottesdienste besichtigt werden. Der imposante Gebäudekomplex der ehemaligen Benediktinerabtei nebenan stammt aus der Zeit des Barock und ist heute eine Schule. Während der Säkularisation wurde das Kloster 1806 aufgelöst und eine Maschinenfabrik in den Gebäuden eingerichtet. 1933 erwarben die Jesuiten die Gebäude, das Kolleg St. Blasien ist heute ein staatlich anerkanntes und von Jesuiten geführtes Gymnasium mit Internat.

Die beeindruckende Kuppelkirche wird auch "Schwarzwalddom" genannt. Auf dieser Kirchenkuppel mit 36 m Durchmesser strahlt weithin sichtbar der goldene Reichsapfel mit dem Kreuz, denn das Kloster war Reichsabtei. Die Gesamthöhe der Kuppel beträgt 63 Meter. Die quadratischen Glockentürme von jeweils zwölf Meter Breite und 30 Meter Höhe bilden gemeinsam mit der Vorhalle die Frontseite der Kirche und jeder Glockenturm trägt ein Zifferblatt. In den Türmen befinden sich insgesamt neun Glocken.

Als die Abteikirche von St. Blasien im Jahr 1781 eingeweiht wurde, hatte sie immerhin die drittgrößte Kirchenkuppel Europas nach dem Petersdom zu Rom und dem Dom zu Florenz. Für so einen kleinen Ort schon eine gewaltige Dimension, damals war sie noch als Holzbau gefertigt. Am 8. November 1781 nahm Fürstabt Martin Gerbert eine vorläufige Segnung der neuen Kirche vor. Die eigentliche Weihe fand erst zwei Jahre später, im September 1783 statt.

Nach einem "Jahrhundertbrand" im Jahr 1874 wurde dann beim Wiederaufbau das Holzgebälk durch eine Stahlkonstruktion ersetzt. 1913 konnte der Dom wieder eingeweiht werden.

Zur 200-Jahrfeier 1983 wurde die Kirche aufwändig renoviert und ist jetzt hell eingerichtet und wirklich sehr beeindruckend. Es gibt 20 freistehende Säulen mit einem weißen Stuckmarmormantel, das vorher dunkle Gestühl wurde durch ein weißes ersetzt und der Fußboden wurde kunstvoll mit Carrara-Marmorplatten belegt.

Im westlichen Glockenturm befindet sich die Marien- und Taufkapelle mit einem bayerischen Barockaltar, davor ein Taufstein aus grauem Marmor. Beeindruckend ist auch die Orgel und im Umgang der Rotunde befinden sich sechs Seitenaltäre. Ein Besuch hier lohnt sich auf jeden Fall.

Im Pfarramt kann man ohne Corona auch Führungen buchen und es finden Domkonzerte statt. Leider ist es nicht gestattet im Inneren zu fotografieren. Das sich aber wohl nicht alle draan halten, habe ich unten einen 360° View aus Google eingebunden, damit man sehen kann wie schön es im Inneren ist.

Wir hatten hier leider Pech und bei unseren Besuchen in St. Blasien es hat meist geregnet. Das Licht war schlecht zum Fotografieren, selbst im Außenbereich. Daher kamen wir im Sommer 2023 noch einmal bei Sonnenschein hierher udn ich habe einige Bilder gegen bessere ausgetauscht.








Wasseramseln in der Alb

Da wir am Wochenende hier waren fanden wir sofort einen Parkplatz mitten im Ort. Leider hatten auch die meisten der hübschen kleinen Geschäfte entlang der Hauptstraße geschlossen. Da es kühl war und anfing zu regnen, sind wir ins Cafe Hotel Aich geflohen um uns aufzuwärmen. Hier haben wir erst einmal Kaffee getrunken und ein Stück Torte verspeist, bevor wir zur Besichtigung des gegenüber liegenden Doms aufgebrochen sind.

Mitten durch St. Blasien fließ der Fluss Alb. Er entsteht aus zwei Quellflüssen, der Menzenschwander Alb und der Bernauer Alb und mündet bei Albbruck in den Hochrhein.

Zuerst entdeckten wir die üblichen Enten und ein paar Forellen. Aber dann kannte unsere Begeisterung keine Grenzen: Hier, mitten im Ort, konnten wir endlich Wasseramseln bobachten, die wir an anderen Flüssen bisher vergeblich gesucht hatten. Nur in Kanada hatten wir schon mal hier und hier die Gelegenheit diese Vögel zu beoachten.

Allerdings ist die in Deutschland lebende Eurasische Wasseramsel (Cinclus cinclus), die einzige auch in Mitteleuropa vorkommende Vertreterin der Familie, noch viel hübscher als ihre amerikanische Verwandtschaft. Denn Kehle, Hals und Brust sind meist reinweiß. Der etwa starengroße, rundliche Singvogel ist eng an das Leben entlang schnellfließender, klarer Gewässer gebunden und weite Teile ihres Verbreitungsgebietes teilt sie mit der Gebirgsstelze. Dort ernährt sich die Art vornehmlich von Wasserinsekten, die sie vor allem tauchend erbeutet.

Und hier in St. Blasien kann man diese Vögel bei Beutezügen in der Alb ganz wunderbar beobachten und fotografieren. Die Gewässer im Jagdrevier einer Wasseramsel müssen einen steinigen oder kiesigen Untergrund und zumindest abschnittsweise dicht bebuschte Ufer aufweisen. Kleine Wasserfälle, Felsen oder große Steine im Wasserlauf sowie Uferabbrüche sind günstige Anflugstellen und als solche an Kotablagerungen darauf zu erkennen. Wichtig sind eine möglichst gleichmäßige Wasserführung sowie Eisfreiheit im Winter.

Am nächsten Tag haben wir sogar extra noch einmal hier angehalten um weitere Fotos von den Vögeln zu machen. Dadurch haben wir die Zeit vergessen und danach auf den geplanten Besuch des nahen Windberger Wasserfalls verzichtet.








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