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DAHNER BURGENGRUPPE

Nach einem Kurzurlaub in der Pfalz im Frühsommer 2020 kamen wir dann im Oktober noch einmal in diese Region. Auf dem Rückweg vom Schwarzwald nach Hause übernachteten wir noch einmal im Weinhotel Fitz Walter in Niederhorbach. So konnten wir uns den Pfälzer Wald auch einmal im Herbst absehen und entschieden uns dieses mal für den Besuch der größten Burganlage der Pfalz. Die Burgengruppe mit den Felsenburgen Altdahn, Grafendahn und Tanstein liegt in der Region Dahner Felsenland. Einen Besuch hier hatten wir im Sommer leider nicht mehr geschafft.

An diesem Tag kamen wir mit der Fähre über den Rhein und fuhren entlang der französischen Grenze, teilweise auch durch Frankreich in Richtung Pfälzer Wald. Weil das Wetter so schön war und wir noch Zeit hatten, beschlossen wir relativ spontan noch das Burgenmassiv bei Dahn zu besuchen. Das war eine gute Entscheidung, denn am nächsten Tag war das Wetter dann wesentlich schlechter.

Die Burg Altdahn liegt auf 337 m knapp einen Kilometer östlich vom Ort Dahn und sie gehört zur Dahner Burgengruppe, zu der noch die Burgen Grafendahn und Tanstein zählen. Alle drei sind außerdordentlich gut restauriert und bieten ein authentisches Burgenerlebnis. Der Eintritt ist frei, allerdings musste man sich wegen Corona am Eingang anstellen und seine Daten eintragen. Unterhalb der drei Burgen liegt die Burgschänke Altdahn, die war aber geschlossen. Ein mehrsprachiger Audioguide für Kinder und Erwachsene ist in der Burgschänke der Burg Altdahn erhältlich.

Der Andrang an diesem Sonntag Nachmittag hielt sich in Grenzen, die meisten Ausflügler waren schon wieder auf dem Weg nach Hause. Beim Besuch der Burgengruppe Altdahn sollte man unbedingt genug Zeit einplanen, denn die Felsenburg-Ruinen sind sehr verwinkelt und es gibt viel zu entdecken. Anstrengend ist es auch, immer wieder geht es steil und über Treppen bergauf und bergab.

Diese drei Burgen wurden zwar nicht gleichzeitig, aber direkt nebeneinander auf einem Bergrücken errichtet. Eine ähnliche Form des Burgenbaus ist auch in den Vogesen und im oberen Elsass zu finden. Drei Kilometer von hier entfernt befindet sich auch noch die Burg Neudahn.

Der Besucher findet hier ein sehr eindrucksvolles Beispiel für die im Wasgau typischen Felsenburgen. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die verwitterten Mauern und die abgemeißelten darunter liegenden Felsen miteinander verbunden, Natur und Architektur wurden hier mehr und mehr zu einer Einheit. Die verwitterten und zerklüfteten Sandsteinfelsen sind nicht nur der Unterbau der Burg, sondern auch deren Bestandteil. Im Inneren wurden Kammern, Gänge und Treppen aus dem Stein herausgearbeitet durch die man heute noch gehen kann, denn die Felsen wurden in das Wehrsystem einbezogen. Von den Türmen und Zinnen aus hat man einen schönen Blick in die umliegende Landschaft.







In Ruinen

Die Erbauungszeit der ersten Burg ist unbekannt, liegt aber vermutlich im späten 12. oder frühen 13. Jahrhundert. Von Beginn an waren die Dahner Burgen von den Rittern von Dahn bewohnt, die seit der Mitte des 13. Jahrhunderts Lehensmänner des Bischofs von Speyer waren. Bis im Jahr 1603 mit Ludwig II. von Dahn die Linie der Dahner ausstarb, wohnten stets Mitglieder dieser Familie auf den Burgen.

Die weitere Geschichte der Burg ist gekennzeichnet von vielen Kriegen und Zerstörungen, so wie bei fast allen Burgen in der Region. Erstmals zerstört wurde Altdahn 1363 im Verlaufe einer Fehde der Dahner mit den Fleckensteinern. Aber nach der Zerstörung folgte auch wieder eine Aufbauphase, nach zwei Jahrhunderten relativer Prosperität erlitt Altdahn dann während des Dreißigjährigen Krieges (1618–48) wiederum schwere Schäden.

Gleich zu Beginn des Pfälzischen Erbfolgekrieges wurde die Burg dann im Jahr 1689 durch die französischen Truppen endgültig zerstört. Am 11. Mai 1820 ereignete sich ein Felssturz, bei dem große Teile der verbliebenen Ruine einstürzten.

1877 wurden vom Dahner Verschönerungsverein unter der bayerischen Regierung erste Sanierungsarbeiten durchgeführt. 1936, in der Zeit des Nationalsozialismus, wurde die Restaurierung wieder aufgenommen. Nach der Unterbrechung durch den Zweiten Weltkrieg dauert sie seit dem Jahr 1960 bis in die heutige Zeit an.

Auf den Felsen der Dahner Burgengruppe nimmt Burg Altdahn die beiden größten ein, die östlich liegen und insgesamt eine Länge von etwa 100 m besitzen. Der Zugang befand sich im Nordosten, wo noch die Toranlage und ein kleiner mit Wasser gefüllter Graben erhalten ist. Die Unterburg wird im Norden von einem Geschützturm und im Süden von einem weiteren Turm beherrscht. Nennenswerte Reste der Oberburg sind auf dem westlich gelegenen Felsen erhalten, darunter die Nordwand des Palas und ein Turm. Afgrund von Erkerresten hatte dieser den Bewohnern wohl auch als Abort-Turm gedient. Der östliche Burgfelsen liegt isoliert, ist aber über schmale Gänge erreichbar.

Wir sind gut 2 Stunden in den Ruinen herumgeklettert und hätten es dort auch noch länger ausgehalten. Aber es wurde recht frisch, als die Sonne verschwand, und wir hatten ja noch die Fahrt bis zum Hotel in Niederhorbach vor uns. Das zog sich, denn die Durchfahrt bei Busenberg war seit Sommer immer noch gesperrt und wir mussten einen Umweg fahren. So brauchten wir eine kanppe Stunde, bis wir im Hotel Fritz Walter einchecken konnten.









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