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BIKANER 2007

Bikaner befindet sich im Norden des Bundesstaates Rajasthan, hat etwa 600.000 Einwohner plus 120.000 Soldaten, die für die Grenzüberwachung zu Pakistan eingesetzt werden und wird gerne als Übernachtungsort auf dem Weg von Delhi oder dem Shekawati nach Jaisalmer besucht. Es ist immerhin die viertgrößte Sadt in Rajasthan und die Religion der Jaina macht Bikaner zu einem ihrer religiösen Zentren.

Wir kamen am späten Nachmittag nach langer und recht eintöniger Fahrt von Jaisalmer in unserem Hotel Lallgarh Palace an. Dieses ist an sich schon sehenswert, ganz im Gegensatz zu einigen anderen Plätzen von Bikaner. Man sieht vielö Militär und Kasernen, es liegt oft Smog in der Luft und alles macht einen weltfernen Eindruck. Die Menschen in Bikaner leben hauptsächlich vom Export von Wolle, vornehmlich nach Jaipur. Rund um den Ort wird auch Quarz abgebaut und zur Glasgewinnung bis nach Belgien exportiert. Touristen kommen eher selten für längere Zeit hierher, was natürlich auch seinen Reiz hat. Nach der Unabhängigkeit im Jahr 1947 geriet Bikaner durch die Trennung Pakistans von Indien in eine Randlage und verlor seine Funktion als Handelsmittelpunkt, erhielt sich bis heute den Eindruck einer eher mittelalterlichen Wüstenmetropole. Lastkamele sind nach wie vor im Straßenbild nicht wegzudenken. In Bikaner besucht man die wenigen Sehenswürdigkeiten der Stadt, ansonsten hat man hier nicht viel zu tun, außer einem Bummel durch die Basare am Kote-Tor oder einem Ausflug in die Wüste. Es gibt auch mehrere prächtige Havelis in Altstadt, zwei bekannte Jain Tempel und diverse Palasthotels für eine stilvolle Unterkunft. Sie haben alle ein gutes Preis-Leistungsverhältnis und auch die Menschen in den Wüstendörfern der umgebung sind noch nicht so auf Kommerz aus wie rund um Jaisalmer.

Gegründet wurde Bikaner von Rao Pikaji, einem nachgeborenen und damit nicht erbberechtigten Sohn des Herrschers von Jodhpur aus dem Clan der Rathor-Rajputen im Jahr 1486. Zuerst gab es hier nur eine einfache Lehmfestung, erst ab Ende des 16. Jahrhunderts bauten und erweiterten Raja Singh (1571-1611) und seine Nachfolger den Stadtpalast, das Junagarh Fort. Dieser ist die Haupt-Sehenswürdigkeit von Bikaner, die wir aber leider nicht von innen gesehen haben.

Nach einigen Wochen Rajasthan hatten wir 2007 einfach genug Forts und Paläste besichtigt und erholten uns lieber ein paar Stunden im Hotel Lallgarh Palace von der Fahrt. Am nächsten Tag nahmen wir uns für Bikaner auch keine Zeit mehr, weil wir lieber den Rattentempel in Deshnoke besuchen wollten. Danach ging es weiter ins ca. 190 Kilometer entfernte Mandawa im Shekawati. Vom Junagarh Fort haben wir somit nur aus dem Auto die Außenmauern gesehen, es ist mit seinen 37 Bastionen und Wallanlagen weithin sichtbar. In seinem Inneren befinden sich laut Reiseführer filigrane Lackarbeiten, Spiegel- und Glaseinlagen und Wandmalereien. Die haben wir uns dann beim nächsten Besuch in Bikaner 2013 angesehen.



Kamele und Ratten

Eine weitere Attraktion von Bikaner haben wir ebenfalls verpasst, nämlich die einzige staatliche Kamelfarm Asiens. Sie liegt 10 Kilometer außerhalb der Stadt im Süden. Kamele hatten wir in Australien schon genug in der Wildnis gesehen und bei der Puskahr Mela schon genug domestizierte Tiere fotografiert, also hielt sich unser Interesse eher in Grenzen. Wer allerdings mehr zum Thema erfahren möchte, für den lohnt sich der Abstecher. Die beste Zeit für einen Besuch ist der späte Nachmittag, wenn die ca. 300 Tier der Farm aus der Wüste hierher zur Fütterung kommen.

Kamele sind mit der Stadt am Rande der Wüste Thar aber schon seit langer Zeit eng verbunden. Durch das hier stationierte Kamelkorps Ganga Rissala, welches im Ersten Weltkrieg an der Seite des Lawrence von Arabien für Großbritannien in Ägypten gegen die Türken kämpfte, wurde Bikaner sogar bis hin nach Europa bekannt. Einer der letzten Maharajas, Sir Ganga Singh (1887-1943) war als General der britischen Armee der einzige Inder, der zum Ende des Ersten Weltkrieges als britischer Delegierter und Mitglied des Kriegsrates an der Friedenskonferenz von Versailles teilnahm.

Uns interessierten aber eher die Ratten im Karni Mata Tempel von Deshnoke, denen ich eine eigene Seite gewidmet habe.

Einmal im Jahr, vor und nach der Vollmondnacht im Januar, findet das zweitägige Bikaner Desert Festival mit Tänzen und Kamelrennen statt. Hier dreht sich ebenfalls alles um das Kamel, auch wenn die Veranstaltung nicht so groß ist wie in Pushkar. Hier ist die offizielle Seite von Bikaner.



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Bikaner


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