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VERKEHR

Wer eine Rundreise in Panama plant, kann sich natürlich auch mit Bussen, Booten und Taxen die Transporte selbst oraganisieren. Auch innerhalb von Panama City gibt es öffentliche Verkehrsmittel, mehr dazu auf der Seite Stadtverkehr.

Bequemer ist es, sich für Reisen über Land einen Leihwagen zu mieten, um individueller unterwegs zu sein. So kann man überall anhalten und auch kleine Nebenstrecken befahren. Dazu ist ein Auto mit hoher Bodenfreiheit, besser noch ein Allradfahrzeug, die beste Wahl.

Denn sobald man die Hauptstraßen verlassen hat, wird es schnell sehr steil und bergig oder man ist auf unbefestigten Strecken unterwegs. Allgemein kann man sagen, dass Panama für Selbstfahrer gut geeignet ist. Michael fand das Fahren hier ziemlich easy und relaxt, die Leute fahren im Vergleich zu Deutschland eher entspannt und viel weniger aggressiv. Unfallgefahr geht hier auch nicht von Rasern oder Dränglern aus, sondern eher von unaufmerksamen Schlafmützen. Polizeikontrollen gibt es überall, es ist keine gute Idee hier zu rasen.

Die Entspanntheit hat einen Grund: Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 100 km/h auf der Interamericana, oder je nach Streckenabschnitt 60 oder 80 oder noch weniger entsprechend der Ausschilderung. Allerdings weißt man nie, wie weit eine Geschwindigkeitsbegrenzung gültig ist, denn es gibt hier keine Ende-Schilder. An Bushaltestellen gilt immer eine reduzierte Geschwindigkeit, man kann sie oft schon von weitem erkennen, denn meist führt hier eine Fußgängerbrücke über die Straße. Kurz dahinter steht dann gerne die Polizei mit Radarpistole am Straßenrand.

Die Ausnahme ist Panama City, beim Stadtverkehr braucht man hier Mut, gute Nerven und steht mit Sicherheit auch öfter mal im Stau. In der Stadt herrscht regelmäßig Verkehrschaos und die Stoßzeiten sollte man auch jeden Fall meiden. Innerhalb der Stadt haben wir uns nur mit dem Taxi bewegt.

Wir hatten unseren Toyota Fortuner bei Budget gemietet. Nachdem wir die ersten vier Nächte in den Isabella Suites in der Altstadt Casco Viejo gewohnt haben, war unser erstes Ziel nach Übernahme des Autos der Ort Pedasi auf der Azuero Halbinsel an der Pazifikküste.

Nach einem Blick auf die Karte haben wir beschlossen, den Wagen nicht im Stadtbüro oder am internationalen Flughafen abzuholen. Dazu hätten wir zwei Mal quer durch die Stadt fahren müssen. Nur 1,5 Kilometer entfernt von der der Alstadt liegt der Aeropuerto Internacional de Albrook Marcos A. Gelabert , auf dem Gelände der ehemaligen Albrook Air Force Station. Hier geht es wesentlich gemütlicher zu als an anderen Stationen, nach kurzer Fahrt waren wir nach dem Frühstück mit dem Taxi vor Ort.

Nach der Übernahme des Autos kamen wir von hier aus kurz nach 9:00 schnell auf die Interamericana Nummer 1 und dort kam uns der Stau stadteinwärts noch entgegen. Über die Bridge Of The Americas überquerten wir die Zufahrt zum Panamkanal und dann mussten wir nur noch der Strecke folgen.

Auch bei der Rückgabe hatten wir wieder den Flughafen in Albrook gewählt. Hier kamen wir mittags vom Radisson Sumit Hotel bei Gamboa an, gaben problemlos das Auto ab und fuhren mit dem Taxi quer durch die Stadt zum internationalen Flughafen nach Tocumen.






Interamericana

Die berühmte Panamericana, auf englisch Pan-American Highway, ist ein mindestens 25.750 Kilometer langes System von Schnellstraßen. Die Strecke führt durch 14 Länder, berührt dabei alle Klimazonen der Erde und verbindet Alaska im Norden der USA mit Feuerland an der Spitze Südamerikas. Es gibt wenige Lücken, die Strecke ist fast komplett befahrbar.

Die Ausnahme liegt im Osten von Panama, ein 90 km langes Teilstück zwischen Yaviza in Panama und Nordwest-Kolumbien ist hier noch nicht fertiggestellt - es gibt dort gar keine Straße. Tapon del Darien, den "Verschluss des Darien" nennt man die Lücke auf Spanisch nach der panamaischen Provinz an diesem Ende des Landes. Reisende müssen hier per Schiff oder Flugzeug von Panama nach Kolumbien weiterfahren.

Der Isthmus von Darien ist ein Gebiet mit bergigem Urwald und hoher Biodiversität. Wegen seiner teils unerforschten Tier- und Pflanzenwelt hat die Unesco den Darien-Nationalpark zum Weltkulturerbe erklärt. Im Nationalpark endet die Route in Morast und Dickicht, nicht einmal eine Piste existiert hier auf 100 Kilometern. Weil es so abgelegen ist, tummelen sich hier auf schmalen Wasserstraßen und Trampelpfaden auch Drogenkuriere, bewaffnete Banden, indianische Ureinwohner, Wegelagerer, viel Grenzmilitär, und die Region gilt als gefährlich. Hier grassieren Malaria und Cholera. Die Fertigstellung dieses Teilstücks hat aus diversen Gründen viele Gegner, es fehlt an Geld und Willen. Bauaktivitäten gibt es derzeit keine, viele Länder sehen das fehlende Stück als natürliche Schutzzone vor allem gegen die Maul- und Klauenseuche.

Wir waren auf dem anderen Teil der Panamericana, hier meist Interamericana genannt, westlich von Panama City unterwegs. Man durchquert dabei nacheinander die Provinzen Panama, Cocle, Veraguas und Chiriqui, um dann weiter über die Grenze nach Costa Rica zu führen.

So richtig verfahren kann man sich im Lande eigentlich kaum, alle Straßen führen irgendwie wieder auf diese einzige große Verbindungsstrasse zurück. Rechts und links säumen oft Häuser, Werkstätten, Shopping Malls und Restaurants den Straßenrand. Wenn man eine Ausfahrt verpasst hat oder an einem Lokal vorbeigefahren ist, dann ist das kein Problem. Spätestens nach einigen Kilometern kommt garantiert eine Wendemöglichkeit, die hier mit Retorno ausgeschildert ist. So ein Retorno zum Wenden unter Vermeidung des gefährlichen U-Turn gibt es in zwei Varianten: Die eine ist eine extra angelegte Ausfahrt auf der rechten Seite, die einen dann zurück nach links quer über die Straße führt, wo man sich als Links-Abbieger auf einer eigenen Einfädelspur entlang der Mittel-Barrikade gefahrlos einordnen kann. Variante zwei beginnt als Links-Abbieger-Spur, führt dann quer über die Gegenfahrbahn und hat dort nach einer Schleife wieder eine normale Auffahrt. Das braucht etwas Platz, erscheint aber zeimlich sicher.

Die Regierung von Panama investiert massiv und auch sichtbar in den Ausbau und die Instandsetzung des Straßennetzes. Wir haben einige Großbaustellen gesehen, sowohl eine Verbreiterung der Spuren in den Bergen nahe Panama City zu den Vororten als auch Verbindungen wie die neue Strecke von Santa Fe an die Karibikküste.

Die Interamericana wurde zwischen Santiago und David teilweise auf vier Spuren erweitert und auf vielen anderen Abschnitten wird die Strecke regelmäßig ausgebessert. Tankstellen findet man überall, in den größeren Ortschaften entlang der Strecke oft sogar mehrere. Benzin kostet für uns ca. die Hälfte wie in Deutschland. Für Einheimische mit einem Viertel unseres Lohnniveaus ist es ziemlich teuer.

Verkehrskontrollen sind in Panama sehr häufig. Entlang der Interamericana steht in regelmäßigen Abständen immer ein Motorrad-Polizist, der entweder mit der Laserpistole oder seinem Mobiltelefon zugange ist. Oft hatten sie auch einen Verkehrssünder herausgewunken und kontrollierten die Papiere. Auch auf den Landstraßen stehen immer wieder Polizisten am Rand. Es ist empfehlenswert, ein bisschen langsamer zu fahren, wenn man einen Polizisten sieht, auch wenn man schon korrekt fährt. Das zeigt Respekt und der Beamte hat keinen Grund einen anzuhalten. Papiere sollte man immer griffbereit haben: Reisepass, Führerschein und Versicherungspolice. Wir sind in drei Wochen jedenfalls kein einziges Mal kontrolliert worden, an den festen Kontrollstellen wurden wir als Touristen immer gleich durchgewunken.

Man sollte sich vom breiten Ausbau nicht täuschen lassen: Immer wieder sahen wir Schilder, auf denen erklärt wurde: Dies ist keine Autobahn! Es gibt immer wieder Stellen, wo die Interamericana alte kleine Dörfer zerschneidet, dort gibt es Zebrastreifen und Durchstiege in der Mittel-Leitplanke, bisweilen sogar mit Treppchen, wenn eine Fahrbahn höher liegt als die andere. Hier ist die Geschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt, das ist Innerorts! Und wenn die Tempo-50-Schilder vor einer Kuppe stehen und die Zebrastreifen erst hinter der Kuppe sichtbar werden, dann lauert dort gerne ein Motorradpolizist mit der Laserpistole auf Temposünder, die zu schnell über den Berg schießen. Also immer schön gemütlich fahren.





Eigenes Video zum Thema

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